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Vor wenigen Tagen kam in mir der Wunsch auf, über die Freiheit zu schreiben – doch dies ist ein schwerer Brocken. Selbst ein Gebet um Inspiration half nicht. Nun, ich gab auf und hörte auf.

Einige Tage später fiel mir ein kleines Büchlein in die Hände, welches ich vor einigen Wochen in der Wallfahrtskirche Hergiswald kaufte. Endlich nahm ich es mir zu Gemüte. Es war ein Bildband zu einem Vortrags von 1945 den ein Pfarrer Vater Josef Kentenich, welcher vorher im KZ Dachau einsass, damals hielt. Die Antwort für meine Frage nach der Freiheit, glaube ich im Büchlein erhalten zu haben.

bilderhimmelausschnitt

Das Bildband enthält einige Bilder aus den Deckenmalereien in dieser  Wallfahrtskirche. Diese Bilder sind mystischer und geheimnisvoller als  irgendwelche Freimaurerischen oder Gnostischen Pseudorätsel die  ausser Fragen keine Antworten hinterlassen..

Eins der Bilder trägt den Schriftzug – „Virginem quaero“ – „Ich suche die Jungfrau“ und zeigt ein Einhorn. Was viele nicht mehr wissen, das Einhorn ist ein Sinnbild für Jesus – ein Einhorn ist frei, wild und lässt sich nur von einer Jungfrau zähmen – spricht die Mythologie. Nur die Jungfrau Maria konnte das wütende, wilde des erzürnten Gottes zähmen. Seine Wut auf unsere Sünden und Schandtaten.

Doch es geht jetzt nicht um den Zorn Gottes, sondern um das, was das Einhorn zeigt.

Wie frei ist Gott?

Dies ist keine rethorische Frage, kein vermeintlicher Hinweis dass Gott doch nichts könnte, keine spitzfindige Gegenfrage zur Freiheit Gottes. Ich meine damit genau das was die Frage aussagt. Wie frei ist Gott? Er ist das Einhorn, frei, wild, unbezwingbar, kraftvoll, unsterblich – wie frei und wild ist ein Wesen dass von seiner Unsterblichkeit weiß? Und der Zorn lässt sich nur von wahrer Reinheit besänftigen. Nur die heilige Jungfrau ermöglicht die Ruhe im Einhorn, nur dann lässt sich es sich berühren und bleibt.

Kann man sich als Mensch hineinempfinden? Kann man versuchen die Freiheit unseres Gottes zu erfühlen? Er, der völlig rein, völlig unabhängig, völlig frei, ewig und unendlich – wie fühlt er sich an? Wie nimmt er sich wahr? Wie nimmt er andere wahr? Wie sehr muss ihn der Schmerz treffen wenn jemand aus Dummheit andere verletzt? Wie sehr leidet er wenn die Freien, ihre Freiheit nicht annehmen? Der goldgelockte Junge mit blauen Augen, der weinende Schwan, die tiefe barmherzige mitfühlende Trauer – erkennt wer die widerkehrenden Bilder aller Mythen?

An den Fragen erkennt man die Dynamik und Kraft der Mythologie. Die alten Mythen waren Vorahnungen des Zukünftigen, aus den Nebeln der Unwissenheit blitzte die Wahrheit auf und verwies auf etwas Mächtiges und Reines. Unsere keltischen, germanischen und slavischen Vorfahren waren dem auf der Spur. Sie erhaschten in den nebligen Wäldern kurz einen Blick auf das Einhorn, auf den weissen Hirsch, auf ein geheimnisvolles Wesen, frei, mächtig, mystisch, gewaltig und doch scheu. Je mehr man sich darum kümmert, desto mehr kann man mit einem verwunderten Lächeln erkennen wie sehr die alten heidnischen Kulte sich im Christentum erfüllten. Darum übernahmen sie dieses so schnell und bauten Kathedralen!

Was ist denn nun Freiheit?

Wilder freier Gott Die Antwort konnte ich nicht formulieren, zu bruchstückhaft  ist meine Person. Doch die Antwort kommt von Gott.   Freiheit ist Gott, sein Sein ist Freiheit. Er ist ewig, er ist   unendlich, er ist unsterblich, er ist ewige unendliche Kraft, er ist mächtiger als der grösste Krieger, sanfter als die zarteste Frau – und frei. Er weiss es, er liebt es, er liebt Alles – weil er frei ist zu lieben. Denn was soll das mächtigste Wesen des gesamten Universums schon  wollen; ausser die ungeknechtete Liebe und die zarte, sanfte, machtvolle Freiheit darin – die einen wie ein Wirbelsturm umtost wenn man sie schauen darf.

Freiheit ist nicht etwas was man innerhalb der Dimensionen von Raum und Zeit festmachen kann. Freiheit ist jenseits davon. Freiheit ist innerhalb von Raum und Zeit für uns erkennbar, doch Freiheit ist eine Beziehung. Die Freiheit eines Menschen zeigt sich in seiner Beziehung zu Raum und Zeit, in der Beziehung zwischen mir – einer Person und der ihm umgebenden Dinge. Wirkliche Freiheit durchbricht Raum und Zeit, ergiesst sich Vertikal nach Oben und erschliesst die Ewigkeit für den freien Menschen. In tiefer Liebe und demütiger annahme dieser Erkenntnis drängt das Herz des freien Menschen gleichzeitig nach oben in den Himmel und nach unten in die Wurzeln seines Wesens um mehr von der Freiheit des Himmels kosten und leben zu können.

Man bindet sich in Liebe an das was ist, um aus dieser Bindung heraus erst die Fähigkeit zu erlangen die Freiheit des Seins erfüllt leben zu können.

Übrigens – sehr elegant, die Form der Antwort auf mein Gebet, immerhin war mein Besuch in der Kirche eine Wallfahrt mit Familie da die Kirchenbesuche in den örtlichen katholischen Kirchen eher eine mühsame Quälerei und Aneinanderreihung von Häresien und Barbareien sind..

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6 Kommentare zu “Was ist Freiheit?

  1. Was er nicht schreibt, was aber seine Exfrau erzählt, ist, dass auch in seiner Herkunftsfamilie schon einmal Transsexualität vorkam. Sie wurde, wie damals üblich, versteckt und unterdrückt. Dem Sohn wolle er so etwas „ersparen“, meint Anna Kaminski. Deshalb kämpfe er so verzweifelt und stelle doch damit erst eine Situation her, die sein Kind extrem belaste.

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