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Die Klage kennen wir alle. Wie oft haben wir uns schon was vorgenommen und doch nie gemacht? Zum Beispiel wenn man sich wieder einmal die Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen hat und daraus mal wieder nichts wird.

Im vorherigen Artikel, „Augustinus Superstar“ ging ich ein wenig auf die herausragende Leistung des Kirchenvaters Augustinus von Hippo ein – dort erwähnte ich kurz dass ich beschreiben werde wieso „das Fleisch schwach ist“. Hier nun meine relativ freie Interpretation seiner Aussagen:

Die Ursache für die fatale Umsetzungsschwäche des menschlichen Willens wird im biblischen Bericht des Sündenfalles beschrieben. Adam, als Stammvater der Menschen, hat sich der irrationalen Lust hingegeben als er den von Eva angebotenen Apfel annahm und davon abbiss. Damit unterwarf er sich der Libido, der Herrschaft unserer Sinneslust. Bitte dies nicht einseitig als erotische Lust interpretieren, damit ist nämlich nicht nur F*** gemeint sondern allgemein der Vorrang vom irrationalem, unvernünftigen, ungeordneten gegenüber der Vernunft und Unschuld.

Seitdem zieht sich ein Bruch durch die Schöpfung und wir Menschen sind angreifbar. Der Verrat gegenüber Gott der nur ein Stück Gehorsam verlangte – einfach nur Äpfel nicht essen bei sonstigen Paradiesischen Verhältnissen – öffnete einen Spalt der unsere Welt in eine Scherbenwelt verwandelte durch die dass Chaos einbrach.

Unsere Triebe und Gelüste kontrollieren uns, nicht wir sie. Sexgier, Fresssucht, Neid, Hass, Kriegslust, Wahnsinn, Lust am Zerstören, Unterdrücken,  oder faulem herumliegen überwiegt. Disziplin, seelische Klarheit, Bescheidenheit und sogar freundliche Ehrlichkeit muss dagegen bewahrt und trainiert werden. Und dass gelingt mit Gott.

Wie man es aus den Berichten aus dem Altertum weiß, herrschten sehr seltsame Götter, die man später als „gefallene Engel“ identifizierte. Da ging es um Kannibalismus, Blutopfer, Kinderopfer und so weiter.

Doch dann inkarnierte Gott, der Logos, als Mensch und überwand Exemplarisch die Herrschaft der Sinneslust durch sein lammfromm hingenommenes Leiden und Sterben am Kreuz. Er litt unsagbar, schwitzte Blut und Wasser, wurde ausgepeitscht, bespuckt, verlacht, verhöhnt und ermordet.

Weil er als völlig Unschuldiger für uns litt und blutete, also dass tat was man als normal vernünftiger Mensch nicht tun würde – nämlich leiden, dem genauen Gegenteil von Sinnesfreuden und Lust, erhöhte er den Horizont des Menschen aus dem ewigen „F***, Fressen und Saufen“ hinauf in eine neue Dimension. Die Ketten der Süchte wurden zerschlagen – die Gnadengaben Gottes verstärkten die Kampffähigkeiten der Suchenden und Gläubigen und der Weg in wirkliche Freiheit tat sich auf.

Die Erkenntnis traf mich wie der Blitz, vor allem weil ich ja schon mal schrieb dass ich einmal „Das Gegenteil“ von dem tat wozu ich lust hatte – und dies hervorragend funktionierte. Jedenfalls kurz.

Jetzt habe ich aber Blut geschmeckt und formiere mich zum Widerstand gegenüber der falschen Herrschaft der Gelüste und zusammen mit meiner Frau attackieren wir jeden erkannten negativen Todesstern in unserem Geist damit dass Leben hervorquellen kann, anstatt zu versiegen – etwas was man übrigens überall erkennen kann.. Einsame 50 Jährige gibt es ohne Ende…. Die Kriegstrommeln dröhnen bereits. Manchmal ahnen wir das wohl existierende Wesenheiten die gerne mal einflüstern schon fluchen.  Doch dafür habe ich immer wieder nur noch ein grimmiges Grinsen übrig – Fu** you!

 „Denn wer zählt es auf, wie vieles er will, was er

doch nicht kann, weil er sich selbst nicht gehorcht, das ist, weil der Geist und das unter ihm stehende Fleisch

seinem Willen nicht gehorcht. Wie oft wird der Geist wider seinen Willen erregt, leidet das Fleisch, wird alt

und stirbt, und wieviel anderes müssen wir noch erdulden, was wir widerwillig nicht zu erdulden brauchten,

wenn unsere Natur unserem Willen in jeder Weise und in allen ihren Teilen gehorchte!“ [XIV, 15, S. 188/189]

Übrigens glaube ich beurteilen zu können dass die kürzliche Entdeckung dieser Sätze von Augustinus die Folge eines Gebetes an Gott ist, dass er mir aus der Blockade und Trägheit heraushelfe – denn ich fühle mich wie ein Mensch der unter einer Lawine liegt..

To be continued….

Templarii

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7 Kommentare zu “Der Geist ist willig…

  1. Lieber Templarii,
    Sie sind einfach einmalig und absolut bewundernswerd !
    Ihr Schreibstil, Ihre Wortwahl, einfach grossartig !
    Ich wünschte ich könnte das auch..

    Bravo ! Bravo ! Bravo !

    • Meinen Sie das ernst? Oder verarschen Sie mich? Ich mein die Grammatik ist oftmals nicht besonders gut und von professioneller Rethorik verstehe ich nix.

      Aber danke für die Blumen. 🙂

      Üben würde ich Raten. 🙂

  2. Gott zum Grusse, Verehrtester.

    Freilich meine ich das Ernst ! Wie können Sie nur zweifeln ? !

    Wichtig ist, dass man es versteht, also ist gut so !

    `Üben würde ich raten`: Meine Begabung liegt im Holz hacken, Kühe melken, Zäunen und haushalten….also woanders. 🙂

  3. Lieber Templarii, ich hätte mich schon eher bei Ihnen melden sollen, aber in meiner Umgebung ist leider im Moment nichts zu machen…versuchen Sie es doch mal bei `gratis-inserate.ch` vielleicht haben Sie dort mehr Glück ! Sobald ich etwas weiss gebe ich Ihnen bescheid, Indianerehrenwort.! 🙂

    Liebe Grüsse,
    Berger 😉

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