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Lehrstunden bei Gott sind dramatische Vorgänge. Ich weiss nicht wie es bei anderen ist, aber in mir tobt schon ein recht starkes Für und Wider. Im Grunde bin ich der Zappelphillip der Schritt für Schritt erkennt wo er falsch liegt. Mir ist nicht klar wie weit oder wie falsch ich liege, aber ich liebe es immer mehr quasi im „Dunkeln“ und „Unbekannten“ meiner Seele zu wandern und falsche Denk-, Gefühl-, und Lebenskonzepte über Bord zu werfen. Versagen, Scheitern ist am anstrengendsten – vor allem wenn man im Erfolg scheitert.

Also man kapiert etwas oder man wird etwas los und freut sich so sehr dass man mit dem Kopf am nächsten anstösst.. Manchmal komme ich mir wie ein Säugling vor, der sich mal da und dann mal dort anstösst und schreiend sein erfahrenes Unrecht Kund tut. Mein dauerndes „ICH WILL ABER“ dröhnt sogar mir schon in den Ohren.

So habe ich mich manches mal gefragt wie andere Gott wahrnehmen, was sie hören oder sehen. Manche haben ja direkt klare Eindrücke „von oben“ und gehen ihren Weg mit Gott. Ich aber bin anders, ich bin Blind und Taub. Natürlich kenne ich die Stelle „selig sind die, welche Glauben ohne zu sehen“ aber ehrlichgesagt wären irgendwelche Zeichen oder Eingebungen viel cooler. Eine Bekannte zum Beispiel hat echt tolle Träume und ist sich sicher dass es nicht ein böser Geist ist. Wir werden es an den Früchten erkennen.

Nun aber war ich genervt und gereizt, meine Studien haben mich weit geführt, ich erkannte viele Möglichkeiten der Gotteserkenntnis und der Art wie man damit umgehen kann – doch bei mir führt dass tiefer in eine Ungewissheit die ich natürlich akzeptieren sollte blablablubblubb.. Tatsächlich hat der Herr mich mit einem Charakter ausgestattet der nach einigen Wochen doch kein Bock mehr hat ewig herumzustudieren. Und so habe ich gebetet. Ärgerlich, offen, klar gesagt was Sache ist – es ist befreiend und wie frische Luft wenn man vor dem Kreuz steht und dass von dem man überzeugt ist dass es die Wahrheit ist, ausspricht. Auch dass man sich nicht sicher ist ob es wirklich die Wahrheit ist die man erkennt und dass man den Verdacht hat dass irgendwo ein Stück Scheinwahrheit herumgeistert damit ich mich mit der Wahrheit nicht auseinandersetzen muss. Frische Luft!

Gottes Antwort kam prompt (Nachdem ich Wochen- und Tagelang damit gerungen habe herauszufinden was überhaupt los ist) und – wie meistens – überraschend. Gott ist der Herr.

Ein Priester sagte mir einmal, dass Gott durch die äusseren Umstände spricht, die man mit seiner Vernunft erkennen kann. Mir ist in den letzten Wochen mehr den je klar geworden inwieweit die christliche Lehre und Praxis eine Hilfe dabei ist die Vernunft überhaupt zur entfaltung zu bringen. (Das schliesst die Daemonologie mit ein, ein leider noch umstrittenes Thema)

Der zweite bekannte Punkt ist der Gedanke, dass die Aufgaben eines Menschen dort sind, wo seine Fähigkeiten liegen. Kurz: „Wo die Gaben dort die Aufgaben“. Diesem Satz ist schwer zu widersprechen, sowohl aus rein biologischer, Wissenschaftlicher und Christlicher Sicht.

Diese beiden Punkte, kombiniert mit meinem inzwischen gewachsenen Wissen über Erfahrungen im Umgang mit Gott eröffneten mir plötzlich eine entspannende Erkenntnis. Aufgrund meiner geistigen Konstitution, meiner Art wie ich die Welt erfasse und erfahre – ist der wesentliche Weg zu Gott bei mir keine sinnliche oder spirituell-geistige Erfahrung sondern Erkenntnis der existierenden Welt. Mit Vernunft die Welt um mich herum erkennen, die Zeichen der Zeit sehen, deuten und entsprechend handeln. An den Früchten werde ich erkennen ob ich richtig liege.

Es ergeben sich viele Konsequenzen aus diesem Gedanken –

  • Erstens eine Umkehr aus der fatalen Spiritistisch-esoterischen Denkweise in die ich mich freiwillig begeben hatte. Meine primitive magisch-heidnische Welt verdrehte meinen Verstand und lähmte ihn so, dass ich mich auf eine Art entwickelte wie es dem Willen eines hypothetisch angenommenen dämonischen Wesens entspricht. Ein Netzwerk aus falschen Annahmen belegte und belegt mein Denken und nahm mir den Freiheitswillen und den Spielraum um überhaupt Frei sein zu können – nichts belegt dies mehr als ein Versuch absichtlich eine Woche lang kein Bier mehr zu trinken. (Es ist der Wahnsinn wie oft einen der Gedanke an Bier, Chips, Schokolade, übermässiges Essen und anderem kommt, wenn man es mal „nicht“ will.)
  • Zweitens eine geradezu agressiv-grimmige hinwendung zum Verstand. Damit meine ich eine Analyse der Fähigkeiten eines Verstandes, die bekannten „Kunststücke“ wie Gedächnissleistung, Kombinationsgabe, Logik und die darin nötige Ausdauer. Tatsächlich eigne ich mir Schritt für Schritt mathematisches Wissen und die Erfahrung im Zahlenfeld an.
  • Drittens eine Art „Ausdehnung“ des Denkens. Und zwar weiter als nur einfach die primitive Steigerung dessen, was man denken kann. Es geht nicht einfach darum statt zwei Flügel, vier zu denken – sondern sich damit ausseinander zu setzen dass es in der geistigen Welt keine Flügel gibt sondern etwas was man sich nicht vorstellen kann aber dennoch der vernehmbaren Vernunft entspricht – besonders hilfreich beim Umgang mit dem Unbekannten und etwas Neuem. Wenn man Kinder hat, ist man täglich mit neuen Entwicklungen konfrontiert – dies ist sehr hilfreich.
  • Viertens eine plastische Einführung in die Wirkung des Christentums. Weil dass Christentum zur Selbsterkenntnis zwingt, Gott keine willkürliche Figur sondern die Wahrheit und Gerechtigkeit und darum vom Menschen erfahrbar, wird die Verstandesschärfe elementar – und darum eine Quelle der Freude. Die Unterschiede zu anderen Weltanschauungen springen einem Grell ins Auge.

Nun denn, mal sehen ob ich das alles richtig erkannt habe – die Früchte dieser Erkenntnis werden es zeigen.

Templarii

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2 Kommentare zu “Die Vernunft und Gott

  1. Ich glaube ich verstehe…

    Ich möchte etwas aus dem Buch „DIE GESETZE DES DENKENS UND GLAUBENS“ von DR. JOSEPH MURPHY mit einbringen: DAS WUNDERBARE GESETZ DES HEILENS

    Diese allgegenwärtige Heilkraft des Lebens, die Jesus Christus „Vater“ genannt hat, ist die Quelle des Heils gegen alle körperlichen und geistigen Krankheiten sowie gegen alle Kümmernisse des Gefühls- und Gemütslebens.

    HEILKRÄFTIG GEBOREN

    Wir Menschen sind von Natur aus „geborene Heilkräftige“. Denn alle Menschen haben Anteil an der heilkräftigen Gegenwart Gottes. Wir können sie vermöge unserer Gedanken wachrufen und durch unseren Glauben erreichen. Sie ist allgegenwärtig und die Lebenskraft von allem, was lebt.

    meinst Du das mit
    „Viertens eine plastische Einführung in die Wirkung des Christentums. Weil dass Christentum zur Selbsterkenntnis zwingt, Gott keine willkürliche Figur sondern die Wahrheit und Gerechtigkeit und darum vom Menschen erfahrbar, wird die Verstandesschärfe elementar – und darum eine Quelle der Freude. Die Unterschiede zu anderen Weltanschauungen springen einem Grell ins Auge.

    Es gibt viele Wahrheiten, deren voller Inhalt nicht erfaßt werden kann, bis persönliche Erfahrung ihn uns nahe bringt.

    John Stuart Mill
    (1806 – 1873), englischer Philosoph und Ökonom, Vertreter einer liberalistischen Wirtschaftslehre

    Oder man kann auch sagen nur mit dem Herzen sieht man gut.

    Siehst Du das auch so?

    Eine töfte Seite Hast Du da. 🙂

    Herzliche Grüße Marius

    • Ich würde sagen wir sind von „natur aus“ geborene Heilkräftige und geborene Böskräftige.. Ich habe Zeiten erlebt in welcher die allgegenwärtige Lebenskraft aus meinem Leben verschwand weil ich es so wollte. Dunkle Zeiten voller Hass.

      Wie Sie das mit den vielen Wahrheiten meinen weiss ich nicht, natürlich gibt es sehr vieles was man entdecken und lernen kann – zum Beispiel die Wahrheit wie Wirtschaft funktioniert im Gegensatz zur Kommunistischen Lehre des „Kapitalismus“. Aber eine zentrale fundamentale Wahrheit gibt es, diese lässt sich aus der Bibel entdecken – diese Wahrheit ist aber so umfassend dass sie eher einem Naturgesetz gleicht als einer „Faktentatsache“ wie im Beispiel mit der Wirtschaft.

      Diese Wahrheit ist erkennbar, vernünftig erfassbar, diese kann man weitergeben und an den Früchten erkennen. Man kann auch in der Wirtschaft nur an den Früchten erkennen ob der wirtschaftliche Weg korrekt ist den man gewählt hat – bricht das Soziale zusammen oder prosperiert es?

      gruss

      „Templarii“

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