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Ich hatte keinerlei Vorstellungen was es bedeutet von Gott verändert zu werden. Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Die Entwicklung meiner Selbstwahrnehmung hat dramatische Veränderungen erfahren, die gesamte Lebensperspektive hat eine weitere und tiefere Dimension gewonnen.

Zuallererst die Selbstwahrnehmung. Innerhalb von kürzester Zeit hat sich eine Lawine von Erkenntnissen gelöst und mir wurde von Gott vorgeführt welche körperlichen Hindernisse mich blockieren. Da wäre mein Knie, dessen Schmerzen ich lange Zeit einfach akzeptiert habe und dadurch meine gesamte körperliche Entwicklung blockierte. Durch unbewusstes Entlassten und Schmerzvermeidendes Verhalten hemmte und lähmte ich mich. Noch im Dezember machte ich einen Termin für Ende Januar.

Anhand des Knies konnte ich meine gesamte Körperhaltung ableiten, Rücken, Gehverhalten, das erwähnte Schmerzvermeidende Halten und so weiter – letztlich hat der Arztbesucht die Situation ganz aufgeklärt, die Frage was zu tun war, ist jetzt geklärt.

Weiter ging es zur Ernährung, tatsächlich etwas komplexer da mein Essverhalten ebenso Schmerzvermeidend oder Symptomentlastend war. Dies führte zu einer verstärkten Müdigkeit, vor allem während der Depressionen nach einer schweren Persönlichen Niederlage. Die Niederlage ging, die Ernährungsgewohnheit blieb. Dazu gehörte auch eine intensive sehr bewusste theologische Suche. Es ging dabei um Ernährung, um Kraft, um Gesundheit und die Verführungen des Teufels zu Rigorismus oder Lässigkeit. Auch die Frage nach dem Alkohol, worin die Sünde der Völlerei überhaupt liegt und andere Fragen wurde mir erschöpfend beantwortet.

Wenn ich „erschöpftend beantwortet“ sage, meine ich dass die Informationen an mich ran geführt worden sind. Ich fand das richtige Buch zur richtigen Zeit, bestimmte Themen liefen grad durch die Medien, Gesprächsparter fanden sich – und natürlich war ich vorher demütig genug um Gott zu bitten dass er mir helfe. Ich will zwar keine Krücken, aber Wegweiser.

Weiter ging es über die Ernährung zum Einkaufsverhalten – zuallererst wird wie bei allem die Fehlerhaftigkeit vorgeführt. Es ist erstaunlich wie oft man sich Chips kauft wenn man sich vornimmt weniger davon zu essen. Irgendwie läuft es genau umgekehrt – ich will also gehts nicht. Das zweite Band der Reihe „Daemonologie“ ist da sehr hilfreich um Muster und Verhaltensweisen zu erkennen.

Nun ging es über die Revision des Einkaufsverhaltens auch zum Verhalten überhaupt – die Erkenntis, dass man das Gegenteil davon tun sollte wozu man „Lust“ hat, war eine kleine Revolution in meinem Geiste. Endlich wusste ich wo mein Fehler war, wo der Knoten in meinem Geist war – warum es seit knapp einem Jahrzehnt falsch lief (Seitdem ich Volljährig und ausserhalb der „dem unmündigen gegebene Gnade“ bin.). Aufgrund der aus der Pupertät heraus entwickelten starken sexuellen Leidenschaft war die Vorstellung, dass man nicht das tun solle wozu man „Lust hat“, nicht vorhanden. Die Lust auf die Lust ergab Lust – und Lust war das beste was man sich zwischen 15 und 25 vorstellen konnte.

Auf dem Weg hinaus aus dem lustorientierten Verhalten (damit meine ich jetzt nicht einfach nur sexuelle Lust, sondern auch „ach keine Lust dies oder jenes zu tun“) braucht es viele Gebete, viel Scheitern und natürlich Beichten. Meine zweite Beichte brachte mir eine Entklastung UND ein Argument gegen erneutes verfallen in Laster. Auch wenn der geistige Kampf tobt – eben darum habe ich mich über „Rigorismus“ und „Lässigkeit“ informiert und tue es noch, ich mache Fortschritte. Mein Arbeitsverhalten hat sich extrem verändert – zurück zum fröhlichen „ora et labora“ meiner Jugendjahre. Ich freue mich sehr darüber und danke Gott dafür dass ich wieder mit Elan und Freude zupacken kann.
Weiter werde ich im Bereich Geduld und Verständnis geführt – das dauert etwas länger weil mein Lebensverhalten sehr der alten depressiven Phase entsprach. Die Kinder reissen einen raus aus dem ganzen. Und wenn man sich nicht ändern will, also keine Demut hat vor der Lebendigkeit der Kinder, wird man missmutig und böse. Einige Wochen Gebete und des Geschimpfe auf Mich, Gott und die Welt haben aber dazu beigetragen dass ich tatsächlich so eine seltsame „männliche Samtmütigkeit“ entwicke, die irgendwie funktioniert ohne nach Plüsch zu stinken. Beten hilft viel, weil man dann in der Lage ist seine selbst erkannten Fehler zu offenbaren, sie unter das Licht der Wahrheit zu stellen und betrachten. Man erweitert sich quasi selbst durch seine Fehlereinsicht. Am meisten entlastet mich dass ich auch „ich hab keine Ahnung, irgendwie ist das falsch aber ich weiss nicht wie“ sagen kann. Endlich muss ich nicht alles wissen und alles ergrübeln – und lerne dadurch viel mehr weil meine eigene Sicht auf die Dinge natürlich beschränkt ist durch das was ich weiss und verstehe.

Ernährung, Gesundheit, Schlaf, Geduld, Arbeitsverhalten. Habe ich schon erwähnt dass ich inzwischen regelmässig um kurz vor Sechs Uhr am Morgen aufwache, ein Frühstück mache, um sieben in der Arbeit bin und dort ohne zwischendurch „zu Surfen“ meine Arbeit erledige – es tut sehr gut und ich bekomme genug „Futter“ zum abarbeiten was sehr viel Erfahrung und Training bedeutet.

Gleichzeitig ändert sich in der Haushaltsführung einiges. Endlich habe ich die Fähigkeit wiederbekommen mein Hab und Gut zu schätzen und zu ehren. Auch hier steht eine Theologische Untersuchung dahinter – die Frage der Materie, die Frage wieso das Wort Fleisch wurde, was falsch am einseitig geistigen Weltbild ist und wie die Gnostiker, Katharer und andere falsch lagen – und warum. Sowohl Spirituell als auch Dämonologisch.

Die profane Arbeit wird zur Musik, ein Tag zu einer Tonreihenfolge in Bachs Wunderwerken – die Buchstaben und Zahlen zur „dichteren“ Realität – kurz, mir geht es gut. Und das trotz Stress, trotz Kinder, trotz Arbeit, trotz immer wieder fehlenden Vermögenswerten, trotz Gottlosigkeit der Gesellschaft – letzeres wiegt am schwersten, es ist wie schlechtes Essen..
Veränderung durch das Christentum – ein voller Erfolg. Ich hätte NIE gedacht dass das so läuft, und wundere mich wasnun als nächstes kommt. Gott ist elegant, klug, ein Profi und weiss was er tut. Sehr sympathisch und Vertrauenswürdig. Die Reconquista meiner Seele geht voran! Olé!

Ach ja, ich beschreibe mit diesem Beitrag allein die Veränderung zwischen Dezember 2012 und dem 18 Februar 2013…

Templarii

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6 Kommentare zu “Veränderung durch das Christentum – Schlag auf Schlag

  1. Zu obigem Eintrag möchte ich – aus der Sicht des Christen – ein grundsätzliches Bedenken anmelden.

    Es handelt sich hier um eine Art Tagebuch mit dem Thema: Mir geht es gut, seit ich zu Gott in nähere Beziehung getreten bin. Man kann das Thema variieren: Mir geht es gut, seitdem ich eine neue Freundin habe. Oder eine neue Wohnung, ein neues Auto, ein neues Computerspiel, usw. Die Aussage ist diese: Seht her, ihr Menschen; seid meine Spiegel, bestätigt mein Glück. Und wenn ihr ein bißchen neidisch werdet, dann bestätigt ihr mein Glück umso mehr.

    Solche Tagebücher sind legitim. Nur: sie entsprechen nicht dem christlichen Geist. Im Gegenteil, sie treten zu ihm in Widerspruch.

    Denn Christus hat niemals gesagt: Seht her, wie glücklich ich bin, da ich jetzt zum Vater gehe. Im Gegenteil, er hat seine tiefste Einsamkeit und Verzweiflung geäußert; er hat zugelassen, angespuckt, geschlagen und gekreuzigt, also öffentlich gedemütigt zu werden, d.h. als Totalversager („Looser“ würde man heute sagen) dazustehen. Er hat sich auch noch gedemütigt, indem er sich vor seinen Jüngern gebeugt und ihnen die Füße gewaschen hat.

    Es ist normal, daß derjenige, der zu Gott in ein näheres Verhältnis kommt, Augenblicke des Glücks erlebt. Nur ist die Frage, ob man das so unkommentiert ausbreiten soll.

    Es ist ja nicht unser Verdienst, sondern es ist das Verdienst von Jesus Christus, der dafür einen furchtbaren Preis gezahlt hat. Es ergeht seine Aufforderung an uns: Tretet meine Nachfolge an. Das heißt: Leidet mit den Menschen, denen es schlecht geht; ich helfe euch, dieses Erlebnis zu ertragen. Leidet mit den Menschen, damit ihr in die Lage kommt, sie von innen zu verstehen und ihre Schuld zu teilen, damit auch sie vor meinem Vater bestehen können.

    • Sie müssen es ja nicht lesen wenn es für Sie Unchristlich erscheint. Da ich persönlich der Meinung bin dass Sie nicht wirklich wissen was Christlich ist, stelle ich in Frage dass Sie es überhaupt beurteilen können. Erstmal würde ich mich an Ihrer stelle um eine saubere und klare Bereinigung der Theologie kümmern. Es ist legitim und selbstverständlich wünschenswert dass man zeigt wie Gott ins Leben eingreift und einen persönlich durch viele Hindernisse hindurchführt. Das ist sowohl alttestamentarisch als auch neutestamentarisch belegt.

      Christentum ist nicht leiden, Christentum ist lieben – auch im Leiden aber dass ist nicht das einzige was es gibt.

      Templarii

  2. Als Durchgangsphase ist es legitim. Auf Dauer aber wären Worte wie „Gott ist elegant, klug, ein Profi und weiss was er tut. Sehr sympathisch und Vertrauenswürdig. Die Reconquista meiner Seele geht voran! Olé!“ für den Christen schwer erträglich, weil sie vollkommen unbiblisch sind. Natürlich gibt es auch in der Bibel Gott preisende Worte, etwa in den Psalmen Davids. Aber das wechselt mit Äußerungen der Demut und des Schuldbewußtseins, sodaß es insgesamt keinen so einseitigen Eindruck erweckt. Bei Ihnen kann man hingegen den Eindruck eines Verliebten bekommen, dem ein Absturz in die Depression bevorsteht. Gehen Sie mit Bedacht voran.

  3. Pingback: Meine Erlebnisse mit der Freiheit | Neue Reconquista

  4. Die Auserwählten Gottes mußten alle durch viel Leid um für die Ewigkeit geformt zu werden. Wenn ich es schaffe
    im Leid glücklich zu sein ,im Vertrauen auf Jesus ,wie Paulus, dann habe ich es geschafft ein wahrhaftiger Nach-
    folger Jesus zu sein.

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