Home

In vielen Diskussionen mit Atheisten, Skeptikern oder anderen Menschen die nich tan Gott glauben, kommt oftmals das Argument von „Ockhams Rasiermesser“ – also die Philosophische Aussage dass man alles was unnötig zur Erklärung eines Sachverhalts ist, „wegschneiden“ also entfernen sollte.

Die Argumentation ist die folgende: Gott erklärt überhaupt nichts was zur entstehung des Universums beiträgt, also kann man ihn weglassen – und den Urknall annehmen. Aufklärer argumentieren so sehr gerne.

Dazu einige Punkte:

1. Wilhelm von Ockham lebte von 1288 bis 1347 und war Franziskanermönch, Theologe und Philosoph. Römisch-Katholisch. Er glaubte an Jesus Christus und liebte ihn. (Für die Geschichtlich völlig ungebildeten „Neu-Atheisten“ wäre es wohl interessant den lebenslauf von Ockham zu lesen und wie Diskussionen, Theorien, Forschungen und Gegentheorien lebendig und intensiv gelebt wurden. Die Wissenschaftliche Diskussion war schon damals im Mittelalter lebendig, wertvoll, geehrt und geschätzt. Da war vollkommene Power drin. Etwas was heutzutage vor lauter primitven Tabus gar nicht mehr möglich ist. Kein Wissenschaftler kann heutzutage gegen die Politische Korrektheit forschen…)

2. Wenn ich Ockhams Rasiermesser anwende, komme ich zu dem Schluss dass der „Urknall“ überhaupt nichts erklärt sondern nur ein anderes Wort für „keine Ahnung irgendwie war alles da“ ist. Der Urknall besagt dass die Materie sowie Raum und Zeit einfach explodierte und dann da war. Woher die Materie kam um überhaupt zu explodieren, warum sie explodierte und wieso Raum und Zeit entstand – dass sagt der Urknall gar nicht aus. Er ist eine Nicht-erklärung.

3. Es ist unlogisch und widerspricht der Naturwissenschaft anzunehmen dass aus dem Nichts Nichts entstand. Es ist unlogisch anzunehmen dass Ordnung aus dem Chaos entstanden ist – es gibt genau GAR NICHTS in der Welt dass dieser Ansicht entspricht. Aus Chaos entsteht nur noch mehr Chaos, plötzliche Ordnung tritt gar nicht auf.

4. Punkt 3 geht noch gar nicht darauf ein ob es Gott gibt oder nicht, sondern weist darauf hin wie unlogisch, unwissenschaftlich und unseriös das aktuelle Denken der sogenannten Aufgeklärten und Vernünftigen ist. Sie haben den Kult der Vernunft, sie glauben an „Vernunft“ leiten aber die Vernunft gar nicht aus vernünftigen überlegungen ab sondern bauen sich eine dem ihrem Weltbild entsprechende Vernunft. Aus bestimmten Grundüberlegungen heraus ist dass ausrotten von 3 Milliarden Menschen nämlich ziemlich vernünftig – ein Gedankengang der in 10 von 10 Fällen von „Vernunft-kultlern“ gegangen worden ist. Euthanasie ist ein Aspekt davon.

Templarii

Advertisements

5 Kommentare zu “Ockhams Rasiermesser und der Urknall

  1. Dieses erkenntnistheoretische Prinzip wird nur fälschlich dem W.v.Ockham zugeschrieben. Vielmehr kommt die Formulierung (in ihrer Fassung von 1639: „Entia non sunt multiplicanda sine necessitate“) von Johannes Poncius, ähnlich 1645 von Johannes Clauberg („Entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem“). Angewandt wird sie aber schon seit Aristoteles.

    Zu bemerken ist, daß es sich wirklich nur um ein erkenntnistheoretisches, nicht aber um ein ontologisches Prinzip handelt. Ontologisch (d.h. das Seiende betreffend, unabhängig davon, ob wir es erkennen) wurde es m.W. nie behauptet. Gott habe, so etwa Leibniz, zur Erschaffung der Welt vielmehr das Prinzip der Vielfalt angewandt; nur wir, als Erkennende, sollte uns mit möglichst überschaubaren Theorien begnügen.

    Es ist überhaupt das angelsächsische oder angelsächsisch „verseuchte“ Schrifttum, in welchem man mit dem (falsch angewandten) Rasiermesser-Prinzip konfrontiert wird. In Deutschland, seit der Kulturrevolution nach dem 2.WK, wird alles, was von dort kommt, nur noch kopiert.

    • Die Kulturrevolution war ja schon 1933 oder noch früher bei der Preussischen Machtübernahme in „Deutschland“ eingetreten. Goethe war ein Christenhasser und andere ebenso. Da Ockham sich mit Aristoteles beschäftigte, wie so ziemlich alle damals, kann es sein dass er diesen Spruch doch brachte.

    • Vielleicht hat Ockham die das „Ockhamsche Rasiermesser“ doch verwendet. Immerhin ist es schon aus Aristotelischer Zeit bekannt und er war Philosophisch und Theologisch mit Aristoteles beschäftigt.

      • Ja sicher, alle logischen Denker haben dieses Prinzip verwendet. Im Grunde ist es auch nicht wichtig, mit welchem Namen man das verbindet. Im Grunde ist es trivial, weil selbstverständlich. Und man sollte es auf die empirische Wissenschaft beschränken, wo mit Hypothesen erklärend gearbeitet wird. Zur schöpferischen Gestaltung eignet es sich nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s