Home

Mir war es lange unklar, inwiefern es eine Beziehung zwischen dem Christentum und einer Zivilisation gibt. Es sind Brüche in der Erkenntnis, Lücken und Löcher in der Reihenfolge der Logik.

Zugegeben, ich möchte nicht in einer niedergehenden Kultur leben die sich vor lauter Idiotie selbst erstickt. Das alles ist jetzt schon peinlich genug. Ich fühle mich beschmutzt und belästigt durch diese Situation. Moralisch gesehen ist es eh peinlich und lächerlich weswegen heutzutage Streitdiskussionen begonnen werden, oder was für Propagandaaktionen laufen. Da werden Bäume heilig gesprochen, während Embryos ein Haufen Müll sind. Ein rechthaberischer Kindergarten ohne Zukunft. Doch was hat das mit Gott und dem Christentum zu tun? Extrem viel, weil das irrationale Verhalten der Menschen aus der Perspektive des Christentums logisch ist, und zwar im Sinne der Gottessuche, Gottessehnsucht und in der Anfechtung durch das Böse.

Die Ankunft Christi kam als die Zeit reif war. Das Römische Reich war schon sehr gross sehr mächtig, mit ihm auch die Philosophie und Lebenskultur der Griechen und Römer. Es lohnt sich diese zu erforschen, denn sie erklärt so ziemlich alle weltlichen Ideale und worin die Reife der Zeit bestand. Die tiefsinnige Philosophie der Griechen korrespondierte mit der praktischen Philosophie der Römer – wobei mir langsam nicht mehr klar ist worin der Unterschied zwischen Römern und Griechen war. Mit Marc Aurel, dem „Philosophenkaiser“ des alten Roms, war der Höhepunkt des Altertums erreicht.

Beispiele aus seiner Schrift „Wege zu sich selbst“:

„Es kommt nicht darauf an, über die notwendigen Eigenschaften eines guten Mannes dich zu besprechen – vielmehr ein solcher zu sein.“ (X, 16)

„Du kannst nicht im Schreiben und Lesen unterrichten, wenn du es nicht selber kannst; viel weniger lehren, wie man recht leben soll, wenn du es nicht selber tust.“ (XI, 29)

„An meinem Vater bemerkte ich Sanftmut, verbunden mit einer strengen Unbeugsamkeit in seinen nach reiflicher Erwägung gewonnenen Urteilen. Er verachtete den eitlen Ruhm, den beanspruchte Ehrenbezeigungen verleihen, liebte die Arbeit und die Ausdauer, hörte bereitwilligst gemeinnützige Vorschläge anderer, behandelte stets jeden nach Verdienst, hatte das richtige Gefühl, wo Strenge oder Nachgiebigkeit angebracht ist, verzichtete auf unnatürliche Liebe und lebte nur dem Staatswohl. […] Niemand konnte sagen, er sei ein Sophist, ein Einfältiger, ein Pedant, sondern jeder erkannte in ihm einen reifen und vollkommenen Mann, erhaben über Schmeicheleien, fähig, sowohl seine eigenen Angelegenheiten als die der andern zu besorgen. Dazu ehrte er die wahren Philosophen und zeigte sich nichtsdestoweniger nachsichtig gegen diejenigen, die es nur zum Scheine waren. Im Umgang war er höchst angenehm, er scherzte gern, jedoch ohne Übertreibung.“ (I, 16)

Je mehr man darin liest, desto mehr kann man bekannte Formulierungen und Schemata erkennen – bis Heute sind viele dieser Aussagen in alltäglichen Christlichen Ritualen vorhanden. Damals wie Heute geht es um die Perfektion des Menschen mit dem Unterschied dass wir Heute von Gott wissen und ganz anders mit dem Begriff „Wahrheit“ umgehen können. Wir können Heute viel tiefer in die Wahrheit eindringen und uns von ihr verwandeln und befreien lassen, als die alten Römer.

Wir wissen um unsere Unfähigkeit, um unsere Schandtaten als Menschen. Der Schmerz ist gross. Doch im Gegensatz zur Perspektive der Aufklärung, in denen das Scheitern der Aufklärer eine grosse tödliche Niederlage ist– mit der Folge dass die Kinder der Aufklärer Geschichtsvergessen werden um den Schmerz zu überdecken, können Christen der Wahrheit ins Auge sehen. Sie sind sich bewusst dass der Mensch scheitert, dass der Mensch böses tut und dass der Mensch dennoch liebenswert sein kann.

Das alte, 200 Jahre alte Weltbild der Aufklärung ist nur noch ein Zombie. Ich denke also bin ich? Ein Unsinn ist das. Man kann auch mit vielen Gedanken nicht Sein. Man kann auch mit wenigen Gedanken Sein. Unsere Psychiatrien und psychologischen Dienste sind voll mit Leuten die viel denken. Sie existieren, sind aber nicht frei. Je weniger sie frei sind, desto weniger sind sie Mensch.

Unter der lächerlichen und primitiven Konstruktion der Aufklärung werden wir nur aufgehalten, blutleere Vernunft regiert, einfache Logik die nur um zwei Ecken denken, aber nicht das Ewige und die Sehnsucht danach erfassen kann. Doch wir Menschen wollen ALLES. Wir wollen ewig Leben, wir wollen für immer ins Paradies, wir wollen unsterblich sein! Die Aufklärung endet in einer sauberen Vorstadt mit Meinungsdiktatur und Heuchelei.

Die Frage ist aber was ist Wirklich? Und wie können wir als Menschen in dieser Welt bestehen. Und wie haben es unsere Vorfahren geschafft? Dringender denn je erscheint der unsichtbare Elefant vor unser aller geistigem Auge der die entscheidenden Fragen stellt:

Wie kann man heute ein rechtschaffener Mann sein. Wie wird man ein guter Mann? Wer beurteilt dies? Warum darf man überhaupt da sein und warum handeln die anderen während wir zuschauen? DARF ICH SEIN UND WENN JA, WARUM?

Und was bedeutet diese Freiheit die ich dann habe? Wohin führt mich das? Ist es gut oder schlecht? Woran erkenne ich ob es gut oder schlecht ist?

Wie gelähmt ignoriert man diese Fragen und wendet sich anderem Zu. Saufen. Sex, Weiber. Geld. Macht. Phantasien. Ideologien. Drogen. Streitigkeiten. Rechthabereien. Hobbys. Depressionen. Whatever…

Wir haben aber eine Antwort auf diese Fragen, eine umfassendere, phantastischere, grossartigere, tiefergehendere, lebendigendere, krassere als alle anderen. Es ist das Christentum. Es ist Jesus Christus und dem was er uns sagte.

Warum hat das Christentum Einfluss auf das Mann-sein? Weil es uns unsere menschliche Machtlosigkeit vorführt, der Herr starb am Kreuz! Weil es eine Wahrheit dokumentiert die den Mann auf intellektueller und spiritueller Ebene absolut überwältigt und herausfordert wie nichts anderes. Nur wer durch das härtende Feuer der Wahrheit gestiegen ist, kann überhaupt die Kraftreserven erlangen die zum halten einer Zivilisation notwendig ist. Darunter gibt es nur das haschen nach Wind. Eine reinigende Demut erfüllt unser Herz und bringt uns zurück auf den Boden der Tatsachen. Wir können es uns leisten, Ideologien aber nicht!

Was frühere Kulturen voräfften, Initiationsriten und ähnlichem, dass ist Heute die Beschäftigung und Reinigung durch das Christentum und der heiligen Lehre darin. Ich beschrieb schon die Wahrheit und wie sie unsere Person erleuchtet, wie sie unsere Fehler und Schwächen aufdeckt aber auch die Gnade schenkt diese zu überwinden um zum Ziel zu gelangen.

Marc Aurel schrieb nämlich dass man nicht Lehren kann wie man richtig zu leben hat, wenn man es selber nicht tut. Dementsprechend sind böswillige Geister Heutzutage damit beschäftigt überall mangelhaftes Verhalten darzulegen um sich selber als höchste Instanz der Gesellschaft festzulegen – völlig Selbstlos natürlich. Eine Kakophonie der Idiotien folgt – es werden neue Ungerechtigkeiten erfunden die alle anderen übertreffen sollen. Möglichst solche, die in der Natur des Menschen angesiedelt sind, die man also niemals überwinden kann. Die Hohepriester der „Gerechtigkeit“ haben somit ewig zu tun – mit dem Finger auf andere zeigen. Im Christentum ist aber das Scheitern ein Teil des menschlichen Wesens, wir sind alle Sünder und es gibt nur eine Person die völlig Rein und Perfekt war – Jesus Christus.

Damit ist dieser Machtmechanismus ausser Kraft gesetzt und genau darum wird das Christentum von den Moralaposteln und Pharisäern so bekämpft. Sie würden ihre Macht verlieren wenn die Masse wüsste und Jesus Christus im Herzen tragen würde.

Was Marc Aurel und die Stoiker als erstrebenswert ansahen, als Wege zu sich selbst, war in Christus vollendet. Jesus war der von Sokrates theoretisch angenommene verhasste „vollkommen Gerechte“. Er endete genau so wie Sokrates es beschrieb – ermordet von anderen. Viele Jahrhunderte lang prüften die Christen aufs penibelste ob Jesus Christus wirklich innerhalb der Griechischen Philosophie bestehen würde – so penibel dass eine gigantische Menge an Büchern herausgebracht worden sind, die uns alle erschlägt. Wir haben die Herausforderung vor uns, diesen Berg zu bearbeiten, die Ressourcen dort abzubauen und in Wissen zu verwandeln.

Mir ist nämlich immer stärker bewusst geworden, dass die Gottlosen Machtmechanismen nur bis zu einer gewissen Grösse in der Kultur funktionieren. Je länger sie angewendet werden, gewinnen sie eine brutale Eigendynamik. Auch ein zum „Gesellschafts-Kult“ herab gesunkenes Christentum zerbricht sofort – wie um 1900 geschehen. Die Machtlogik des Islams zum Beispiel begrenzt die Fähigkeiten der Mohammedanischen Kulturen. Nur wenn die Welt öde und leer ist, ist das Paradies überhaupt erstrebenswert…..

Nur wenn es den Massen schlecht geht, sind Kommunisten und Sozialisten eine Option… Nur wenn die Menschen keinen Zugang zum Übernatürlichen haben, sind sie wie wildgewordene Tiere leicht zu steuern..

Templarii

Advertisements

5 Kommentare zu “Kultur und Religion – dürfen wir existieren?

  1. Pingback: Erkennt die Ketten! | Neue Reconquista

  2. Also nachäffen habe ich ja schon gehört, und ist von der Bedeutung her auch logisch. Wenn ich Feiertage von anderen Kulturen übernehme und sie als meine eigenen ausgebe (Sonnenwende). Doch was zum Teufel ist bitte „voräffen“?

    • Voräffen ist wenn man weiss das etwas in Zukunft ungefähr so eintreten wird und man auf der Basis des Wissens was man hat, schon mal anfängt das nachzumachen bevor es eintritt damit dass neue nicht die eigene Macht und Position Untergräbt. Bei DSDS werden Deutsche Stars vorgeäfft. Die künstlichen Künstler sind karikaturen echter Künstler, bevor echte Deutsche Künstler überhaupt in Erscheinung treten. Dieter Bohlen versucht den Markt zu kontrollieren, damit kein anderer kommt und ihm den Rang streitig macht.

      Oder wenn 45 Jährige Frauen sich Pimpen damit sie aussehen wie junge Frauen: Sie „voräffen“ in Zukunft kommende junge Frauen mit strammen Brüsten und glatten Gesicht.

      Und genau dass sagt man über den Teufel, dass er „voräffte“ was er ungefähr wusste – darum auch die vielen Kulte überall auf der Welt. Nur eins wusste er nicht, die Kreuzigung.

  3. Pingback: Stärker als die Schwäche | Neue Reconquista

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s