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Ludwig von Mises bemerkte korrekt:

„Jede konservative Politik ist aber von vornherein dem Mißerfolge
geweiht; ist es doch ihr Wesen, etwas zu halten, was nicht zu halten
ist, sich gegen eine Entwicklung zu stemmen, die man nicht verhindern
kann. Was sie bestenfalls erreichen kann, ist Zeitgewinn; aber es fragt
sich, ob dies ein Erfolg ist, der den Einsatz lohnt. Jedes Reaktionäre
ermangelt der geistigen Selbständigkeit.“

Diese Aussage ist korrekt doch bezieht sich das auf dieselben Konservativen die Nietzsche schon kritisierte. Menschen, welche einem primitiven Kult des Konservatismus anhängen – vergleichbar mit dem Cargo Kult. Man kann das leicht nachvollziehen wenn man sich in einen beliebigen „modernen“ katholischen Gottesdienst begibt und dort genau beobachtet und nachfühlt. Das dort abgehaltene Ritual ist sinnentleert und schlimmstenfalls eine Abfolge von festgelegten Sätzen und Handlungen. DIe „Gläubigen“ glauben nicht an Gott, sondern sie glauben daran dass man in die Kirche gehen muss und eine bestimmte Folge von Ritualen ablaufen lassen sollte.

Der Unterschied ist ein ganz feiner und zu Beginn schwer zu erfassen. Nach der Zeit kann man das aber immer stärker fühlen und nachvollziehen. Das sind falsche Konservative in dem Sinne, dass sie aufgrund einer Stammesdynamik an einem Kult festhalten – wie zum Beispiel auch bei Politischen Diskussionen und der Einflussnahme auf die Gesellschaft.

Im Gegensatz dazu lebt der echte Konservatismus innerhalb der geistigen Dimension und Tradition der lebendigen Religion. Die Katholische Lehre hat die Spezialität dass sie sich organisch und logisch weiterenwickelt ohne sich selbst zu widersprechen. Der Konservatismus bezieht sich nicht auf den Erhalt irgendwelcher Abläufe von Ritualen oder einem Bündel von Werten die im Luftleeren Raum stehen. Der Konservatismus erhält und lebt Werte und geistige Einsichten die in sich selbst schlüssig sind und für eine Gesellschaft nützlich, für den einzelnen extrem fördernd ist.

Die Ablehnung der Homosexuellen Ehe hat nichts damit zu tun dass „man es immer schon so gemacht hat“, sondern mit einem Wissens- und Erfahrensstamm der knapp 3000 Jahre menschliche Entwicklung umfasst. Die Ablehnung beinhaltet eine höhere Dimension des Menschenrechtes, nämlich des Naturrechts und natürlich das Wissen und die Erfahrung vieler unserer Vorfahren um das Wesen des Menschen. Jeder Mensch hat ein Recht auf einen leiblichen Vater und eine leibliche Mutter.

Ähnliches ist bei der Ablehnung der Abtreibung oder der Euthanasie zu verstehen. Gender-Mainstreaming sowieso, die Frühsexualisierung der Kinder auch und natürlich das Wissen und Verständnis über das Haushalten, der Beziehung zwischen Freiheit und Verantwortung und dem Thema des erwachsen werdens.

Dies alles basiert auf der Feststellung dass es die Wahrheit gibt und nicht einen Bündel von Meinungen die völlig willkürlich in der Gegend herumschwirren. Wenn es nur Meinungen gibt, dann ist nur brutale Gewalt die Basis für eine durchsetzung der Meinung. Niemand hat Recht, nichts ist wichtig – also mache ich was ich will und setze mich durch. Genau in diese Dimension stürzen die Konservativen ab, wenn sie die Übernatürlichkeit verlassen und nur „die Verhaltensweisen der Vorfahren nachäffen“.

Ein wirklicher Konservatismus, eine echtes begreifen der Welt als Reaktionärer funktioniert nur dann, wenn man die Welt von der Ewigkeit her denkt. Nur so können wir Menschen den Wahnsinn der Welt ertragen, nur so zerbrechen wir nicht am Schwachsinn, nur so trotzen einsame Personen den Folterqualen des Trübsinns, Unsinns und der Gemeinheit. Festhalten am Alten funktioniert nicht, wenn es sich um einen Fetisch handelt. Die Welt ist kein Antiquitätenladen und auch kein Erinnerungsmuseum.

In meinem ersten Beitrag auf diesem Blog habe ich darüber geschrieben, dass ich unsere Kultur wieder haben möchte. Es stellte sich über die Jahre die Frage WOZU? und was es mir konkret nützt.Inzwischen ist mir das beantwortet.

Unsere Kultur ist die älteste der Welt. Sie ist um die Frage der Wahrheit und nicht über die Frage der Macht herum aufgebaut. Die Macht unserer Kultur leitet sich von der Wahrheitssuche ab, deren Folge alles ist. 2000 Jahre Geschichte sind nur die Fussnote der Wahrheit. Es ist der Umgang mit der Wahrheit, die Konsequenzen der Wahrheit, die Veränderungen unserer Weltsicht weil die Wahrheit immer mehr unserer Welt durchwirkt und wir eine immer höhere Wahrheitsfähigkeit in uns tragen. Europa ist süchtig nach Wahrheit und kann nicht ohne sie funktionieren – genauso wie ein Auto nicht funktioniert wenn es nicht der physikalischen Realität nach gebaut worden ist.

Nur die Wahrheit steht für sich alleine, nur eine Kultur die zur Wahrheit strebt, kann für sich alleine stehen. Alles andere braucht Gewalt, Blut, Zwang, Lüge, Unterdrückung, Fälschung, Hass.

Um erwachsen zu werden muss man sich Gott und der Bibel stellen. Dies ist elementar. Es ist die Pflicht jedes Menschen das Evangelium zu erforschen, hinterfragen, zur Rede zu stellen und überprüfen. Die Bibel ist das ultimative Werkzeug um die eigene Wahrheitsfähigkeit zu trainieren. Es ist das Mittel um als Mensch und Gesellschaft Wettbewerbsfähig gegenüber anderen zu sein und die höchst denkbare Form der Selbsterkenntnis zu erlangen.

Die Wahrheit ermächtigt einen Menschen zu solch einer phantastischen Form der Freiheit, wie es sich weder ein Marx, noch die Jakobiner, noch alle Kiffer und Hippies vorstellen können. Der Geist wird klar und scharf, das Herz wird leicht und tief, das Leid anderer wird echt und die Liebe lebendig.

Nur wenn man versteht, dass unsere gesamte Geschichte ein Ringen mit der Wahrheit ist, und jeder Satz im Geschichtsbuch ein köstlicher Schluck vom Wasser des Lebens ist, ein Beispiel wie unsere Vorfahren mit der Wahrheit gerungen haben, kann wirklich Konservativ sein. Nur dann bemüht er sich um das bewahren und weitergeben der Werte, Traditionen und der Religion weil er fühlt und weiss wie wertvoll und echt das alles ist. Nur dann kann er es mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einem notgeilen Jugendlichen weitergeben der sonst nicht zuhören würde. Nur dann kann den Kindern so etwas wie Heiligkeit und Wert vermittelt werden. Nur dann kann von Würde und Ehre gesprochen werden, nur dann kann von Freiheit gesprochen werden.

Es funktioniert nicht zu sagen, dass die Kultur geliebt werden muss. Sie muss es nicht. Es funktioniert nicht dass man sagt, die Kultur muss aufrecht erhalten werden. Das muss sie nicht. Es funktioniert nicht von Asche und Glut zu sprechen. Dies reicht nicht, es ist nur eine Sympathie, ein „wollen weil es irgendwie cool ist“.

Es funktioniert aber zu leben und zu vermitteln dass der Weltschmerz, der Tod, die Leiden, die Erfolge, die Macht, die Armut, die Grösse, die Demut, der Stolz jedes Menschen ein Teil der Geschichte ist und wie die Menschen es früher gemacht haben. Ich glaube darum ist der Konservatismus so sprachlos, darum auch machtlos. Die Abhängigkeit der eigenen Existenz von der Wahrheit wird nicht erkannt und nicht gelebt. Die Verbindung zu Gott existiert nicht, die Liebe zu ihm – trotz und wegen der Schmerzen dieser Welt – ist verschwunden und wurde von Sozialversicherungsträgern bürokratisiert.

Erst das allererste Gebot. Dann den Rest. Erst Gott, dann alles andere. Das ist wirklich reaktionär, reaktionärer als „zurück zum Ursprung der Zeit“ gibt es nicht. Konservativer als „lasst uns unsere Kultur zur Glorie Gottes, der Ewigkeit und Unendlichkeit die sich in einem Kind mit Windeln zeigte hoch leben“.

Temlarii

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