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Ich liebe Gott mehr als alles andere. Zuallererst kommt Gott. Niemand sonst. Nicht Ich, nicht meine Frau, nicht meine Kinder, nicht meine restliche Familie. Keine Sprache, keine Kultur, keine Idee, keine Musik, keine Tiere – kein gar nichts.

Zu viel habe ich geliebt und beim Bruch der Liebe mit zerbrochen. Mein Herz war eine Wunde, eine leere Hülle, ein Loch. Ruinen waren darin, Kadaver von Illusionen. Nichts hatte bestand und nichts war Echt – alles war Sehnsucht. Keine Freiheit lag darin eine Frau zu lieben, sondern Angst vor dem Verlust. Angst vor der Einsamkeit, Angst dass niemand mein Leben wahrnimmt ausser mir. Allein war ich mit meinen Gedanken – allein mit meiner Wahrheitssuche. Alleine mit dem Gedanken über meinen Tod. Allein in meinen Erinnerungen. Allein in der Wohnung, ohne Möbel, ohne Freunde, ohne Freuden, ohne Lust und ohne Willen.

Mit dem kargen Rest meines Geistes nahm ich einen grossen Verlust wahr. Etwas fehlte, jemand fehlte, ich wusste nur nicht mehr was. Der Hass auf meine Verletzungen verschlang mich, der Hass auf die Tat und ihre Wirkung – ebenso. Sanft wie ein Blatt war die falsche Berührung eines Menschen den man liebte, ohne Wucht, ohne Gewalt, ohne ein Ton, ohne dass jemand drittes es wahrnahm. Und doch zerschmetterte es alles was ich dachte, alles was ich fühlte alles was ich zu verstehen glaubte. Jahrelange Schmerzen, ein Schmoren im Hass, ein Schmoren in der Niederlagen, ein Giften und Schimpfen – ein kotzen und krampfen.

Eine Tote Seele begann das Wort Gottes zu lesen, demütig, zerschlagen, geschunden von Freund und Feind. Gott zuerst. Gott zuerst. Sucht Gott. Dies habe ich grad noch verstanden. Mein Blick war verengt, meine Bosheit gross, mein Herz verhärtet, meine Sinne verstockt. Wie ein Tauber, wie ein Blinder, wie ein Lahmer bewegte ich mich vorwärts – nicht mehr am Teich wartend.

Nur Gott, nur Gott, nur Gott. Gott zuerst. Suche Gott. Suche Gott als allererstes. Mein Gott, mein Gott, mein Gott. Was ist nur aus mir geworden – nackt stehe ich vor Dir Wahrheit und Du blickst in mein Herz. Dein feuriger Blick umfasst mein Wesen, die Flammen züngeln um mich herum, grell erleuchtet ist mein Herz – die Wahrheit tut weh. Ich sehe so vieles falsches.

Gott weint. Er weint mit mir. Er fühlt meine Furcht, meine Scham, meine Demut. Er fühlt wie falsch ich fühle. Er weiss wie die Wahrheit um mich ist. Er weiss wohin ich muss, ich muss raus aus meinem engen Herzen. Er führt – nur Gott. Nur Gott. Gott zuerst, Gott ganz an die höchste Stelle. Er weint mit mir. Seine Hand greift in mein Herz, sein Blut tropft. Gott zuerst, er ist die Liebe – liebe die Liebe.

Ich stelle ihn an die erste Stelle, ich folge. Was geschieht?

Mein Herz wird emporgerissen in die höchsten Himmel, die Sterne zum greifen nah. Mein Gott, mein Gott warum hast Du das getan? Die Liebe, die Schönheit – sie herrscht. Domine. Das was ich sehe, verflüchtigt sich. Mein Denken umfasst nichts mehr. Mein Herz schlägt, mein Herz lacht, mein Herz. Ich küsse die Wunden meines Lebens, ich berühre den Leib des geschundenen. Meine Wunden sind seine Wunden, meine Trauer ist seine Trauer, meine Tränen sind seine Tränen, mein Leben ist sein Leben – Domine Jesu.

„Durch Ihn und mit Ihm und in Ihm sei Dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen.“

Zuerst Gott, höher als alles. Wichtiger als Alles – doch er ist die Liebe. Mein Herz hoch im Sonnenschein der wärmenden Liebe. Wie liebe ich meine Frau denn nun? Wie liebe ich meine Kinder? Wie liebe ich die Familie? Wie liebe ich die Musik? Wie liebe ich mein Land? Wie liebe ich meine Kultur? Wie liebe ich mich selbst? Wie liebt man wohl wenn man die Sonne der Liebe auf sein Herz scheinen lässt? Wie liebt man wohl wenn Gott mit meinen Wunden weint? Wie liebt man wohl wenn die Wahrheit die Lügen vertreibt? Wie liebt man wenn der Hass verschwinden will? Man liebt mehr. Man liebt mit Tränen. Man liebt trotz Angst. Man liebt trotz Wut. Man hasst den Hass. Man sieht durch die Lügen. Man sieht durch die Wut, man sieht durch die Angst. Man sieht durch die Grenzen seiner menschlichen Natur. Der Vater lehrt wie man Vater wird. Mein Gott, mein Gott was bist Du nur. Mein Gott, mein Gott ich danke Dir. Arm stehe ich vor Dir, doch mein Herz ist nicht mehr voll Hass. Du hast hin hinweggenommen, Du hast meine Sünde zerschlagen, ich stehe vor Dir wie ein kleines Kind, nackt, hilflos, geliebt. Ich kann wieder leben, ich kann wieder springen, ich kann wieder Freude leben.

Du krönst mich mit Deiner Liebe, mein Gott, mein Herr, Domine. Du krönst meine Wunden mit erbarmen, Deine Tränen klären meine Dunkelheit, die Furcht verliert die Kraft – ich werde irgendwann sterben doch dann stelle ich mich vor Dir und lasse mich prüfen.

Gott an die Erste Stelle stellen ist ein grosser Sieg. Er leitet zur Freiheit, Ewigkeit, Unendlichkeit, Gerechtigkeit, Liebe, Weisheit. Man liebt seine liebsten anders, stärker, tiefer, echter. Die natürlichen Begrenzungen der Liebe hören auf. Was die anderen denken. Was die anderen meinen. Was die anderen beurteilen. Was die anderen wollen. Sind sie Gott? Sind sie so gross? So weit? So tief? Weinen sie mit mir? Fühlen sie meinen Schmerz? Fühlen sie meine Freude? Fühlen sie meine Fehler? Fühlen sie Nähe?

Dominus Illuminatio mea

Templarii

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Ein Kommentar zu “Zuerst Gott

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