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Der Anspruch Jesu, dass er der Mensch gewordene Sohn ist, ist so ein grosser Anspruch, dass er mich schier Sprachlos lässt. Inzwischen habe ich schon so stark nachgeforscht, so vieles gelesen, mit so vielen gesprochen, so vieles erlebt dass er nur noch grösser wird.

Da stehe ich vor dieser Aussage und wundere mich nur darüber was dies denn heissen soll. Gott. Gott ist doch ewig, gigantisch, gross, unendlich, allmächtig, wunderbar, erschreckend, furchterregend, gewaltig, allwissend. Manchmal stelle ich mir meine kleine Persönlichkeit vor, und mache mir bildliche Vorstellungen was ich im Vergleich zu Gott bin. Ich sehe mich wie ein Kieselstein vor einem Berg. Oder wie ein Sandkorn vor einem Berg – aber ein Sandkorn ist so schwer in den Vergleich zum Berg zu setzen, es entgleitet mir. Es ist wie mit ZweiBilliardenvierhundertmilliardendreihundertmilliardenvierhundertsiebenundsiebzigmillionenfünfhundertsiebentausendundachtundzwanzig Mark. Man kann sich das nicht vorstellen, es ist zu viel. Wie dreihundert Tonnen Schweinesteaks oder siebenhundert Fässer Bier. Es ist zu viel, es ist zu viel. Es ist einfach zu viel. Gott ist gross – ich danke den Moslems dass sie mich erinnert haben – zu gross.

Ich glaube die Moslems sind in genau diesem Dilemma. Er ist gross und unfassbar, nie Mensch geworden der Allah. Darum machen sie alles um ihn zu erreichen. Doch wie will ein Sandkorn ein Gebirge beeindrucken oder auf sich aufmerksam machen. Ein Berg ist viel zu gross um überhaupt zu erkennen dass da etwas so kleines ist. Der braucht ja ein Mikroskop. Wozu sollte er auch so schauen, was ist daran denn interessant? Was ist für Gott am Menschen interessant?

Sein Selbst. Gott liebt. Nur so kann man erklären dass sich so etwas gewaltiges mit so etwas einfachem wie einem Menschen abgibt. Wir kleinen Wesen. Was will ein Hollywood Superstar mit einer Einzelhandelskauffrau im Supermarkt einer Kleinstadt. Wie sollte er nur – ausser er würde sich verlieben.

Nur so ist es logisch erklärbar dass so etwas gewaltiges wie das umfassende Bewusstsein sich mit so etwas wie einem Menschen abgibt. Und es ist auch die einzige Art wie man sich ein WIRKLICH mächtiges Wesen vorstellen könnte. Gott wäre nicht mächtig wenn er auf Blutopfer oder irgendwelche Rituale abgehen würde. Was soll das sein – oder wie Captain Kirk in einem StarTrek Film formulierte: „Wozu braucht Gott ein Raumschiff?“. Gott braucht uns nicht. Er liebt uns. Er will uns nicht aufgrund einer Eitelkeit oder irgendwelcher Machtspielchen. Er will uns weil er uns will.

Er ist allmächtig, er ist gross, er ist gigantisch, er ist unendlich. Wie tief ist die Liebe eines unendlichen, allmächtigen und dadurch absolut freien Wesen? Es ist schwierig darüber nachzudenken weil wir uns das gar nicht vorstellen können. Wir lieben auch, aber wir wissen dass unsere liebsten sterben werden. Oder irgendetwas schlimmes könnte passieren. Unfälle, Mord, Todschlag, Krankheiten, Streit. Doch wie ist es wenn Gott liebt? Er hat nichts zu verlieren, er verliert auch nichts wenn wir sterben. Er ist sogar noch dann da. Ganz anders als wir und doch so nahe. Das ist Wahnsinn. Diese Liebe, sie brennt! Er muss sich nicht fürchten enttäuscht zu werden, er muss nicht strategisch schweigen oder Angst haben etwas falsches zu sagen. Er ist und er geniesst es zu sein. Er erfreut sich an unserer Existenz und sieht zu was wir tun. Er wird aus tiefster Leidenschaft wütend darüber wenn wir uns selbst verletzen, uns selbst demütigen, uns selbst erniedrigen – weil er uns liebt. Weil er weiss was in uns steckt. Weil er sieht wie wir sind und versteht warum wir so handeln und worin der Fehler liegt. Er weiss es.

Das ist so ein gigantischer Anspruch – ich werde mein ganzes Leben brauchen um das ansatzweise zu verstehen. Gott ist wie ein Bergwerk mit unendlichem Gold. Ohne dass ich daran Satt werde. Er ist wie das Schlaraffenland – ohne vollen Magen. Es gibt kein Ende, permanent beschleunigt man mit dem „Fahrzeug  Glauben“ ohne Geschwindigkeitsbegrenzung.

Und dieses riesige etwas, wurde Mensch. Hatte Windeln an. Wurde gedemütigt, wurde verraten, wurde belogen, wurde ermordet von verwirrten. Es ist verrückt. Überhaupt nicht zu verstehen, überhaupt nicht zu erfassen, überhaupt nicht zu begreifen. Ich strecke jeden Tag meine Waffen und bitte um Hilfe – jeden Tag bekomme ich Hilfe und erlebe Dinge die ich noch nie im Leben gedacht hatte. Plötzlich steht man an der Tafel und beschreibt eine grossartige Idee und ein bis vor kurzem verzweifelter Mensch der einem gegenüber steht lächelt und ist neugierig, interessiert, nachdenklich – raus aus der Verzweiflung.

Verrückt , kaum zu glauben. Ich fass es nicht. Gott ist Mensch geworden – wie Wahnsinnig ist dass den..

Templarii

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Ein Kommentar zu “Der Mensch gewordene Gott

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