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In Heutigen Diskussionen über das Christentum wird oftmals eine Wohlstandsfeindliche Position eingenommen. Es gilt als ausgemacht, das Wohlhabende Menschen nicht in den Himmel kommen und die armen Menschen es aber schaffen. Es ist zwar ausgemachter Blödsinn zu glauben dass Geld mächtiger wäre als Gottes Gnade, aber biblisch gesehen wird das mit der Geschichte vom „reichen Jüngling“ dargelegt:

http://bibel-online.net/buch/luther_1912/lukas/18/

Jesus sagt ihm am Ende dass er nur dann das Heil erlangen kann, wenn er sein Reichtum den Armen gibt. Traurig zieht der Jüngling weiter.

Und daraus ziehen Marxisten, Kommunisten, ChristSozialisten und selbst 0815-Christen die Konsequenz dass man auf gar keinen Fall Geld haben darf wenn man Christ ist. Sogar ein Hass auf die Katholische Kirche und auf wohlhabende Prediger der anderen Konfessionen entwickelt sich deswegen. Ich selbst habe schon öfters Diskussionen darüber geführt, ständig kommen alle mit dem Kamel und dem Nadelöhr. Erst als ich angefangen habe mich WIRKLICH mit der Bibel zu beschäftigen kam mehr Klarheit zu Tage. Und zwar im Form von Zachäus dem Zöllner.

Nur wenige Absätze weiter, ein Kapitel weiter nämlich Lukas 19, trifft Jesus auf Zachäus dem Zöllner. Im Gegensatz zum „reichen Jüngling“ hat dieser seinen Reichtum nicht im Einklang mit den Geboten der Vorväter zusammengebracht, er hat also betrogen und gelogen, gerafft. Doch was ist dann los? Jesus geht zu ihm, Zachäus sagt dann dass er die Hälfte seines Vermögens an die Armen abgibt und den Betrogenen das vierfache zurückzahlt. Danach teilt uns Jesus mit dass das Heil in das Haus von Zachäus eingezogen ist.

Man kann aber annehmen dass Zachäus danach weiterhin reich blieb. Er war Zöllner also er hatte das Recht Steuern einzutreiben. Dieses Recht hörte nicht nach dem Besuch Jesu auf. Trotzdem hat er das ewige Leben erhalten, das ewige Heil. Das was der reiche Jüngling wollte. So viel dazu, dass man mit Geld nicht in den Himmel kommt.

Was sind die Unterschiede zwischen dem „reichen Jüngling“ und „Zachäus“. Der reiche Jüngling war ein Pharisäer. Ein „Religiöser“ – er war von sich überzeugt und wusste dass er alle Regeln einhielt die vorgegeben waren. Und er fragte den „guten Meister“ danach „was er sonst noch tun müsste“. Er wusste also nicht was zu tun war, er befolgte nur Vorgaben. Zachäus sagte von sich selber aus was er tun würde, er gab die Hälfte seines Vermögens ab und gleichte seinen Betrug aus. Während der „reiche Jüngling“ nicht an Gott glaubte und ihn nicht fühlte, tat es Zachäus sehr wohl. Er war sich seines Betruges während der Arbeit bewusst und verstand sehr bald worum es geht. Die Beweggründe im Herzen sind es, die entscheiden.

Dazu passt der Abschnitt kurz vor Zachäus und dem reichen Jüngling und zwar Lukas 18,9

„Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: (Matthäus 5.6) (Römer 10.3) 10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. (Jesaja 58.2-3) 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe. (Matthäus 23.23) 13 Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! (Psalm 51.19) 
 14 Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“

Je länger ich mich damit beschäftige, desto verrückter wird es. In Lukas 18,9 steht eins zu eins was nun folgt. Der „reiche Jüngling“ aus Lukas 18,18 ist der Pharisäer welcher betet dass er nicht sei wie die anderen – also die Räuber, Ungerechte usw.. Doch der zweite Mensch ist Zöllner (!) und betet „Gott, sei mir Sünder gnädig!“. Womöglich ist Zachäus genau der Sündige Zöllner der zusammen mit dem Pharisäer im Temple betet. Was mir den Grad der Verrücktheit darlegt ist, dass diese Abschnitte gar nicht beachtet werden. Man zieht sich nur das heraus was man braucht und baut eine Theologie drum herum. Die Deutung des „reichen Jünglings“ ist vergleichsweise Einfach wenn man einfach nur das gesamte Kapitel liest. Offensichtlich ist es für viele Menschen sehr schwer eine Seite in der Bibel von oben bis unten durchzulesen und dann den Sinnzusammehang zu erkennen. Ich nehme mich da nicht aus, selber habe ich manche Teile „blind“ gelesen, es ist wie ein Fluch.

Templarii

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