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Ich stehe vor einem interessanten Problem. Erfolg.

Mir und meiner Familie geht es immer besser, wir haben Kraft und Elan um vieles zu lösen, Psychogische Hindernisse werden rasant angegangen und wir fühlen wie der Heilige Geist wirkt. Bei meiner neuen Stelle die ich zufällig bekommen habe wusste ich nicht mehr dass Freitag ist, mir sind wie in der Urlaubszeit, die Wochentage entfallen. Dies hab ich schon seit Jahren nicht mehr gehabt.

Jetzt stellt sich mir eine ander Frage. Meine grössten persönlichen Probleme haben sich in Luft aufgelöst, ich fühle mich freier und gesünder. Die Selbstwahrnehmung verschärft sich und mein Ärger und Hass auf die Welt, meine Schwächen, die Schwächen der Welt und all das Weltschmerz-zeugs ist grösstenteils vergangenheit. Ich erkenne sogar sehr gut wo in meinen Verhalten dieser Weltschmerz eingegangen ist. Selbst mein Sarkasmus, Zynismus und trockener Humor vergeht. Dies zu Beobachten ist phantastisch und erleichternd.

Doch wende ich mich zu Gott nur deswegen zu weil er mir gut tut? Bin ich ein „Gott-Konsument“? Ein Heiliger-Geist-Junkie? Ich bin näher gekommen an das Mysterium und bin auch dabei zu erfassen dass ein Geheimnis nie gelüftet werden kann. Die Akzeptanz dem gegenüber ist gewachsen obwohl ich immer so ein „ich-will-alles-wissen“ Mensch war und wieder werde.

Aber es gefällt mir nicht zu sehen wie ich all diese spirituellen Schätze „nur“ für mein Heil verwende, also nur damit ich besser werde, damit ich umgänglicher werde und so weiter. Bernhard von Clairvaux hat dies zwar in seinem Buch beschrieben – man fängt erstmal an um überhaupt klar zu kommen – aber es ist ernüchternd zu erkennen wie egoistisch und kurzsichtig ich gehandelt habe. Man ist schon irgendwie ein Würmchen. 😉

Ich bin ja nicht mal in der Lage jemanden anderen zu helfen, dafür reicht meine Kraft gar nicht. Ärger kommt immer noch hoch, vor allem bei religiösen Themen. Darum meide ich solche Gespräche inzwischen. Es ist nur unangenehm.

Mir ist klar dass das Christentum die spirituelle Fortsetzung der Römischen Tugenden und der Griechischen Philosophie ist, eine wunderbare Weiterentwicklung der suchenden Menschen von damals. Darum liegt Marc Aurel bei mir herum und er beschreibt wirklich gute Menschen und Ideale. Doch wie viel von meiner Sehnsucht nach innerer „Perfektion“ ist nur Eitelkeit? Wie viel basiert wirklich darauf um Gott zu „verherrlichen“?

Es fängt schon damit an dass ich nicht genau weiss was man unter „verherrlichen“ zu verstehen hat. Ich komme mir vor wie ein Mensch mit zwei Werkzeugen der aber nicht weiss wie man sie zusammen verwendet. Ich schaue beide fragend an.

Mir geht es besser, ich fühle mich freier, ich bin befreit. Gott ist mir wichtig und ich lerne wie man ihm folgt. Aber ich will es nicht mehr tun weil er sich „gut anfühlt“. Das ist irgendwie verlogen. Das ist wie „Freundschaft nur in den guten Zeiten“.

Seltsam, aber so etwas geistert durch meinen Kopf.
Templarii

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3 Kommentare zu “Wenn man Gott nur liebt weil er einem gut tut

  1. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich fühle mich Gott immer dann sehr nahe, wenn es mir besonders gut geht.
    In schlechten Zeit entferne ich mich wieder. Das darf doch so nicht sein 😦

  2. Man darf nie mit sich zufrieden sein. Und je mehr Grund man hat, zu meinen, gefestigt zu sein, desto größer werden die Prüfungen.

    Derselbe Autor C.S.Lewis, der das Buch „Pardon, ich bin Christ“ und eine Reihe weiterer exzellenter apologetischer Bücher geschrieben hat (von seinen großartigen christlich orientierten Fantasy-Romanen und weltweit verbreiteten Kinderbüchern ganz zu schweigen), durchlebte nach dem Ableben seiner geliebten Frau, nur wenige Jahre vor seinem eigenen Tod, eine schwere Krise. Davon legt Zeugnis ab das kleine Buch „Über die Trauer“. Beim Lesen habe ich diese Erschütterung ansatzweise miterlebt und mich gefragt: Wie kann ein so gefestigter Mensch, zudem in reifem Alter, dennoch in den Zustand geraten, wo er zwar nicht an der Existenz, wohl aber an der Güte Gottes zeitweise zweifelt?

    Nun, er hat diese Krise gemeistert. Aber man kann daraus ersehen, daß man in dem Bemühen um Annäherung zu Gott an kein Ende kommt.

    • Dafür ist ja auch das Buch Hiob da. Und den Schmerz des Verlustes einer geliebten Frau kann man wohl kaum einfach so wegwischen. Wir sind nun einmal Menschen. Und es gibt wirklich kein Ende bei der Annäherung an Gott. Und das finde ich phantastisch habe ich mich doch vorher gelangweilt über all die „Wissensbereiche“ in die man sich einarbeiten könnte.. Ich wollte immer mehr.

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