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Auszug aus dem Buch „Daemonologie“, Seiten 312 bis 315

Die hl. Kirche begleitet den Menschen mit ihrer Liturgie von der Geburt bist zum Tode und unterstützt ihn stets wirksam im Kampfe gegen die Daemonen.

Unter den christlichen Sakramenten ist das weitaus wichtigste und entscheidende zur Ausschaltung der Gewalt der Daemonen die hl. Taufe. In dem heute geltenden, reichhaltigen Taufritus (Templarii: Inzwischen nicht mehr..) für Erwachsene, dem der Ritus der Kindertaufe, textlich später und verkürzt, nachgebildet worden ist, finden sich vor der eigentlichen Taufe nicht weniger als 10 Exorzismen, Beschwörungen des „unreinen Geistes“, oder allgemein Satans oder des Teufels als Hauptes und Vertreters der für die einzelnen Täuflinge in Frage kommenden Daemonen. Die meisten sind eigentliche und als solche bezeichnete „Exorzismen“, in Befehlsform zur Vertreibung von Daemonen, wobei auch ein herrenwort aus dem Exorzismus Christi in Gerasa verwendet wird. Ferner kommt vor der Abschwörung an den Satan, die wiederholt wird, und die exorzistische Weihe des Salzes, der die ähnlichen, aber ausserhalb des Taufritus vorgenommenen Weihen des Tauföles und des Taufwassers zugerechnet werden können. Diese zahlreiche Verwendung von Exorzismen, die sonst auch für leiblich Besessene gebraucht werden, hat Dölger, der Verfasser so inhaltsreicher Schriften über die Taufe, damit zu begründen gesucht, dass die ungetauften, noch unter der Gewalt der Daemonen stehenden Erbsünder wie „ethisch Besessene“ angesehen werden, gegen die daher die schärfsten exorzistischen Heilmittel angewendet werden sollen. Eigentlich Besessene kann man die Erbsünder an sich natürlich nicht nennen, sonst kommt man zu der lutherischen „Verteufelung“ der gefallenen Menschheit. Aber als „ethisch Besessene“ mag man sie immerhin ansehen, weil bei vielen infolge ausdrücklichen oder schweigenden Teufelspaktes die Gewalt der Daemonen so stark ist, dass die Handlungsfreiheit bereits eingeschränkt erscheint und eine „Willenshörigkeit“ eintritt, die die Vorstufe für die Umsessenheit oder gar die volle Besessenheit darstellt. Den Zusammenhang zwischen Taufexorzismen und Gewalt der Daemonen hat schon der hl. Coelestinus I. 431  betont; ja die Tatsache der christlichen Taufe wird seit dem hl. Papst Zosimus und dem Konzil von Karthago (XVI) 418 geradezu als Beweis für die Erbsünde und die „Gewalt des Teufels“ angeführt. Sämtliche Taufexorzismen finden sich schon zum ersten Male (das Herrenwort ausgenommen) im „Gelasianum“ aus dem 5.- 6. Jahrhundert).

Der leider unter den Christen wenig bekannte Verlauf der sinnreichen Taufe der Erwachsenen ist folgender: nach den Eingangsgebeten nd der Frage nach Begehr wird schon vor der Kirchentüre den Täuflingen (Katechumenen) die erste Widersage an die Daemonen abverlangt mit den Fragen: “ Widersagst du dem Satan … und allen seinen Werken … und all seiner Pracht?“ (no 6). Unter letzterer (pompa) verstand man anch Hugo Rahner im Urchristentum den „Triumphzug“, den „Heerbann“ Satans im „sakral-militärischen“ Sinne, erst später die äussere Pracht, Theater, Schauspiel, etc. Dass den heidnischen Germanen bei der bekehrung eine deutsche Form der WIdersage erlaubt war, haben wir schon erwähnt (VI. 3, Anm.428). Die Bedeutung der Widersage entsprechend ist sie auch von Pius XII. 1951 in den Enwurf des neuen Ritus der Ostervigil in der hl. Ostenacht aufgenommen worden, was in der bisherigen Karsamstag-Liturgie nicht der Fall war. – Es folgt nun ein Glaubensbekenntn iss und dann ein exorzistisches Wegblasen des Daemons (exsufflatio) durch dreimaliges Blasen „in das Gesicht“ des Täuflings, mit den Worten: „Gehe fort von ihm, unreiner Geist, und gib Raum dem Hl. Geist“. (no 8). DIe ersten 6 exorzistischen dieser Worte sind die Worte Christi bei der Austreibun der Daemonen aus dem Besessenen von Gerasa (Mc. 5,8) – Nach einer Bekreuzigung verlangt der Preister von Heidne und Götzendienern: „Verachte die Götzen, speie ihre Bilder an“; ähnlich von Mohammedanern, weil man in beiden die Daemonen am Werk sieht (no 10). – Nach abermaligen Bekreuzigungen folgt ein exorzistisches Bittgebet an Gott den Herren, „alle Fallstricke Satans“ zu zerreissen (no 12.) – „Dann segnet der Preister das Salz“, in dem er es exorzisiert, um die „Kreatur des Salzes“ dem Einfluss der Daemonen zu entziehen un dsie so zu einem „heilsamen Sakramentale zur Verjagung des Feindes“ zu machen (no 13). – Bei Heiden folgt noch einmal ein Gebet um Befreiung „vom Irrtum des Heidentums“ und dann die Eingabe des Salzes „in den Mund des Täuflings“ (no 15). Sie kommt schon im 3. Jahrh. vor, aber nur in der römischen Liturgie, in äusseren Anschluss an eine römisch-heidnische“ Sitte (Dölger). Auch der hl. Augustinus empfing lange vor der Taufe als Katechumene „bereits vom Schosse meiner Mutter“ an das sakramentale Salz, wie er in seinem Bekenntnissen erzählt. – Unmittelbar an die Salzdarreichung schliesst sich ein dreimaliger, reichahltiger Ritus von Gebeten, Bekreuzigungen durch Paten und Priester und zum Schluss jedesmal von ausgedrücklichen „Exorzismen“ an. Der erste (no 17), der im Anschluss an den dritten noch einmal wiederholt wird, hat drohenden Charakter, da er den „verfluchten Teufel“ an seine Verdammung erinnert; der zweite (no 19) und dritte (no 21) gebieten im befehlenden Tone, dass Satan die Gemeinschaft mit den Täufling löse und dass der „unreine Geist“ von ihm ablasse. Dieser dreifache Ritus wird für mänliche und weibliche Täuflinge getrennt vollzogen, mit Bekreuzigungen jedes einzelnen.  Nunmehr erfolgt die Einführung in die Kirche. Nach Glaubensbekenntnis und Vaterunser der Täuflinge nimmt der Preister vor dem Eingang zur Taufkapelle noch einmal einen grossen Exorzismus vor (no 33), in welchen Satan wiederrum heftig bedroht wird, und zwar „als Verdammter und zu Verdammender“, was wir schon oben (VI. 2, Anm. 383) erläutert haben. – Darauf wird das exorzistische „Epheta “ vollzogen, das Bestreichen der Ohrläppchen und der Nase mit Speiche. unter dem drohenden Befehl: „Du aber fliehe, Teufel; denn es naht das Gericht Gottes““ (no 34). – Jetzt folgt die 2. Widersage an Satan, die der ersten ganz gleich ist (no 35) und anschliessen die exorzistische Ölsalbung (no 36). Das dabei verwendete „Katechumenen-Öl“ wird nur einmal jedes Jahr am Gründonnerstag vom Bischof geweiht und mit einer alten Formel aus dem Gelasianum von der „Bosheit des Teufels“ exorzisiert. Nach der Ölsalbung spricht der Priester den letzten Taufexorzismus unter Verwendung des Herrenwortes von Gerasa: „Gehe fort … fliehe … weiche, unreiner Geist und gib Raum dem Hl. Geist“ (no 37). Die exorzistische Ölsalbung war nach Dölger schon „in der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts vorhanden“. Der Exorzismus nach der Salbung ist nicht in die Kindertaufe übergegangen, weil er nur für die Erwachsenen als eine besondere „Stärkung zum Kampfe gegen den bösen Feind“ zu verstehen sind. – Jetzt endlich nach so zahlreichen und wirksamen Exorzismen, die wohl früher während des länger dauernden Katechumenats zeitlich getrennt vorgenommen wurden, wird die eigentliche Taufe vollzogen, durch die der Täufling aus der Gewalt der Daemonen gebreit und als Kind Gottes aufgenommen wird. Das Taufwasser wird an den Vortagen (Vigilien) von Ostern und Pfingsten (jetzt also in der hl. Osternacht selbst) geweiht, nachdem es zweimal eigens exorzisiert wurde von der „ganzen Bosheit teuflichen Truges“; auch wird zum Schluss von dem Katechumenenöl und dem gleichzeitig mit ihm am Gründonnerstag geweihten und exorzisierten Chrisam (Firmungs-Öl) in „Kreuzesform“ in das Taufwasser gegossen. Ausser dieser langen Formel git es noch eine abgekürzte Taufwasserweihe „ausserhalb der Oster- und Pfingst-Vigilien“, gleichfalls mit Exorzismus und Beigabe der Öle. Beide Formeln oder wenigstens ihre daemonologischen Stellen kommen schon im Gelasianum (I. 44 u. 75) vor. Doch geht wahrscheinlich „ihr Ursprung weit hinauf bis in die frühen Zeiten der römischen Kirche“ (Franz).

Soviel zur damaligen Taufe. Wie ist es heute? Bisserl reden und klatschen. „Willkommen im Klub“ und ähnliches.

Templarii

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