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In rasanter Geschwindigkeit klärt Gott meinen Geist. Er ist durch seine Liebe und sein Versprechen an meinen freien Willen gebunden und will das ich Wahrheit erkenne und nicht mit einem Fingerschnippen *pöff* mache. Man muss schon eine Treppenstufe nach der anderen nehmen, sonst reisst man sich einen Muskel oder Stolpert oder fällt wieder herunter. Die Wahrheitssuche muss schon wahr sein.

Der Nebel um meinen Geist herum klärt sich langsam. Ich fühle mich wie einer der ausnüchtert. Meine Aufmerksamkeit ist vielfältig, aber auch das Bemühen um einfältiges Sinnieren erstarkt in mir. Es wird wirklich immer köstlicher und angenehmer. Leider fällt es mir schwer zu beschreiben was ich wahrnehme, es ist so als würde man Strichmännchen die 3D Welt erklären müssen. Ich selbst bin ein Strichmännchen. Oder das berühmte Platonische Gleichnis von den Höhlenbewohnern die nur den Schatten an der Wand als die Wirklichkeit wahrnehmen, nicht das Licht hinter ihnen.

Da hilft das Gebet. Es hilft weil man dadurch mit Gott redet. Und er hört zu. Gerne sogar. Manchmal sind Gebete trocken und stumpf. Man fühlt und merkt nichts. Dies wurde so erklärt, dass gewisse Dinge in einem austrocknen müssen damit die verdorrte Oberfläche Risse bekommt und die darunter liegenden Samen wachsen können.  Viele kennen ja das schöne Bild einer Pflanze die sich durch den Riss im Asphalt bohrt.

Das Gebet ist manchmal ein Wunsch und oder eine Bitte die man hat und äussert, aber aufgrund der Hinwendung zu Gott dieses Gebet nicht durch die Grenzen des eigenen Egos begrenzt ist. Man übergibt dem Meister ein Werkstück dass er es doch vollenden möge. Man bittet Gott darum dass er den Samen in einem aktiviert und ihm die Kraft sowie die Möglichkeit gibt zu wachsen. Das Unkraut soll verfallen und als Nahrung für die göttlichen Samen dienen.

Aufgrund dieses Sachverhaltes ist es auch Unsinn zu meinen das Ego sei eine Grenze oder ein Hindernis zur Ewigkeit. Das ist nicht der Fall. Das Ego ist ebenso von Gott geschaffen wie alles andere. Wenn man sich mit Gott einlässt hat man ja sein Ego bereits geweitet und durchlässig gemacht damit es sich mit der Ewigkeit und Unendlichkeit verbinden kann. Buddhistisches Nirvanagesüchte ist nicht nötig. Etwas anderes sind Mönche und Nonnen die sich als Menschen völlig dem Willen Gottes in allen Bereichen hingeben wollen. Da wird der Wille mit dem Willen Gottes im Einklang gebracht und nicht verworfen. Die Individualität des Menschen nach aussen wird begrenzt – im Inneren ist es aber eine Individuelle Verbindung zwischen Gott und Geschöpf.

Beten ist wie Essen. Brot und Wasser reichen nicht weil wir uns immer nach mehr sehnen. Wir sind Wesen die keine Begrenzung akzeptieren – wir können auch nicht anders es ist in unserer DNS genauso wie das Essen wollen. Jesus wird darum das Brot der Welt genannt – er ist unsere geistige Speise die unserem geistigen Wesen entspricht so wie natürliche Nahrung unserer biologischen Natur entspricht.

Gebete können wie Kompositionen sein. Sie versuchen die Wahrheit widerzuspiegeln, das erkannte Geistige mit Wort und Hingabe zu äussern – eine Treppenstufe in den Himmel sein, ein Geländer für andere Suchende, ein Kochrezept. Es ist die äusserste Aufgabe des Menschen die Wahrheit in sich zu erkennen, die Reflektion davon anzusehen und zu formulieren. Die Psalmen sind mit die besten Gebete – sie zu studieren und kosten verleiht ab einer bestimmten Wahrnehmungsstufe Flügel.

Templarii

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Ein Kommentar zu “Innenansichten des Gebetes

  1. Da hat es dem Höchsten gefallen, unterschiedliche von Hohen und Niederen durch mein armes Exempel kräftiglich zu sich zu ziehen, daß man eine wahre Veränderung gespüret, da es doch anfangs ganz das Gegenteil schiene, und also zu sagen, die letzte Tücke des Satans war, die er mir damals bewiese, daß er mich anfangs durch gutmeinende Menschen bald hätte irregemacht, welche meineten, daß ich mich durch solche Absonderung von der Gleichstellung der Welt, als Kleiderpracht, Entblößung der Glieder, allerlei weltliche Lust, aller Gelegenheit beraubet, den Nächsten zu erbauen. Und als sich’s nun so anließ, als trügen die Scheu mit mir umzugehen, die zuvor so manchen schönen geistlichen Diskurs mit mir geführet, [223] da hätte bald solche Tücke etwas an mir vergangen, und gedachte, du hättest ja alles nach dem Herzen können ablegen, wenn du schon dies und das Äußerliche an dir behalten, so wärest du ihnen doch nützlich gewesen. Aber der Geist der Wahrheit richtete mich gleich wieder auf und legete mir andere Gedanken für, da ich so dachte: Was hast du aber in deiner vorigen Zeit mit all den schönen Worten anders ausgerichtet, als daß sie von der Gottseligkeit Worte gelernet und nicht getan und also doppelte Streiche verdienet? Und wo bleibet die Verfolgung, die der Heilige Geist bezeuget hat über die Nachfolger Christi, wenn man die Gleichstellung der Welt äußerlich an sich behält? Oder wo ist die Bekenntnis Christi zu seiner Nachfolge bei solcher Vorstellung? Sollte denn in dem Gehorsam des Glaubens, da man in der Selbstverleugnung stehet, nicht mehr Segen sein als bei den bloßen Worten ohne Kraft? Ist doch der Jünger nicht größer denn sein Meister, wie wollte man denn bei einem kraftlosen Glauben andere zur Nachfolge bringen? Mit dergleichen Gedanken habe ich alles überwunden und durch Gottes Gnade erfahren, daß in einem Wort, wo die Tätigkeit dabei ist, mehr Segen und Gnade ist, als in tausend Worten ohne Tat.

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