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In vorherigen Beiträgen habe ich ein wenig über Gebete geschrieben. Die Psalmen wurden erwähnt, wunderbare Kunstwerke der Wahrheitshingabe.

Warum ist das mit der Wahrheit so elementar? Es ist der Stoff aus dem wir bestehen. Was ist in uns wahr, welche Gefühle und Sehnsüchte tragen wir in uns, wohin führt uns der Weg unserer inneren Wahrheit?

Man wird sich dessen nicht klar wenn man sich nicht an die Wahrheit selbst wendet. Oder ein anderes Bild: Man kann mit einem Musikinstrument herumklimpern, aber erst wenn man einen echten Meister beim Spielen hört weiss man wo man steht. Erst wenn andere hören wie man selbst herumklimpert, kommt die Wahrheit ans Licht – wie gut man ist und wie gut das Instrument ist.

Das sind Gebete. Man spielt auf der Wahrheit. Man spricht die Wahrheit wenn man sich an Gott wendet und mitteilt dass man sich an ihn wendet. Wenn man es nicht wirklich tut, also nur so tut als ob, weiss man das ja. Und Gott auch. Es ist eine schwierige Aufgabe sich dessen bewusst zu werden – man kann nicht wie ein kleines Kind herumbeten ohne zu verstehen was man tut. Kinder können es, weil sie Kinder sind. Sie sind unschuldig, verstehen nicht und können auch noch nicht verstehen. Das kommt erst später.

Als erwachsener Mensch ist alles anders. Da steht man vor dem riesigen Ding namens Wahrheit. Wenn man sich traut hinzuschauen merkt man wie grossartig und phantastisch die Wahrheit ist. Und wie erbärmlich man selbst ist. Worin bestehen viele Gebete? Geld, ne tolle Beziehung, das man selbst cooler wird, mehr Kraft – wenn man ehrlicher ist geht es um Angst, Tod, Verlust oder anderes negatives was man gerade erlebt. Die Wahrheit zeigt sich oftmals wenn es einem schlecht geht – wenn der Vater tot ist, merkt man dass man noch etwas mit hätte besprechen sollen. Wenn die Beziehung gescheitert ist, merkt man dass man in Wirklichkeit nur zu faul war.

Doch es gibt noch weitere Schritte, ohne dass ich noch anmerken möchte dass Menschen in Not und Furcht in keinerlei Beurteilung meinerseits stehen – ob unschuldig oder mitschuldig, die Not ist nichts tolles und verurteilenswertes (Nach dem Motto: „Jaja, jetzt wo es dir schlecht geht dann kommste beten…“).

Nein, die nächsten Schritte sind Einsichten in die eigenen Blindheit. Das Gebet dass Gott doch bitte die Blindheit wegnehmen solle. „Oh Herr ich bin so blind, ich verstehe nicht was ich nicht verstehe!“ Dies steigert die Wahrheitsfähigkeit – allein schon deswegen weil man begreift das man nicht begreift und begreift das man nicht mehr „nicht begreifen“ möchte. Begriffen? Es ist ähnlich wie das Gebet darum, dass Gott auch die Sünden vergeben solle, dessen man sich nicht bewusst ist. Es umschliesst einen weiteren Horizont der Selbstwahrnehmung und befreit von einer Last die ich nicht wirklich gut beschreiben kann. Ich glaube es hat damit zu tun dass man es unbewusst doch merkt aber es nicht formulieren kann.

Dann gibt es aber noch etwas – und dies ist gruselig. Es ist das ausloten der eigenen Bosheit oder der Wut. In den Psalmen bittet David um Vernichtung seiner Gegner. Mir ist der Kontext nicht bekannt, ob er Unschuldig war oder ob die Gegner Unschuldig waren. Waren es böse Menschen oder war David der Aggressor. Dies ist mir unklar, meine historischen Untersuchungen sind erst am Anfang. Bis vor kurzem wusste ich ja nicht dass mich das alles interessierte. Aber manchmal ist man einfach wütend. Man schimpft und zetert im Inneren. Manchmal kotzt einen alles an, man möchte am liebsten alle rauswerfen aus ihren Positionen, alle ins Gefängnis oder alle Pädophilen Kindervergewaltigerinnen und Kindervergewaltiger kastrieren und für immer nach Sibirien bannen.. Solche Anfälle halt. Und dann gibt es zwei Bereiche die man gehen kann – erstens man betet zu Gott genau das was in einem Wütet. „Mach die fertig! Mach sie weg, ich hasse sie!“ Man kotzt sich regelrecht aus. Gott ist allmächtig, er kann das ab. Es tut auch sehr gut – denn es kommt der zweite Bereich. Man lernt dass dort etwas, also Gott, zuhört. Er ist erfreut dass wir ehrlich sind – er hasst die Sünde und nicht den Sünder. Der zweite Bereich ist ein Nachtrag zum ersten Gebet. Gott solle sie bestrafen, umbringen zerstören weil wir sie hassen und sie böse sind – „oder das tun was er für richtig hält, weil ich Dir vertraue“. Dies war für mich sehr schwer über die Lippen zu bringen, eröffnete mir aber einen stärkeren Einblick in mein Wesen als vorher.

Die Wut auf das Böse basiert auf der Angst vor dem Vertrauensverlust. Man glaubt an eine bestimmte Verhaltensweise, man glaubt das Gut und Böse auf eine bestimmte Art funktionieren – und hat Angst das Böse Menschen das Gute aufheben. Und zwar in dem sie zum Beispiel unschuldige Kinder quälen.  Ein ganzes Universum von Einsichten eröffnet sich dadurch. Man begreift seinen Hass und seine Wut besser als vorher und kann mit ihr besser umgehen. Sie ergreift nicht mehr Besitz von einem, sondern man selbst wird Herrscher. Hass wird sowieso verdorren, das Licht der Wahrheit offenbart die lächerliche verkrampfte Kränklichkeit des Hasses. Man wird ein Stück mehr Souverän über sein Wesen.

Und das funktioniert alles nur weil man sich mutig vor Gott stellt und sagt was Sache ist. Auch das schlechte. Und wenn man begreift wie schlecht das Schlechte ist (Vor allem wenn man sich durch ein Gebet an diesen Bereich nähern konnte und den Unterschied fühlte..), kann man es mit ehrlichem Herzen beichten – man fühlt und versteht warum es schlecht ist und überhaupt dass es schlecht ist. DANN vergibt Gott und befreit von den Sünden weil man es ja möchte und es der Wahrheit entspricht dass man sich nicht darüber freut dass man gehasst hat. Und nicht Red Bull, sondern Jesus Christus verleiht Flügel.

So ich hoffe dass es ein bischen Verständlich rübergebracht worden ist.

Templarii

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