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Es wissen nicht viele davon, aber ich war mal ein Neo-paganist, ein Neuheide, ein Spiritist, ein sogenannter Magier und was weiss ich noch alles. Hunderte von Worte schwirrten mir im Kopf herum. Mir ist Blavatski ebenso ein Begriff wie la Vey, Crowley, Tibetanismus, Shintoismus, mehrere Neuheidnische Gruppierungen und vielerlei spiritistische und spirituelle Wege. Ich habe mit Geistern gesprochen, Götzen beschworen bei Ritualen mitgemacht, Seuxalmagie betrieben und Heilungen vollzogen. Ich suchte die Ewigkeit und Unendlichkeit, wollte von allem alles – und endete im Nichts.

Der Reiz des spirituellen lag im Kribbeln, in der Ahnung von Magie, Unendlichkeit, Ewigkeit. Ursprünglich auch im Kampf gegen das Böse – wobei ich ein sehr eingeschränktes Konzept von Böse hatte. Ich hatte ein Grundverständnis von all diesen Dingen, von den Göttlichen Gesetzen, von „wie oben so auch unten“, Hermetik, Ritualgesetze, Freimaurerei und so weiter. Sowohl die Kaballah als auch der Ying-Yang Aberglauben lagen mir. Ich sog alles auf und verwendete es. Natürlich gab es Grenzen, Mord, Quälerei, Dämonenbeschwörung (von denen die ich identifizieren konnte dass sie welche waren..) waren ein No Go. Ein „Guter“ Magier der nur „weisse Magie“ betrieb.

Ich habe ungefähr 10 bis 15 Jahre meines jungen Lebens mit Magie verbracht, vergleichsweise viel für einen Mann von 31 Jahren.

In all den Jahren habe ich selbstverständlich beobachtet und gelernt so erkannte ich dass es oft die Kleinigkeiten sind, die am meisten Macht haben. Im Spannungsverhältnis zwischen zwei Entitäten offenbart sich die wirklich mächtigste Macht. Tatsächlich hat es Ähnlichkeit mit dem wie Strom funktioniert. Man hat dort zwei Massen und der Spannungsunterschied ermöglicht erst das fliessen des Stroms. Darum neigen auch Machtgierige „magisch orientierte“ Menschen früher oder Später zu Grausamkeiten. Je stärker der Schmerz, desto stärker die Entspannung danach. Je wertvoller das Opfer (und letztlich ist dann ein Menschenopfer das wertvollste), desto krasser die Psychologische Auswirkung auf die Gesellschaft. Die Inkas sind ja untergegangen nachdem sie tausende Menschen pro Tag ihren Göttern opferten – die wenigen Spanier besiegten sie alle. Gott hat sie widerlegt.

Gott hat mich widerlegt.  Er tat es auf vielerlei Arten, eine der wichtigsten war aber die Effektivität des Gebetes im Vergleich zu einem magischen Ritual. Tatsächlich basiert die magische Wirkungsfähigkeit auf der Person des Magiers.  Er muss denken können, er muss scharfsinnig sein können, er muss wissen was er macht und warum er es macht. Wenn er wirklich Wirkungsfähig sein will, muss er sich voll und ganz in eine Entität namens Wahrheit aufgehen lassen. Er muss sagen und wissen dass er die Wahrheit sucht – nichts als die Wahrheit und dass diese Wahrheit die Heimat des Herzens ist. Die Sache hat ein Problem – Jesus Christus ist die Wahrheit. Ich habe das gewusst, ich habe es gefühlt, ich habe es als Kind in mir aufgesogen und immer verstanden – doch ich schob es später weg.

Dies hat mich zerbrochen und mir die Fähigkeit zur Wahrheit genommen.

Weil ich mir die Fähigkeit zur Wahrheit durch meine Ignoranz gegenüber der Wahrheit genommen habe, verlor ich die Fähigkeit das andere zu tun, was sich mir eröffnete. Man kann nicht richtig denken wenn man die Wahrheit ignoriert. Man kann nicht richtig Zielbewusst sein wenn man die Wahrheit ignoriert. Man kann nicht wirklich wirklich sein, man kann nicht als Mensch in der Wirklichkeit existieren wenn man die Wahrheit ignoriert. Darum sind auch so viele Menschen inzwischen im „Nihilismus“ gefangen. Sie wollen die Wahrheit nicht sehen, belügen sich absichtlich selber, wissen es aber irgendwie und verstehen sich dann selber nicht. Die Frage nach „existiere ich oder bilde ich mich nur selbst ein“ oder „existiert die Welt oder ist sie eine Illusion“ taucht auf und beherrscht den Geist. Der Kommunismus speist sich aus diesem Nichts.

Als unbedarfter Trottel nimmt man dass, was die stärkste Wirkung hat. Als junger Bursche hat die Erotik und Sex die stärkste Wirkung auf einen. Darum nimmt man automatisch an, dass Sex die mächtigste und wirkungsvollste Sache in der Welt ist. Ein grosser Teil unserer Übersexualisierung basiert auf dieser Überlegung (wenn man das so nennen kann..). Es ist tatsächlich eine Überlegung auf dem Niveau von Primaten. Mehr ist nicht dahinter. Oh es fühlt sich gut an, dann ist es gut. Die Sexualmagie hat mich ausgelaugt und mir viel genommen. Tatsächlich raubt es nur Kraft UND baut den Geist so um, dass man nur noch in „Sexualmagie“ denken und reden kann – es ist ja das mächtigste und dass ist dann richtig. Die Rituale waren trivial, man hat halt Sex gehabt oder Onanie betrieben mit „tollen mächtigen Gedanken“, aber mehr auch nicht. Krass sind aber die Auswirkungen auf den Menschen. Es schleichen sich Gedankengewohnheiten ein. Es schleicht sich eine Sehnsucht nach mehr Entspannung ein – nichts absorbiert den Menschen mehr als Sexualität und eine bodenlose Primitivtät schleicht sich ein. Alles wird sexualisiert, jedes Wort kann zweideutig sein.

Die Ursprünglich ersehnte hohe Vereinigung zwischen Mann und Frau fand nie statt. Ritterlichkeit, Kühnheit und Ehre hatten keine Basis, all die Sehnsüchte in Filmen, Büchern, Musikstücken, Gesprächen – nichts kann erfüllt werden weil die Höhe, die Ehre, die Wirklichkeit von Oben und Unten verworfen worden ist. Ohne Gott gibt es keine Ehre, er ist die Wahrheit, Schönheit, Gerechtigkeit, Liebe. Man kann nicht Schönheit und Wahrheit geniessen wenn man sie konsumieren und verarbeiten will. Wenn man kein Selbst hat, kann man ein anderes Selbst gar nicht wahrnehmen. Wenn nur der Rausch der Endorphine zählt, ist das süsse Lächeln einer Frau nicht zu erkennen. Es ist nur ein Sexsignal. Bumsen, Ficken, BamBamBamBam….

Welch eine Erleichterung als Gott in mein Leben kam. „Ich irre mich, also bin ich…“ Augustinus hatte vollkommen Recht. Ich irrte mich gigantisch, ich bin. Wie fanatisch bin ich seit Jahren auf der Suche nach meinen Irrtümern. Jeder Verlust, jede Niederlage, jeder Scheissdreck, jeder Fehler zeigt mir wo ich bin und wo ich war. Das Nichts hat seine Kraft verloren, meine „Selbstverfluchung“ hat aufgehört – ich merke es jeden Morgen mehr. Wenn ich aufstehe fühle ich Boden unter den Füssen, wenn ich meine Familie sehe, merke ich dass sie Sind. Meine Wut und mein Ärger sind weniger geworden, ich neige nicht mehr zum Herumschimpfen und Zetern. Falsche Neigungen werden mit Hilfe Gottes Schritt für Schritt vorgeführt, analysiert und in Gebeten eingehüllt Gott übergeben. Er nimmt sich derer an und entlastet mich. Ja, man kann es unter das Blut Jesu Christi stellen. Er möchte es sogar – so sehr sehnt er sich nach meiner freiwilligen Nähe.

Magie ist ein Witz gegenüber einem Gebet. Magie beruht auf Gier und Dummheit. Dummheit darum, weil man nicht fragt warum man welche Sehnsüchte hat und was man wirklich will. Wenn man sich dass nämlich fragt, kann man sich zur Wahrheit wenden und sagen –

„Gott, dies ist die Wahrheit wie ich sie in mir erkannt habe. Mir ist klar dass ich nicht alles weiss und alles verstehe, aber vielleicht hast Du diese Sehnsucht in mein Herz gepflanzt damit ich den Weg zu Dir auch durch diesen Weg gehe – also ich bitte Dich, erlöse mich und erfülle mir diesen Wunsch oder tue das was Du meinst dass wirklich richtig für mich ist. Wenn ich es falsch sehe, lehre mich bitte was ich falsch sehe und kläre mit mir den Sachverhalt. Du sagtest dass Du immer mit mir da bist, dass ich Dir vertrauen kann, dass Du mich nie verlässt – dann stehe bitte auch in dieser Sachlage zu mir. Amen.“

Magie ist nichts dagegen. Solch ein Gebet ist schön weil man mit blossen Füssen sanft über die eigene Seelenlandschaft spaziert, freundlich und respektvoll schaut und beobachtet, sich achtet und von allen Zwängen befreit – die Freiheit ist gigantisch und übermächtig. Es ist so als würde man den Himmel einatmen können und jedes Atom teilt mit DIr das Freiheitsgefühl dass es seit Anbeginn seiner Existenz empfand – gekostet in Relation und im vollen Bewusstsein der eigenen Erfahrungen als unfreie Person in fremden und eigenen Gefängnissen!

Das ganze Schärft den Verstand unendlich. Gott will das wir ihn Wahrnehmen, er will unsere Höchstleistung die er mit uns vollbringt. Er ist eine Art Geist der dabei sein möchte so wie man dabei ist wenn der Säugling das erste mal im Leben das Köpfchen hebt, oder dass erste mal den Vater fixiert, oder dass erste mal lächelt, das erste mal Zitrone probiert, dass erste mal einen Knopf drückt, dass erste mal im Schnee ist, dass erste mal streichelt, dass erste mal einen Kuss gibt, dass erste mal einen Satz formuliert, dass erste mal Verliebt ist, dass erste mal Angst hat, dass erste mal betet, dass erste mal etwas kocht, dass erste mal aufräumt, dass erste mal verzweifelt und all die anderen Millionen von einzigartigen Lebenssituationen die man als Elternteil kostet und im Herzen trägt. Und man sieht dass es gut ist.

Ich freue mich auf das Leben und das klingt zum Teil so:

http://www.gloria.tv/?media=325530

http://www.gloria.tv/?media=325901

Templarii

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4 Kommentare zu “Bekenntnisse eines ehemaligen Magiers

  1. Danke für diesen Text, er war für mich sehr stimmig, vor allem weil auch ich lange auf den Irrwegen des Okkulten oder Esoterischen rumwanderte und dabei nie mehr als die Leere des Nichts gefühlt habe. Gott ist gross und auch wenn ich meinen Zugang zu ihm nur über Maria finde, so empfange ich doch unendlich viele Geschenke, Erkenntnisse und Stärke von ihm. Magie ist nichts, Vertrauen auf das Gute ist alles.

  2. Pingback: Gebet und Wahrheit | Neue Reconquista

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