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Habe ich vorher von Erschütterungen meiner Vorstellungen gesprochen, kann ich jetzt von Beben und Tsunamis sprechen. Die Beichte hat in mir Sachen ausgelöst die ich nur ansatzweise beschreiben kann. Zum Glück bin ich so trainiert auf die innere Schau dass ich noch was wahrnehme.

Es mag komisch klingen, aber in mir ist ein offener Konflikt ausgebrochen. Der versteckte „Bürgerkrieg“ in meiner Seele ist offenbart. Der erste Gedanke von mir war ja, dass ich nun Befreit bin. Ich bin befreit von den Fesseln der Sünden die ich begangen habe. Darunter ist die Gewissheit zu verstehen, dass ich etwas falsch gemacht habe. Manchmal sogar bewusst. Diese Kette der Gedanken endet immer mit „ach Du kannst es eh nicht“ oder „du hast versagt“ und „belehre andere nicht, du bist auch nicht besser“.

Man wird vor lauter inneren Widersprüchen gelähmt und untätig. Womöglich ist dass der Grund warum die Guten Menschen nicht handeln und dadurch das Böse zulassen. Sie haben keine Beichte um ihre Güte zu aktivieren. Sie sind belegt und herabgezogen in die tieferen Abgründe des Selbstzweifels, der Selbstvorwürfe, der Aggression gegenüber sich selbst.

Jedenfalls werde ich erneut beichten gehen. Es ist elementar für mich – noch weiss ich nicht wann und ich bin schon gespannt auf die Widerstände die dann wieder auftauchen. Faszinierend wie einfallsreich man plötzlich wird wenn man etwas vermeiden will. Ich bin sensibler geworden, mein Blick ist klarer geworden und dass was ich sehe sind innere Ruinen. Meine vormals als einigermassen brauchbare Person zeigt sich mir wie ein dürres Geäst aus wenigen Trieben, Gewohnheiten, Höflichkeiten, Aggressionen und Wünschen. Lächerlich! Ich kann das besser! Ich will das besser. Ich wünsche und sehne mich nach echtem Leben und nicht nach einem abarbeiten von auftauchenden Gedanken. Zum Glück weiss ich nun um die Wege zum Glück. Es ist faszinierend wie Gott, etwas was unsichtbar ist, so voller Leben sein kann. Dabei ist da „nichts“.

Und für die Abenteuerlustigen, ein kleines Bild wie sich das anfühlt: Die Festungen der Feinde sind untergraben und unter Beschuss. Ihre Meldegänger sind grösstenteils ins Jenseits befördert worden oder konvertiert. Starke feindliche Angriffseinheiten sind zu Gott übergelaufen – eine gigantische Schlacht um die Unschuld meiner Sexualität läuft (Ja man sollte nicht allerlei Weiber ausprobieren nur weil es geht..) und die schwärenden Wunden werden gerade in Angriff genommen. Viele Wachtürme des Feindes sind zerstört, die Ringgeister greifen in Panik und Verzweiflung an, nicht weil sie sich imperial Siegessicher fühlen. Meinerseits sind Divisionen eines Bettlerordens unterwegs um die Nüchternheit zu bringen. Christliche Ritter reiten in endlosen Reihen zur Schlacht, Seite an Seite mit Gott wild anrufenden Kosaken.

Ein Bild der Maria wird getragen und in voller Verehrung bitten Gottes Heerscharen dass sie die Schlange zertreten solle. Schweigende Exorzisten wandern durch die vom Kampf durchwühlte Landschaft meiner Seele und suchen nach Dämonen und Geistern die sich im geheimen verstecken. Die Festungen der Feinde werden von Tempelrittern belagert, sie hungern diese aus. Rosenkranzbetend sitzen alte Muttchens und Opas auf von Engeln ausgebreiteten Kissen um den Sieg um meine Seele zu unterstützen. Eremiten sitzen in ihren Höhlen und stimmen in das Myriadenfache Gebetum Heilung und Genesung ein. Ich selbst sehe mich als Opfer, Akteur und Gegner meiner Gesundung.

Die alte Natur will mich in ihren Krallen behalten so wie sie es schon seit Jahren tat. Gewohnheiten, Nachlässigkeiten, Schuldgefühle, Selbstverletzendes Verhalten, Hass und Wut, Gier, Lust und all die anderen Sünden brodeln auf – doch ich werde Gewinnen.

Ich konfrontiere mich, ich stelle meine Übernatur meiner Natur entgegen. Aug im Aug mit der Wirklichkeit – auch die Hässlichkeit versucht mich zu schlagen. Sie will mich beschämen, mir Kraft rauben, mir alles nehmen was ich habe.

Doch die Nüstern mit ihrem faulenden Atem beeindruckt mich nicht. Das hier ist Evolution. Nur die stärkeren überleben. Nur die angepassteren überleben. Die Übernatur ist stärker als die normale Natur. Neid, Hass, Gier, Sucht ist alt und schwach. Damit erreicht man gar nichts sondern suhlt sich nur darin. Hochmut und Arroganz versuchen das Herz zu Panzern – doch die alten Muttchen sind schon längst zur Stelle, ein Ave Maria zerschlägt all diese Hochmut mit der Demut einer Gott gehorsamen unbefleckten Jungfrau. Und irgendwo sind noch echte Jesuiten..

Fühlt sich an wie ein Rallye querfeldein während ein starkes Gewitter tobt. Traumhaft – dafür ist meine Natur gemacht. Die Schlacht geht direkt durch mein Herz. Da gehört es hin, da  gehöre ich hin. Dafür sind meine Fähigkeiten da. Und wie sehr man dann das Leben fühlt.

Jetzt studiere ich ganz genau die Sünden, die Kardinalstugenden und all das andere. Ich will das ordentlich und sauber machen. Ich will frei sein – und ich habe davon gekostet. Es ist wunderbar frei atmen zu können. Man hat nicht mehr das unbestimmte Gefühl jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen oder dass Widerstand gleich berechtigt ist und mich in den mir zugewiesenen Kasten bringt.

Doch dies wird nicht mehr möglich sein. Ich fühle eine starke befreiung und erlösung. Ich merke dass die Wut nur noch ein Schatten ihrer Selbst ist. Und ich bemerke wie sehr die Heilung schon vorangeschritten ist. So manches Erdbeben in meiner Seele tritt nicht mehr auf weil ich es zugegeben habe. Weil ich offen sagte – ja so ist es, so war ich, so habe ich gehandelt. Ich habe meine innere Wahrheit mit der äusseren Wahrheit im Einklang gebracht. Jetzt ist es besser geworden. Ich schaue mal wie es weiter geht. Irgendwie glaub ich dass es nicht so ganz ruhig wird; aber inzwischen meine ich dass so manche Dämonen zu Planken im Schiff werden.

Die Wahrheit macht FREI. Danke Jesus.

Die Wahrheit macht FREI. Danke Jesus.

Templarii

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8 Kommentare zu “Nachbeben der Beichte

  1. Wenn ich dazu einen kleinen Kommentar abgeben darf: das Gefühl wird von Beichte zu Beichte besser, genau so, wie die Widerstände größer werden – innere wie äußere, denn eines ist klar: es gibt einen Widersacher, der einen von der Gnade der Beichte abhalten will, und sei es, dass er uns unsere erneuten, bereits gebeichteten doch erneut begangenen Sünden vor Augen hält um uns klar zu machen, dass wir eben schlecht sind. Wie mir ein Priester mal gesagt hat: wenn eine innere Stimme mir sagt, dass ich schlecht bin, dann ist das nicht Gott, wenn die Stimme sagt, dass ich es besser kann, dann kann es zumindest gut sein, dass er es ist.

    Und wenn ich noch was eigenes empfehlen darf: http://papsttreuer.blog.de/2012/07/06/erklaerbaer-beichte-14059242/

  2. Pingback: Ein Hauch von Ewigkeit | Neue Reconquista

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