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Zeit für einige Berichtigungen im Bereich des Ablaßhandels. Ich finde es zwar faszinierend wie gerne die Menschen ungeprüfte Aussagen übernehmen, aber es ist unbefriedigend auf der Basis von Heisser Luft zu diskutieren. Einige Klarstellungen:

Zuallererst gilt der Ablass nicht wenn die betroffene Person sich nicht um ein frommes und gutes Leben bemüht. Dies bezieht sich direkt auf die Sittenlehre des alten Roms, (http://www.imperium-romanum.info/wiki/index.php?title=Die_r%C3%B6mischen_Tugenden) aus dem sich das Verständnis zum Verhalten des Christenmenschen herleitet.

Wer betrügt, Ablass macht und danach betrügt – hat umsonst den Ablass gemacht. Dies gilt auch wenn niemand ausser der Mensch selbst und natürlich dadurch Gott die Wahrheit wissen. Es geht hier um die Wahrheit, nicht um irgendwelche Taten.

Zweitens, den Ablass kann man auch ohne Geld bekommen (Zitat von http://histor.ws/seppdepp/056.htm):

 „Die frommen Werke zum Ablaß hin konnten und sollten aller Art sein. Zu Tetzels Zeit wurde meist der Kirchenbesuch verlangt, womit reagiert wurde auf einen Niedergang der Andachtspraxis. Gläubige ohne Vermögen sollten laut Mainzer Ablaßinstruktion Ablaß auch ohne Geldspende erhalten: „Jene, welche kein Geld haben, sollen ihren Beitrag durch Gebet und Fasten ersetzen, denn das Himmelreich soll den Reichen nicht mehr als den Armen offen stehen.“ Zweck dieser Ablässe bestehe letztlich darin, Anreiz für gute Werke zu geben, „da hier nicht weniger das Heil der Christgläubigen als der Nutzen des Baues der Peterskirche gesucht wird.“ Ob Geldspende an sich schon zum Ablaß führt, war eine mißverständliche Ansicht unter Theologen, die 1482 vor der Pariser Fakultät als Irrlehre zur Anzeige gebracht und aufgegeben wurde.(11)“

Es lief also bei der „grossartigen Reformation“ nach dem folgenden Muster: Die Protestanten behaupteten etwas was gar nicht stimmte. Sie griffen Tatsachen an, die gar nicht existierten und produzierten massenhaft Flugblätter um Unwahrheiten zu verbreiten. Es folgten Bürgerkriege, Pogrome, Zerstörung von Kirchen, ermordung von Priestern, Nonnen und Mönchen. Unschätzbare Jahrhunderte alte Kunstschätze wurden vernichtet wie später während der französischen Revolution. Die Protestanten waren leibfeindlicher als die Katholische Kirche (Man achte darauf wo noch Karneval erlaubt war und wo nicht), im Calvinismus brach ein Tugendterror aus (Kleidervorschriften und Durchsuchungen der Wohnungen) und die Freiheit des Christenmenschen wurde noch mehr eingeschränkt als vorher.

Bis Heute wird der Tugendterror und die Leibfeindlichkeit der Katholischen Kirche unterstellt, obwohl sie sich in blutigen Kriegen dagegen gewehrt hat. Eine weitere Verdrehung der Wirklichkeit.

Templarii

 

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4 Kommentare zu “Der Ablaßhandel – eine weitere Lüge über die Kirche

  1. Vor allem ist die Grundlage des Ablasshandels ja der Gedanke der Werkgerechtigkeit, den die Reformation ja explizit ablehnt und ich frage mich schon, was ich als Mensch eigentlich mit einer religiösen Sichtweise anfangen sollte, bei der es nicht zählt, ob ich mich trotz all meiner Unvollkommenheit darum bemühe, Gutes zu tun. Die Reformatoren waren im Grunde nichts anderes als die Taliban heute…eifernde, fanatisierte Frömmler.

    • Ja ich frage mich ja auch immer was das soll und warum man darauf stolz sein sollte. Zumal Luther keineswegs progressiv war, sondern ganz andersrum sehr konservativ. Er kam mit der Renaissance nicht klar.

      Das ist ja der Witz an der Galileo Sache. Die Kirche hat ihn am Ende verurteilt weil die Protestanten überall redeten das der Papst glaube die Erde sei eine Kugel und dies ja so etwas von Lächerlich sei – jeder sieht ja das sie falsch sei!

      Alles ist andersrum, ich finde das ziemlich faszinierend.

      Templarii

  2. Wie kommt es denn deiner Meinung nach zu diesem Märchen ? und was hat dann Luther dazu bewegt, so gegen die katholische Kirche vorzugehen ?

    • Ich weiss es nicht, womöglich das typische: Gute Absichten die sich verselbständigt haben. Zumal es ja Politisch wurde und die ganzen Fürsten unabhängig geworden sind – dass wiederrum schwächte das Heilige Reich so sehr dass es bis 1806 nicht wirklich Handlungsfähig war. Und darum hat es der Französische König auch so unterstützt, er finanzierte König Gustav von Schweden. Tragisch. Und natürlich verdiente die Druckergilde eine gaaanze Menge. Ist ja so wie Heute mit den Medien. An Skandalen verdient man mehr.

      Templarii

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