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Ich glaube, dass unsere Art, die Weissen, einen speziell ausgeprägten Hunger in ihrer Seele hat und dass wir heute in Zeiten leben, in denen wir ausgehungert werden und uns aushungern lassen.Keine Räucherstäbchen, kein Yoga-Seminar, kein Zen-Rumhocken, kein Mondin-Anbeten oder heidnische Mottenkisten entstauben, kann diesen Hunger meiner Ansicht nach stillen. Das Christentum kommt in vielen Ansätzen der so dringend benötigten Mahlzeit am nächsten, wenn auch am ehesten dasjenige der katholischen Mystiker, die Gott viel weniger konkret, dafür aber überall sahen. Gott ist die Leerstelle und alles, was wir zwischen den Zeilen lesen könnten, wenn wir denn Augen hätten zu sehen. Gott ist das Schweigen, das in dunkle Räume fällt, wenn alle Worte gesagt sind und sogar die Gedanken stillstehen. Gott ist das Überwältigtsein vor der Erkenntnis, dass wir vergehen und verblühen werden. Gott ist die gekeuchten Atemzüge von zwei Liebenden und der Moment, in dem die Zeugung eines neuen Menschen geschieht. Gott ist die knospende, zarte Liebe zwischen einem Mann und einer Frau in den ersten Momenten des Kennenlernens und er ist die tiefe Liebe zweier Menschen, die aufeinander gebaut und sich einander über Jahre völlig hingegeben haben. Gott ist jede Träne, die wir für die unsrigen vergiessen und jeder Schmerz, den wir über unsere Verluste empfinden. Gott ist in jedem Abschied und jedem Willkommen, in jedem Herdfeuer, das jemals in einer dunklen Winternacht auf einem wartete. Gott ist die vollkommene Irrationalität unserer Sehnsüchte, Wünsche, Träume und Hoffnungen. Das Versprechen, dass wir auf unserem Weg scheitern aber dennoch wachsen werden. Die Sicherheit, dass wir bereuen und verzeihen werden. Gott ist in jeder Blume, die klein und zart spriesste und in jeder Apfelblüte, die in Schönheit fiel. Gott ist der grosse, dröhnende Herzschlag inmitten der Unendlichkeit, in die wir nackt hineingeworfen wurden, damit wir Teil der unendlichen Kette unserer Ahnen und Kinder werden. Gott ist das letzte grosse Geheimnis, das, was man in tausend Worten nicht fassen kann und doch tief in seiner Seele spürt als Flamme, die einem am leben erhält. Gott ist das, was unsere Seelen zu glühenden Eisen macht, die von Zweifel, Sicherheit, Glauben, Verlust, Schmerz, Liebe gehämmert werden müssen, um veredelt zu werden.
Gott ist das, was jenseits der Ratio liegt und von dort aus das Versprechen gibt, dass wir mehr sind als nur das, was diese müde, überdrüssige Welt uns weis machen will.

branfendigaidd

Gefunden im Internet, veröffentliche ich es einfach als Blogbeitrag, ich hoffe er nimmt mir das nicht übel. Ich weiss nicht ob das „nur die Weissen“ als Sehnsucht so klar und wuchtig im Herzen tragen – behalte den Teil des Beitrages aber dennoch, damit der Satz zu verstehen ist.

Templarii

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3 Kommentare zu “Gott ist ein Geheimnis

  1. Erst jetzt gesehen, dass das hier veröffentlicht wurde. Nein, ich nehme das nicht übel. Danke dafür.
    Ex-Genosse: Und was ganz genau willst Du mir damit sagen? Und wo sehen wir uns? Und für was? Ist das nicht irgendwie deprimierend, wenn man seine Gedanken so unpräzise formuliert?

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