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Die letzten Tage habe ich gesehen, wie bemerkenswert elegant Gott ist. Wie eine unendlich zarte Blüte erblüht die Wahrheit vor meinen Augen. Ich fühle mich an das Wurmloch von Star Trek Deep Space Nine erinnert, dass sich periodisch öffnet und einen Zugang in ganz andere Bereiche ermöglicht. Auffällig ist, dass weitere Gedanken und spirituelle Erfahrungen unabhängig von falschen Handlungen geschehen. Man mag wütend geworden sein, zu laut, zu grob, zu giftig – inzwischen bin ich mir dieser Verhaltensweisen mehr bewusst  und grenze ab (lerne aber noch warum…) – doch die Lehren kommen weiterhin. Ich bete zu Gott, dass er mir aus meiner selbstverschuldeten Unmündigkeit,  meiner Blindheit, meiner Stumpfheit, meiner Idiotie und Gier heraushelfe.

Er hilft. Es kommen Sichtweisen, Perspektiven, Gedanken – die so vorher nie in meinem Bewusstsein waren. Wie ein Lichtschein in der Dunkelheit zieht er mich zu sich. Was ich früher aus den Beschreibungen der Christen nicht verstand, wird jetzt verständlich. Ja, Gott zieht den Menschen heran. Er will das Herz des Menschen ganz und gar. Jeder Bereich des Herzens wird beleuchtet, überall das üble entfernt, selbst die Selbstvorwürfe(!).

(Das geht so: „Du hast kein Recht dazu Dich so zu verurteilen UND kläre erstmal auf welcher Grundlage Deine Verurteilungen überhaupt geschehen. Ist es MEINE, oder DEINE Grundlage? Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, aber inzwischen solltest Du gelernt haben, dass DEINE Grundlagen meistens Schrott sind.“)

Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich. Wenn ich nicht verstehe, was ich nicht verstehe, frage ich. Gibt es Schwierigkeiten, so meldet sich mein Christenherz immer schneller, ich lege die Bosheit meines Herzens unter das Kreuz und bitte Jesus Christus dass sein Blut diese beschämende und unwürdige Verhaltensweise reinwäscht. Es ist für mich weiterhin beschämend welcher Blödsinn in mir aufkommt, doch was soll ich tun? Gott kennt mein Herz und fordert es. Selbst die unausgesprochenen Wahrheiten und Lebenslügen sieht er. Es ergibt keinen Sinn es vor mir selber auszublenden und so zu tun als wäre es nicht da.

Auch eine Wirkung des Lichtes. Dieses geistige Licht strahlt alles an, es gibt mir die Kraft und den Elan meine Höhen und Tiefen zu erkunden. Dies mache ich inzwischen aus wachsender Liebe zu diesem Licht. Es ist wie Aufräumen, man mag gar nichts mehr in sich haben das so verhornt, zerklüftet, kaputt, vergiftet, dreckig, verdreht, eitrig und blöd ist. Das Licht ist wie ein starker Wind der Freude, dass meine Segel füllt und mich über die See meiner Seele gleiten lässt. Der Heilige Geist hebt mich empor, lässt mich die Landschaft meines Wesens betrachten, ich gebe mich dem Wind hin wie einem liebevollen Vater der seinem Kind gutes mitgeben will – damit es ein schönes Leben haben kann.

Trotzdem bin ich noch ein Streithahn, trotzdem bin ich noch zu grob, zu verdreht, fast wie einer mit einer defekten Kupplung oder Schaltung. Doch das soll so nicht bleiben, ich will das nicht, es demütigt mich und das Leid Gottes am Kreuz ist es nicht würdig dass ich so ein Verhalten an den Tag lege.

Ich muss zugeben, mein Spiritueller Reichtum ist gewachsen, inzwischen habe ich schon Antworten für andere die hungrig sind, Worte und Gedanken die Gold und Juwelen gleich mein Herz erstrahlen. Die Sehnsucht danach, der Liebe Gottes eine Rückmeldung zu geben, wächst mit jedem Tag. Ich möchte glänzen wie ein Parabolspiegel, ich möchte Leben wie ein beschenkter, ich möchte dass meine Familie im Glauben und in der darauf folgenden Lebensfreude gedeiht.

Jedem der diesen Text liest, lege ich es nahe sich mit dem Christentum gewissenhaft auseinanderzusetzen. Sucht nach der Wahrheit, hört nicht auf bis ihr das gefunden habt, was euch vollständig und dauerhaft erfüllt. Gott ist perfekt. Gott ist die Wahrheit welche sich vollkommen in absoluter Schönheit widerspiegelt. Es ist eine geistige Schönheit die sich auch im materiellen zeigt. Was ist Ordnung, Ruhe und geregelte emotionale Struktur anderes als Frieden? Es hat mir so vieles gebracht, es ist noch so viel zu tun – doch ich  gehe auf die zerklüfteten Küsten zu. Meine inneren Ruinen werden nicht ignoriert sondern angegangen. Ich will mehr, tiefer, unendlich weiter. Ich fühle wie ich mich auf einer geistigen Reise befinde die direkt in die Unendlichkeit und Ewigkeit führt – und das vollkommen eingekleidet in Liebe. Ich darf und kann die Unendlichkeit und Ewigkeit lieben. Allein von dem was ich so mitbekomme, fühle ich mich gezwungen meine Gedanken auf das Ende zu lenken.

Wenn mein Leben schon so sehr um Innere Reichtümer gewachsen ist, und ich verwundert zusehe wie all meine Ekelhaftigkeiten und Unsinnigkeiten unter mir bleiben, ich einem Zeppelin gleich aufsteige und all den Schutt unter mir betrachte – wie ist dann dass, was man „Himmel“ bezeichnet? Der Ort an dem man Gott, die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Liebe, die Schönheit – direkt schauen kann?

Templarii

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2 Kommentare zu “Seelischer Wohlstand

  1. Eine schöne Reflexion über das Werden im Glauben. Stellt sich für mich persönlich die Frage, weshalb ich eigentlich Artikel schreiben sollte, wenn Du das ja selber auf diese Weise kannst. 🙂

    Auf der Online-Sezession ist übrigens gerade ein Artikel erschienen mit Gedanken über und von Oswald Spengler. Ein Zitat hieraus passt meiner Ansicht nach zu dieser Reflexion bzw. über das Thema des Glaubens ganz allgemein:

    „Es ist ein schöner Gedanke, dieses Totengericht am Ausgang des Lebens, wo gemessen wird, was man mit seinem Pfunde getan hat. Aber wenn wir nicht daran glauben, sollten wir dennoch so leben, daß wir die Probe bestehen können.“

    • Naja, jeder schreibt anders und dass ist wohl das wichtigste. Mich interessiert es halt ziemlich sonst mach ich bald eine Kompilation aus dem ganzen was Sie geschrieben haben.

      Templarii

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