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Nach langer Zeit und viel Hindernissen bin ich endlich auf das wichtigste Element meiner Rückkehr zum Christentum zugegangen. Das Beichten.

Die letzten Jahre habe ich so ziemlich alles rekapituliert was in meinem Leben schief gelaufen ist, was ich ausgeblendet, weggeschoben, verleugnet oder ignoriert habe. Meine geistige und spirituelle Stagnation hängt damit zusammen, das ich meine Wurzeln verleugnet habe, das ich meine Erkenntnisse ignorierten und damit immer fauler und aufgeblasener wurde.

Ich merkte in den letzten Jahren wie viele meiner unbewusst aufgenommen Erfahrungen dazu führten, dass ich letztlich zugeben musste, dass das Christentum viel mehr Antworten für die Fragen des Lebens hat, als alle anderen geistigen oder spirituellen Wege. Einiges hatte schlicht mit der Lebensdauer zu tun. Mit 21 Jahren hat man noch nicht so viel erlebt, dass man merken würde wie viel man vergessen hat. Mit 31 schaut die Sache ganz anders aus. Ich mein wenn man sogar vergisst das man mal ne heisse Nummer des Nachts im Park einer Stadt geschoben hat? Mit 21 dachte ich, dies wäre so ziemlich die Krönung meines Lebens, wenn ich so cool bin das ich das hinbekomme. Nun ich habe es hinbekommen und es dann irgendwann vergessen.

Letztlich führte das Konsumentenleben zu einer Art „Bisschen hiervon, bisschen davon, nicht zu viel, nicht zu wenig, ein bischen davon zu viel – mal ein paar Ausrutscher um die Grenzen zu testen – und dann wieder ein bisschen hiervon und ein bisschen davon.“ Eine Logische Schlussfolgerung aus dem Konsumentenleben, aus der Evolutionstheorie, aus der „Tue ja nichts, damit nichts falsches gemacht wird“ bzw. „Tue anderem nicht, was Du nicht willst das man Dir tut.“ Trägheit.. Man hat ja alles erreicht. Geld und Macht ist eh der falsche Weg, das ist Böse, Autos auch, Arbeit im Grunde ein notwendiges Übel und die Umwelt schützt man dann am besten, wenn man in einer Art Bewegungsstarre verfällt.  Und Diskriminieren tut man damit auch niemanden! Das ist pefekt – das perfekte anerzogene Leben! Halleluja..

Und dann kommt Gott. Er hat mich kraftvoll erschaffen, die Kraft ist immer noch da. Er hat mich Kreativ erschaffen, die Kreativität ist immer noch da. Er hat mich mit einem Gerechtigkeitssinn erschaffen, dieser meldet sich immer noch. Er hat mir eine Genetik geschenkt die sich in meinen Kindern zeigt – wild, kraftvoll, kreativ. Wie will ich reagieren? Wie kann ich damit umgehen? Da steht das kleine Kind und schaut mich an, während es die Welt entdeckt und gerne Fleisch isst.

Der Notarzt kam auf mich zu und öffnete mit einer Machete meinen Geist! Es ist langweilig! Es ist nicht Ehrgeizig! Es ist Menschenquälerei! Mein Kind braucht Aktivität. Mein Kind braucht Kampfesmut. Mein Kind braucht Lebendigkeit – sonst quäle ich es mit Trägheit.

Mit der Beichte beginnt erstmal eine Innenschau. Man schaut sich an was unter „Falsch“ zu verstehen ist. Die 10 Gebote, die Kirchengebote (Wenn man es ernst nimmt) und natürlich worum es geht – die Hinwendung zum Wahren, Guten und Schönen – zur ewigen Liebe. Gott.

Ich fragte mich warum ich Gott nicht hören konnte. Ich fragte mich warum ich so begriffsstutzig war. Warum diese Trägheit, warum dieser Jähzorn, warum diese Streitlust, warum diese Ängste, warum diese Frustriertheit, warum dieses Gift. Ich bin gefangen in einer Glocke aus Gift, ein Nebel der die Wirklichkeit verdreht und mich Stumpf und Taub für die klare Wahrheit macht. Gott kommt nicht zu mir durch weil ich mich selbst die Ohren zuhalte. Es klingt so als wäre ich in einem Glas und draussen passiert die Wirklichkeit. Ich beobachte die Welt und weiss ganz genau wie sehr ich meine jugendliche Kraft durch Fehler zerstörte.

Habe ich Gelogen oder nicht? Hatte ich andere Götzen? War ich Süchtig? Habe ich beleidigt, verletzt, gedemütigt? Habe ich mich herabgesetzt? Habe ich gestohlen? Habe ich mich der Trägheit hingegeben? Wie ist es mit den anderen Sünden? Und es stimmt – voll von Drogen, mit all der Schlacke im Herzen, kann ich die Wahrheit nicht so geniessen und kosten wie ich sie brauche. Mein Leben hängt davon ab, es bleibt sonst öde, grau und wird schnarchig sowie verantwortungslos!

Wer Lügt, ausweicht, verdreht – der denkt dann so. Der zerstört seine Wahrheitsfähigkeit. Wer das tut, ist am Ende nicht mehr in der Lage sich selbst wahrzunehmen. Man verliert seinen Bezug zum Selbst! Man unterbricht die Vernunft. Man zerstört die Wahrheitsliebe und damit die Liebe zur Liebe selbst. Man wird zum Sklaven irgendwelcher Reize, ob Sex, Saufen, Wut, Hass, Ärger, Kampfgier – irgendwas dass die Hormone durch den Körper drückt und man wieder fühlt das man lebt.

Tatsächlich fühlte ich mich in letzter Zeit wie einer, der bis oben hin mit Gift ist. Wo war meine frühere Geduld hin? Warum wurde ich immer Nachlässiger? Immer zurückhaltender und Fauler? Verblüffend war der Gedanke das ich wohl darum meine früheren Schlafgewohnheiten verloren hatte (Ich war mal Frühaufsteher der nur 5 Stunden schlief..), weil ich nicht mehr sündigen wollte. „Wer Schläft, sündigt nicht.“  Oder diese Vergesslichkeit! Als wäre der Arbeitsspeicher voll und alles andere verworfen weil ich suchte mir selbst Vergebung zu bringen.

Doch das Leben ist weiterhin da, die Zeit vergeht – und man sieht wie man langsam verwelkt. Streitereien, der Blick auf die Islamisten, wie China an uns vorbeizieht, wie Fleiss und Lebensfreude bei anderen ist – das alles lähmt und vergiftet weiter die freie Seele.

Ich werde Beichten gehen. Jetzt bereite ich mich eine Woche darauf vor. Was mir alles eingefallen ist, das mir auf dem Herzen liegt und schwer macht – ich will das loswerden. Jenseits von Raum und Zeit. Jenseits von menschlichen Masstäben. Ich lege es ab, schmeisse den Müll weg – ab zur Sondermülldeponie. Meine Sünden kann ich mir nicht selbst vergeben, ich bin ein zeitliches Wesen und was vergangen und getan, das ist nun einmal getan.

Es ist seltsam, eine Art erleichternde Euphorie erfasst mich und beflügelt. Ja ich bereue. Ich bereue all das was ich falsch gemacht habe. Ich wusste nämlich was richtig war – zwar nie immer ganz klar und bewusst – aber ich ahnte. Und das stehlen nicht richtig ist, wusste ich als 15 Jähriger auch schon. Lustigerweise ist ALLES was ich damals stahl kaputt gegangen.

Ich schulde Gott was, ich schulde ihm eine Bitte um Entschuldigung. Und es ist wirklich peinlich was so alles hochkommt wenn man erstmal anfängt aus der Sicht des Heiligen Geistes auf seine Sünden zu schauen. Die Seiten waren sehr schnell voll. Und bis auf Mord habe ich alle anderen Gebote gebrochen.

Interessant ist, das ich las, die Eucharistie hilft beim senken des „Giftigen Drucks“ in der Seele. Genau so habe ich es auch gefühlt. Danke Gott, ich bin auf dem Richtigen Weg.

Tipps für andere:

http://www.karl-leisner-jugend.de/Beichte_Hinweise.htm

http://www.k-l-j.de/Gewissenserforschung.htm

Beichten: „Mut hat wer gegen den Sturm kotzt!“

Denn ich folge der Quintessenz des von mir gelobten Buches „Der ungezähmte Mann„:

„Frage Dich nicht, was die Welt braucht. Frage Dich lieber, was Dich lebendig macht, und dann geh hin und tu das Entsprechende. Denn die Welt braucht nichts so sehr wie Männer, die lebendig geworden sind.“ 

Ich habe Gott gefragt was mich lebendig macht – oder warum ich dass nicht mehr wahrnahm. Die Antwort kam prompt.

Templarii

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Ein Kommentar zu “Beichten

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