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Eines der kontroversesten Themen ist die Liebe Gottes. Sofort kommt die Frage nach dem ganzen Leid auf der Welt, sofort muss man mitteilen das Gott mitleidet. Und dann geht die Diskussion um etwas los, das am Thema vorbeigeht. Darum schiebe ich das beiseite. Es gibt nur eine Antwort auf die Frage der Theodizee („Warum lässt Gott Leid zu?“) Frage: „Weiss ich nicht!“ (Ich habe aber da so ne Ahnung..)

Die Liebe Gottes ist allumfassend. Nur durch die Liebe Gottes können wir Menschen uns überhaupt weiterentwickeln. Sonst würden die Begrenzungen der anderen Menschen uns selbst begrenzen. Was jemand anderes sich nicht vorstellen kann, lässt er bei anderen nicht gelten – ausser er weiss um Gott, der die Ewigkeit und Unendlichkeit ist – und hat grundsätzlich die Möglichkeit in sein Bewusstsein integriert bekommen das etwas völlig neues, völlig überwältigendes, völlig erschreckendes oder völlig revolutionäres in das Weltgeschehen eintritt.

Allumfassend bedeutet mehr als man sich am Anfang denkt. Wir sind geprägt von kitschigen Vorstellungen und dämlichen Unterstellungen. Mit unendlicher Liebe assoziieren wir Mütter die sich wie Wahnsinnige um ihre Kinderchen kümmern und sie bis ins hohe Alter umsorgen als wären sie behindert. Oder Stalker und andere liebeskranke Menschen. Doch dies ist damit nicht gemeint. (Und man merkt ja an meinen Beispielen wie sehr man in den Menschlichen Vorstellungen gefangen ist..)

Allumfassend kann bedeuten, dass Gott – der ein liebendes Bewusstsein ist – mit Dir zusammen eine ganz bestimmte Szene in einem Computerspiel geniesst und zwar auf die Art wie Du selbst diese Szene nur innerhalb einer bestimmten Reifestufe geniessen kannst. Vorher war es nicht möglich das so wahrzunehmen, weil Du zu unreif warst, nachher ist nicht möglich weil die Erfahrung der Computerspielszene Dich bereits so verändert hat, dass alles anders ist. Nur beim ersten mal ist MGS 1 (noch eins…) so eine intensive Erfahrung. Danach kennt man es bereits und es ist ein Teil der Persönlichkeit.

Allumfassend bedeutet zeitlos und unbegrenzt. Der eine kleine Augenblick den man fühlte als man die spezielle Szene im Spiel fassungslos herzerschütternd wahrnahm – wird im Gleichklang mit Gott unendlich. Ist man alleine in seiner Wahrnehmung, ist die Freude begrenzt. Nach einigen Jahren hat man es vergessen, andere Ereignisse überschütten die Erfahrung oder man erlebt etwas schreckliches dass die Gefühlsregung jahrelang überschattet. Doch dann ist da etwas ewiges, grosses, gigantisches, umfassendes und erschreckend grossartige; dass diese Szene im Spiel genauso und mehr genoss als man selbst! Die Zeit spielt für Gott keine Rolle, die Freude währt Ewig. Sie ist jenseits von Raum und Zeit, ausserhalb der menschlichen Bemessungsgrenzen – diese Erkenntnis ist einer nüchternen Extase gleich. Man taucht hinein in die Liebe Gottes und das ganze Bewusstsein prickelt. Wie in einem Regenschauer aus Erinnerungen und Freuden erfrischt sich das Herz des Menschen, die Narben werden zur Bestätigung der Unschuld die man in sich trug. Die Selbstverachtung verblasst.

Es tauchen Momente des Lebens auf die dieser Liebe entsprechen. Der Augenblick vor 20 Jahren als man das Lichtspiel der Sonne durch die Blätter eines Baumes betrachtete. Geruch von Lagerfeuer, die Stille der Nächte die man grübelnd verbrachte, Momente in denen man zum ersten mal ein neues Hobby begann – zuzüglich des Wissens das dieses  Hobby bis jetzt noch aktiv ist und man viele schöne Stunden damit verbrachte. Der Zeitpunkt als man Ameisen mal länger betrachtete weil man wirklich mal wissen wollte wie das so aussieht und was die machen. Die Erinnerung an Gesang in der Kindheit, an Weihnachten und gutes Essen. Die gesamte unschuldige Freude bricht hervor und überwältigt das Grobe, Böse, zerschundene, missbrauchte. Nicht dass zerstörende wird zum persönlichkeitsstiftenden Element. Im Gegenteil, man merkt dass man der Zerstörung und dem Schmerz so viel Aufmerksamkeit gab, weil es etwas zum zerstören gab!

Als zeitlich orientierter Mensch kann man sich das gar nicht vorstellen. Es ist unmöglich. Man wurde nunmal verletzt, man wurde nunmal gedemütigt. Damit ist es mit der Freude vorbei, man empfindet Schmerz. Man muss womöglich in Therapie weil man ja so fertig gemacht worden ist. Das Leben ist ein Kreislauf von fressen und gefressen werden; der Stärkere überlebt.

Doch als Christ hat man es mit einer anderen Kategorie zu tun. Mit der Ewigkeit, mit der Unendlichkeit. Es stimmt ja das ich es liebte. Es stimmt ja das ich es genoss. Es stimmt ja das etwas in mir fähig war das, was dort war, positiv wahrzunehmen. Es stimmt zwar das die Zeit vorbei ist und ich Schmerzen empfand – aber Jesus Christus ist wiederauferstanden, die Apostel glaubten das und vertraten das auch gegen jede Vernunft und die meisten von ihnen starben unter Folterqualen. Es gibt mehr als nur die Zeit. Es gibt ein Leben nach dem Tod, es gibt die Ewigkeit der ewige Augenblick, der „Pauseknopf“ der mich innehalten lässt – in dem ich den Augenblick aufnehme, mein ganzes Bewusstsein in diesem Augenblick aufgeht, sich entfaltet wie eine Blütenkelch und meine Liebe, die Liebe Gottes zu meiner Liebe, und meine Liebe zur Liebe der Liebe Gottes sowie die Liebe Gottes zu meiner Liebe seiner Liebe aufnimmt und erblüht.

Die Verletzung heilt weil Gott will das es heilt. Gott will es, weil er die Liebe ist. Er will es, weil er es gesagt hat. Er will es weil er es durch den Opfertod seines Sohnes bereits bezahlt hat. Er will es weil er Gott ist und weiss das wir es selbst nicht können. Das mächtigste und umfassende Wesen hätte gar keine unendliche Macht wenn es Opfer und Bedingungen stellen würde. Was können wir Gott schon geben? Er ist schon das mächtigste. Die Liebe hat keine Grenze, sie wird mehr dadurch das man sie mit vollem Herzen ausschüttet. Das ist Unendlichkeit, das ist etwas was wirklich fassbar gedacht werden kann.

Und dann sitze ich da, laufe herum, erledige meine Aufgaben, halte meine Kinder, geniesse die Zeit mit meiner Frau und währenddessen stürzen weiterhin viele Erinnerungen, Augenblicke, Erkenntnisse auf mich ein. Das dauert bereits Monate und ich merke wie die inneren Abgründe sich schliessen. Da ist etwas, da ist ein Bewusstsein und es will mich lehren. Ich nehme dankbar auf und gebe es weiter.

Meine Ahnung zur Theodizee Frage ist hiermit beschrieben. Man versteht die Antwort nicht, wenn man sich ausserhalb des ganzen bewegt. Die Antwort dauert ein ganzes Leben.

Matthäus 12,34:

„Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“

Templarii

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2 Kommentare zu “Die Liebe Gottes

  1. Pingback: Blog » Blog Archive » Liebe Gottes + Leiden des Menschen

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