Home

Wenn man eine Bestätigung für seine Gedanken bekommt, ist das immer eine grosse Freude. So habe ich zufällig auf einem anderen Blog gesurft und das folgende Gebet gefunden:

Gebetspruch – Beten heißt: sich ganz in Gott begraben / und aus Gott zum Leben auferstehn. / Willst du deinen Willen blühen sehn, / mußt du ihn erst Gott geopfert haben. / Wer die Kraft fand, allem zu entsagen, / ward erst kräftig, alles zu ertragen. – Flex, Walter: Im Felde zwischen Nacht und Tag.

Und wie soll ich darauf reagieren? JA SO IST ES. Besser kann man es gar nicht beschreiben. Wunderbar, vielen Dank, super! Nun folgt die obligatorische Gedanken- und Wortlawine die mich regelmässig begräbt..

Dieser Gebetsspruch beschreibt mehrere von mir selber auch erkannten Prinzipien des Glaubens und Betens, der sich ebenso in der physischen Natur widerspiegelt. So wie man in der Natur einen Samen begraben muss, damit er zu einer schönen grossen Pflanze erwachsen muss, so ist es mit den Eigenschaften und Werkzeugen des Geistes. Gott ist in diesem Fall der Humus und die Wirkmächte im Samen. Der Samen hat Veranlagungen die in ihm schlummern, so wie ein Mensch einen Geist hat dessen Veranlagungen sich erst dann entfalten können wenn dieser die richtige Nahrung erhält.

Der menschliche Geist gehorcht aber Gesetzen die man nur mit dem Geist erkennen und verstehen kann. Das Verhalten eines Tieres ist inzwischen leicht erkennbar und verständlich. Bei Pflanzen ist dies sowieso. Doch der Geist ist flüchtig, der Geist ist nur mit starkem Geist zu erkennen, einem Geist der nicht auf scheinbare Mechanismen als Erklärmodelle zurückgreift.

Willst du deinen Willen blühen sehn, / mußt du ihn erst Gott geopfert haben.

Dies sagt mir alles. Es ist die Quintessenz meiner Gottessuche und der Suche nach dem Verständnis darüber, was überhaupt vor sich geht und wie. Der Wille des Menschen hat für sich genommen Grenzen.

Wenn man sich naturalistisch verhält und aus der Beobachtung der Natur heraus seinen Geistesrahmen formt, bleibt man in der Antike oder sogar in vorantiken Zeiten stecken. Dies ist der Grund warum sich die „Aufklärer“ des 18. Und 19. Jahrhunderts auch nur auf Rom und Athen bezogen. Der Geisteshorizont reichte nicht weiter als zu diesem Punkt. Es ist vielen nicht klar – aber die alten Kulte,  inklusive des alten Judemtum kamen nur bis zu einer Grenze. Wenn Jesus Christus nicht gekommen wäre, dann würden wir bis Heute in dieser alten Struktur stecken oder ewige Ragnaröck-ähnliche Zyklen erleben.

Gott ist Willen, Gott ist Geist. Er ist grösser als ich, er ist weiter als ich. Er holt mich da ab wo ich gerade bin – die Wahrheit kann man nur aus seinem Verständnis heraus verstehen. Gott weiss, da jenseits von Raum und Zeit, alles. Er weiss auch was meine persönliche Höchstleistung wäre. Er weiss es in allen Facetten in allen Bereichen in allen Zeiten. Der Heilige Geist, Gott der sich uns in Liebe hingibt, umgibt mich überall und jederzeit.

Mein Wille ist ein Werkzeug das ich in mir vorgefunden habe und ihn für mich weiterentwickelt habe. Jetzt erkenne ich inzwischen dass dieser Wille zerbrechlich, sterblich, lenkbar, verführbar ist. Das will ich aber nicht! Ich will mehr, ich will Freiheit ich habe einen Willen zur Macht. Welche ist die grösste Macht? Wenn der Wille nicht mehr beeinflussbar ist und reiner Wille ist – auf das höchste und grösste ausgerichtet wie eine Pflanze zur Sonne. Wie immunisiere ich meinen Willen so, dass er nicht mehr beeinflussbar ist – und ich mich zu 100 % auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe konzentrieren kann? Auf das Wahre? Gute? Schöne? Grossartige? Weg vom Kleinlichen, Peinlichen, Dämlichen, Ekligen, Dummen, Verholzten, Spiessigen, Begrenzenden, Hartherzigen, Bösartigen, Sadistischen, Masochistischen, Zerstörerischen?

Als Nichtchrist gab es keine Antwort – höchstens mörderische Disziplin. Spätestens bei der nächsten „sexuellen Revolution“ ist das wieder vorbei, und das tritt alle 100 Jahre auf, inzwischen wohl alle 50.

Als Christ kann ich sagen: Gebe Dich Gott hin. Gott ist das ultimative Gute, das Wahre, das Schöne. Der Beweis dafür ist Jesus Christus, der einzige Gottmensch der Geschichte. Er war und ist unendlich mächtig doch zeigte er uns unsere abgrundtiefe Bosheit und Schwäche – doch er vergab. So mächtig ist das Wahre, Gute und Schöne. Und es beeinflusst Dich.

Gott nimmt Deinen Willen, dem Du ihn vertrauensvoll gibst, und verändert ihn. Erst mag es so schienen als würde alles schlafen und regungslos verschwunden sein. Dies hat aber mehr damit zu tun dass das Bewusstsein nicht fähig ist die tiefgehenden Veränderungen wahrzunehmen. Erst einige Jahre später, wenn man aus dem Strudel der Süchte und Emotionen raus ist, kann man rückblickend schauen wie das eigene Weltverständnis sich verändert hat, wie man selbst verändert wurde – und wie elementar es ist, auf welche art man Gott sieht und wie sehr man sich bemüht Gott zu schauen.

Illusionen werden zerrissen, vor allem die an denen man sich in böswilliger Absicht festkrallt. Neue Wahrheiten und Erkenntnisse werden einem angetragen, sanft und elegant, leise und ohrenbetäubend. Bis man dann endlich eine erkennbare Läuterung durchlaufen ist. Dagegen ist der dämliche Schamanismus übrigens nichts..

Irgendwann versteht und fühlt man das Gott einen Willen hat, das dieser Willen einem nicht schadet; aber das der eigene Willen zu begrenzt und anfangs zu unverstanden ist um zielführend zu funktionieren. Es ist wie bei Kindern, solange sie noch nicht mal ihr Gleichgewicht halten können, muss man immer in der Nähe sein und sie halten, unterstützen, kräftigen und führen – damit sie ja nicht auf die Idee kommen auf dem Balkon zu balancieren..

Gott baut den Willen des Menschen so stark aus, wie es sich kein Nietzscheianer hätte vorstellen können. Es herrscht ein „weder noch sowie sowohl als auch!“. Im Spannungsverhältnis dieser Begriffen entfaltet sich der Wille wie ein gigantischer Fallschirm. Der Geist wird grenzenlos, der Boden zerbröckelt unter einem, die Wände fallen weg, Vorstellungswelten verflüchtigen sich. Nur so kann man Kathedralen bauen!

Auf geheimnisvoller Weise verliert dabei die Welt und alle Menschen nicht an Qualität und Wert sondern es wird alles anders. Die Freiheit – im Bewusstsein das die Freiheit von Gott kommt; und dieser ist die unendliche Ewigkeit – weiss um seine Freiheit lieben zu können. Der Mensch liebt völlig befreit mit vollem Herzen, ohne Sorge um das Ende. Dementsprechend moduliert sich der Willen dieses Menschen vollkommen um. Wenn man frei ist, kann man frei lieben. Wenn man liebt, ist der Willen nicht mehr daraus aufgelegt etwas liebenswertes zu finden oder eine Freiheit zu erkämpfen DA MAN SIE BEREITS HAT. Der Willen fliegt mit dem heiligen Geist hoch hinauf, entfernt sich vom primitiven Bodensatz und ist bereit Dinge zu tun die man sich ohne der Freiheit gar nicht vorstellen konnte.

„und laut singen die Engeln und preisen den Herrn“

Doch das geht alles nur, wenn man sich hingibt und seinen Willen wegwirft, verschenkt, ausspuckt, rauskotzt, rausscheisst, weggibt. Scheissteil – orientiert sich ja doch nur nach dem nächstbesten. Orientiert sich nur nach billigen primitiven Regungen – dem nächsten Hintern einer Frau, dem nächsten Bier, dem nächsten Glücksmoment, dem egoistischen Triumph über einen anderen, den geheimen Gedanken voller falschem Stolz und Hochmut. Es ist eine Schande das ich Jesus so etwas überhaupt übergebe – aber die Liebe ist grösser als ich mir das vorstellen kann. Also gebe ich demütig und empfange demütig. (Der Hintern ist dennoch toll…)

All diese Gedanken und die völlig neue, der postmoderne widersprechenden oder sie übersteigenden Gedanken sind die Grundlage für mich dass die „christliche-moderne“ als Paradigma kommen wird. Für mich ist es „the next big thing“.

Den zweiten Teil des  Gebetsspruches, werde ich später kommentieren:

Wer die Kraft fand, allem zu entsagen, / ward erst kräftig, alles zu ertragen.

Templarii

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s