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Dies war zentrale Frage meiner Gottessuche obwohl ich nicht wusste das sie es wahr. In den letzten Monaten entwickelte sich in mir das Verständnis dafür, dass ich tatsächlich von Fragen bewegt werde, die ich nicht mal verstehe.  Daraus resultierte das Gebet, dass Gott mir helfe die Fragen zu lösen die ich nicht kenne aber gelöst brauche. Der folgende Fund – basierend auf dem was ich schon gelernt habe – hat mir das beantwortet:

Die Gotteserkenntnis basiert auf die logische Schlussfolgerung auf Basis der Griechischen Philosophie und der Ereignisse des Evangeliums. Der unbekannte Gott, der Gott der Philosophen, der Gott der immer da war, offenbarte sich in Fleisch und Blut und führte zu einer geistigen und spirituellen Revolution. Die alten Götterglauben zerbrachen, das Heidentum verlor endgültig seine Basis – nicht viele Götter können Götter sein, sondern nur ein Gott. Gibt es viele Götter – ist keiner von ihnen „der mächtigste“. Das allein widerspricht schon der Vielgötterrei.

Beim christlichen Gott geht es nicht um einen Kultgott, einem Gott irgendeines Stammes oder ähnliches, sondern um die Erkenntnis des Wesens der Wahrheit. Es geht nicht darum zu begreifen was die Wahrheit ist – das übersteigt unsere Wahrnehmung, sondern wie sie ist, vor allem im Bezug auf die Gesellschaft und die Tragödie des menschlichen Lebens.

Ich zitiere nun die Seite http://www.kath.de/lexikon/philosophie_theologie/gottesbeweis_wahrheit.php, auf welcher recht kompakt das ganze beschrieben ist.

Der Mensch in seiner Freiheit treibt nicht ohne Erkenntnis und ohne Ausrichtung auf ein Ziel durch sein Leben. Die Freiheit wäre nicht wirklich frei, wenn der Mensch nicht zur Erkenntnis fähig wäre, denn nur eine erkennende Freiheit kann sinnvoll wählen. Würde der Mensch nicht erkennen, was für sein Leben wichtig wäre, könnte er zwar immer noch wählen, aber seine Wahl wäre nur zufällig, „ohne Sinn und Verstand“ und damit nicht frei, sondern eben abhängig vom Zufall und nicht von der eigenen Einsicht.[…]

Die Freiheit eines denkenden Wesens funktioniert nur, wenn das Wesen auch denken kann. Wenn der Mensch nicht zwischen emotionalen Begehren und bewussten, vernünftigen Denken und Wollen unterscheiden kann – ist er ein Tier das auf Instinkte reagiert.

 

Man könnte jetzt sagen, der Mensch sei zwar zur Erkenntnis befähigt, ob in einer Tüte, auf der „Rigatoni“ steht, auch tatsächlich als Röhrchen geformte Nudeln drin sind. Jedoch sei er überfordert, wenn es um die Erkenntnis Gottes gehe. Auch reiche sein Erkenntniskraft nicht aus, für sein eigenes Leben einen letzten Sinn zu erkennen. Auch wer das sagt, gibt damit seinem Willen Ausdruck, die Wahrheit zu erkennen. Denn wer zweifelt, will nicht Beliebigkeit, sondern er zweifelt um der Wahrheit willen. Denn zweifeln kann nur jemand, der eine Vorstellung von der Wahrheit hat. Er stellt eine Aussage in Frage, weil er nicht sicher ist, ob sie wahr ist. Der Zweifel zeigt an sich selbst den Anspruch der Wahrheit. Der Erkennende kann nur dem zustimmen, was er als Wahrheit erkannt hat. Das zeigt: Die Wahrheit ist dem Menschen als unausweichliche Aufgabe gestellt. Gerade im Zweifel meldet sich der Anspruch der Wahrheit.“

Vor allem die Zweifler suchen die Wahrheit. Sie prüfen alles auf den Wahrheitsgehalt – was ist richtig, was falsch, was Illusion, was schwach was nicht Zielführend. Je mehr jemand an allem Zweifelt, desto stärker ist er ein Wahrheitssucher.

 

Der Anspruch der Wahrheit kommt von außen auf den Menschen zu. Es ist nicht so, daß der Mensch sich eine Idee von der Wahrheit macht, um dieser zu folgen, so wie ein Maler die Idee eines Bildes hat und diese dann auf der Leinwand umsetzt. Die Wahrheit liegt vielmehr dem erkennenden Menschen voraus. Er richtet sein Erkenntnisvermögen an der Wahrheit aus, so daß die Wahrheit eine Größe ist, die den Menschen übersteigt. Dieser Vorrang der Wahrheit vor dem menschlichen Erkennen ist nicht beliebig, sondern gilt ohne „Wenn und Aber“. Der Mensch kann der Wahrheit keine Bedingungen stellen, vielmehr stellt die Wahrheit dem Menschen eine Bedingung, nämlich nur das für wahr zu halten, was auch „ist“. Der Anspruch der Wahrheit ist unbedingt.

Die Wahrheit ist grösser als der Mensch. An einem einfachen Beispiel kann man das verdeutlichen: Ein Liebespaar liebt sich. Was ist nun die Wahrheit? Lieben sie sich? Warum lieben sie sich, ist es wahr das Sie ihn so liebt wie Er sie? Lieben sie sich aus denselben Beweggründen? Wie nehmen die Freunde das alles wahr? Wissen sie etwas was die Liebenden nicht wissen? Lieben sich die Liebenden weil Freunde sie verkuppelt haben und etwas erzählt haben was gar nicht stimmte aber dennoch zur entflammten Liebe führte? Hat er sie beeindruckt und sie dadurch zum Lieben gebracht? Hat sie sich nicht beeindrucken lassen aber war gerührt von seinem Versuch sie zu beeindrucken? WAS ist die Wahrheit? Man wird es nie wissen – wir werden es nie wissen. Wenn wir darüber nachdenken verändern wir die unsrige Wahrheit sogar. Dennoch ist die Wahrheit, das sie existieren und das sie sich zu einem Zeitpunkt lieben. Diese Wahrheit überwältigt beide, sie sind plötzlich darin und leben damit. Und ähnlich läuft es mit der viel grösseren Wahrheit Gottes.

 

„Gegenüber der Wahrheit ist der Mensch nicht frei. Vielmehr ermöglicht die Wahrheit die Freiheit, denn würde der Mensch die Wahrheit nicht erkennen, könnte er seine Freiheit nicht nutzen. Das Thema der Freiheit ist also nicht die Wahrheit, sondern was der Mensch mit seiner Lebenszeit anfängt, für was er sich entscheidet. Auch hier ist der Mensch auf etwas ausgerichtet, nämlich auf das Gute. Nur wenn er das Gute anstrebt, kann seine Freiheit gelingen. Deshalb fällt die Freiheit auf den Menschen zurück, der sie nutzt, um sich oder andere zu schaden. Wer anderen schadet, macht sich damit unfrei.“

Die Wahrheit ist der absoluter Meister über uns Menschen. Wir können nicht ohne sie leben. Sie ist der archimedische Punkt, über den die gesamte Welt gehebelt werden kann. Wer sich nicht nach der Wahrheit richtet, wird Sklave anderer Dinge weil er eigentlich auf der Suche nach der Wahrheit und Freiheit ist, diese Freiheit aber woanders als in der Freiheit selbst, nicht finden kann. Keine Droge führt zur entspannten Freiheit, sie führt zur Sicht nach der Droge.

 

Wenn der Mensch die Wahrheit nicht hervorbringen kann, sondern alles, was er erkennt, am Anspruch der Wahrheit messen muß, von welcher Instanz kommt dann dieser Anspruch der Wahrheit? Die Frage ist auch deshalb unausweichlich, weil der Mensch in seiner Irrtumsfähigkeit und der Versuchbarkeit, aus böser Absicht die Wahrheit zu verdrehen, eine Instanz braucht, die die Wahrheit garantiert. Ohne diese Instanz hätte er keinen Leuchtturm, an dem er sich bei allen Irrtümern und Mißgriffen neu orientieren könnte.“

Wir wissen das es so etwas wie Wahrheit gibt. Im Laufe der Geschichte trat sie hervor, Staaten gingen unter, Politische Strukturen ebenso – der Kommunismus zum Beispiel war eine Lüge. Man sieht es daran, dass er zusammenbrach und Zombies hervorbrachte. Es gibt eine Wahrheit – etwas das Stimmt und etwas was nicht Stimmt und nicht funktioniert. Irgendwo ist diese „Instanz“, irgendwo ist die Wahrheit als Gedanklich erreichbarer Punkt, als spirituell erfahrbare Existenz.

 

Wenn der Satz gilt „Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, dann kann nichts in dieser Welt diesen Anspruch stellen. Denn in unserer Welt geht es erst einmal ums Überleben und ein jeweils besseres Leben. Die Wahrheit kann dazu helfen, aber manchmal ist es auch vorteilhafter, nicht die Wahrheit zu sagen. Unsere Welt ist zu sehr vom Zufälligen geprägt, als daß sie einen unbedingten Anspruch an unsere Erkenntniskraft stellen könnte. Die Wahrheit, die uns unbedingt einfordert, die uns jedes „Wenn und Aber“ aus der Hand nimmt, ist keine weltliche Instanz. Sie kann diesen Anspruch auch nur stellen, wenn sie in sich voll wahr ist. Die Instanz muß also in sich wahr sein, sie muß sich selbst erkennen und alles, was dem menschlichen Erkenntnisvermögen irgendwann einmal zugänglich sein könnte. Die Wahrheit, die uns so unbedingt einfordert, muß selbst über die ganze Wahrheit verfügen. Auch muß die Wahrheit, die unsere Freiheit einfordert, selbst frei sein. Wäre sie nicht selbst eine frei erkennende Wahrheit, würde sie von einer anderen Wahrheit abhängen. Sie kann nämlich nicht wie ein Milchstraßensystem nach physikalischen Gesetzen funktionieren, sondern sie muß diese Gesetze erkennen können. Denn nur ein geistiges Wesen erkennt die Gesetze, nach denen eine Milchstraße funktioniert, die Milchstraße erkennt diese nicht. Freiheit gehört deshalb notwendig zur Wahrheit, denn nur ein Wesen, das in seinem Geist vergleichen kann, ist in der Lage festzustellen, ob etwas wahr ist oder nicht.

Dies ist der zentrale Punkt meiner Erkenntnis. Die Wahrheit über sich selbst lernt ein Mensch nur, wenn er sich selbst kennenlernt. Wenn er seiner selbst bewusst wird. Dementsprechend muss „Die Wahrheit“, das Etwas welches jenseits unserer Welt ist – zum Beispiel in der „Welt“ der Mathematik und Zahlen – AUCH seiner selbst bewusst sein. Nur dann ist die Wahrheit auch in den Bereichen unserer Geistesfähigkeit die Wahrheit.

Dieser Gedankengang war für mich der Schlüssel. Jetzt ist mir klar warum Gott ein bewusstes Wesen ist und keine abstrakte Idee jenseits unserer Welt. Warum es nicht einfach „das Gute“ ist, sondern „die Wahrheit“ die uns liebt. Warum genau Gott uns liebt ist mir nicht klar, aber dem gehe ich jetzt nach – erstmal bin ich befreit durch die Gedankenschritte welche sich vor mir ausbreiteten.

Gott ist Bewusstsein, Gott ist von bewussten Wesen erfahrbar – unbewusste Wesen haben es nicht nötig zu erkennen, sie sind einfach. Darum ist Gott Jehova, der welcher immer da ist. Gott ist die Wahrheit, die absolute Wahrheit der wir Menschen ausgeliefert sind wie der Wahrheit das eine Bremse im Auto nicht funktioniert. Wir können so tun als wäre die Bremse nicht kaputt, aber sie IST ES. Die Wahrheit, abgelöst von einem Ding, ist vorhanden – es ist das Wesen der Welt.

Gruss,

Templarii

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