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„Wir finden nämlich unter den Dingen solche, welche die Möglichkeit haben, zu sein und nicht zu sei, da sich einiges findet, das entsteht und vergeht und infolgedessen die Möglichkeit hat, zu sein und auch nicht zu sein. Es ist aber unmöglich, daß alles von dieser Art sei, weil das, was möglicherweise nicht ist, auch einmal nicht ist (bzw. nicht war). Wenn also alles die Möglichkeit hat, nicht zu sein, dann war hinsichtlich der Dinge auch einmal nichts. Wenn dies aber wahr ist, dann wäre auch jetzt nichts, weil das, was nicht ist, nur anfängt zu sein durch das, was ist. Wenn also (früher einmal) nichts Seiendes war, dann war es unmöglich, daß etwas zu sein anfing, und so wäre jetzt nichts: was offenbar nicht stimmt.“

Thomas v. Aquin, Summa theologica I, quaestio 2, a 3

Mein eigene Intepretation (es ist mir noch ein bischen zu hoch):

Es geht darum darauf hinzuweisen das „überhaupt etwas existiert“ weil es Dinge gibt die existieren. Dinge können nämlich existieren und nicht existieren: Das unsichtbare rosa Einhorn ist nicht da, der stinkende nasse Hund ist da und er stinkt fürchterlich!

Weil es in unserer Wirklichkeit Dinge gibt, die sein können und nicht sein können, muss irgendwas gewesen sein dass damals, als alles anfing und noch nicht da war – da war.

Aus dem Nichts entsteht nichts. Im Vakuum gibt es nichts, das Vakuum ist die Abwesenheit von etwas.  Wenn vor dem Urknall nichts war, kann der Urknall gar nicht geschehen sein – den es gab gar nichts was hätte knallen können.

Der Gedanke führt weiter, dass dieses „unbekannte etwas“, was jenseits von Raum und Zeit ist – wir kennen ja auch die Subjektive Zeiterfahrung die anders ist als die gemessene Zeit  – eine für uns unerfassbare Existenz ist. Da ist *etwas“ aber wir sind nur kleine kurzlebige Kohlenstoffhäufchen und Trockennasenaffen zu blöd und zu stumpfsinnig um das umfassend zu Verstehen. Dieses Etwas ist Gott.

Jetzt geschieht ein Fehler – die Menschen die das hören, projizieren IHRE Gottesvorstellungen (Mann mit Bart..) in dieses „etwas“. Doch eigentlich muss es genau umgekehrt sein – wir müssen, auch geistig, schweigen und uns von diesem „etwas“ überwältigen und vereinnahmen lassen – DANN verstehen wir mehr.

Templarii

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2 Kommentare zu “Es gab nie Nichts – Thomas von Aquin

  1. Ein sehr interessanter Fund. Aquinas deutet hier wohl auf die Kausalität des Universums hin – alles was ist, muss eine Ursache haben. Wenn wir diese Kausalkette von Ursache und Wirkung zurückverfolgen, müssen wir zu etwas Ewigem kommen – einem unbewegten Beweger. Dieser unbewegte Beweger (= Gott) setzte die gesamte Kausalkette in Bewegung, wurde jedoch selber nicht erschaffen und existierte somit schon ewig.

    Mir persönlich ist die Summa Theologica auch noch etwas zu hoch 😉

    Maskulistische Grüsse,
    Manifold

    Die Söhne von Perseus

    P.S.: Ich habe jetzt die Bearbeitung von „Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel“ abgeschlossen und muss nochmals sagen, dass sich das Buch voll und ganz gelohnt hat! Danke, dass du es auf deinem Blog besprochen hast! Ich hoffe, dass sie das Buch auch mal ins Englische übersetzen, so dass auch angelsächsische Rechte erkennen, dass der Westen dem Islam bei Weitem nicht so viel schuldet, wie uns immer suggeriert wird.

    • Ich muss das Buch noch einige male durchlesen – es ist tatsächlich mehr als absurd das man behauptet die Araber hätten uns irgendwie was gebracht, während die Bibliotheken der Klöster und Königshäuser voll mit griechischen Originalen waren.

      Es ist einfach so: Sie haben es nur behauptet und die Wirklichkeit ignoriert. Im Grunde besteht der Vorwurf, dass wir früher alle primitive Schlächter waren nur darauf, das man es einfach behauptet hat. Nachgeschaut hat keiner.

      Templarii

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