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“Aber das, woran wir heute leiden, ist die Demut am falschen Platz. Die Bescheidenheit hat sich vom Organ des Ehrgeizes getrennt. Die Bescheidenheit hat sich mit dem Organ der Überzeugung zusammengetan; wo sie nie hingehört hat. Der Mensch war dazu bestimmt, an sich selbst zu zweifeln, aber nicht an der Wahrheit; und nun ist es gerade umgekehrt. Heutzutage pocht der Mensch ausgerechnet auf jenen Teil im Menschen, auf den er nicht pochen sollte: – auf sich selbst. Der Teil, an dem er zweifelt, ist ausgerechnet der Teil, an dem er nicht zweifeln dürfte – die göttliche Vernunft. Huxley predigte eine Demut, die sich damit begnügen sollte, von der Natur zu lernen. Aber der neue Skeptiker ist so demütig, dass er zweifelt, ob er überhaupt imstande sei zu lernen. So hätten wir eigentlich unrecht, mit unserer voreiligen Behauptung, es gebe keine für unsere Zeit typische Demut. Praktisch handelt es sich um eine verdorbenere Demut, als es die tollste Selbsterniedrigung der Aszeten ist. Die alte Demut war ein Sporn, der den Menschen hinderte, stillzustehen; nicht ein Nagel in seinem Schuh, der ihn am Weitergehen hinderte. Denn die alte Demut liess den Menschen an seinen Anstrengungen zweifeln, was ihn eifriger sich mühen hiess. Aber die neue Demut lässt ihn an seinen Zielen zweifeln, was ihn veranlassen wird, überhaupt alle Bemühungen aufzugeben.”

Chesterton, G.K., Orthodoxy, 1908.

Langsam erkenne ich was denn so schief gelaufen ist.. Und warum das erste Gebot so wichtig ist.

Templarii

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