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Sanft und taktvoll umfasst der heilige Geist mein Wesen. Er zeigt mir Schritt für Schritt meine Fehler, mein Scheitern – sowohl im Grossen als auch im Kleinen – wird dargelegt. Meine Fähigkeit in die Untiefen meines versumpften Bewusstseins herabzusteigen entfaltet sich. Die stürmische See; mein Todeskampf im Trubel meiner Emotionen, Triebe und unausgegorenen Willensbruchstücken; versetzt mich nicht mehr in Todesangst. Der Schrecken verliert an Macht, so sehr das ich ihm mehr und mehr ins Angesicht schauen kann. Der Herr geht ruhig über die stürmische See, die Elemente können ihm nichts anhaben – er ist mehr Macht und mehr Leben als sie.

Zuerst japste ich nach Luft, verschluckte die zornigen Wasser, die Augen brannten vor Wut und Angst. Als ich ihn rief kam er. Nimm und lies hiess es – ich fing an. Langsam stieg ich in den tosenden Strömungen auf. Bald watete ich durch das Wasser, das Licht zeigte mir den Weg. Dann ging ich unsicheren Schrittes zu ihm, der Logos stützte mich – meine aufflackernde Liebe zur Wahrheit durchzog meinen Geist, gab mir Halt. Das war es was ich immer suchte, das war der Schlüssel zur Frage! Endlich war erkennbar wieso ich immer wusste das „da mehr dahinter ist“ und warum alles was ich lernte „nicht alles war“. Ich vermutete immer was komplexeres, immer ein Geheimnis, irgendetwas was ich nicht verstand.

Der Herr ist mein Hirte, aber ich bin ein Wolf!

Der Mensch ist des Menschen Wolf, auch zu sich selbst – die Todesqualen verursachte ich mir. Kein Bier konnte das Feuer löschen, kein Spiel, kein Sex, kein abstumpfen, keine Schärfe des Denkens, keine Philosophie, kein Kult. Die Liebe zum höchsten hilft. Sie stabilisiert. Man lässt das Getöse am Herrn zerschellen! Alles werfe ich ihm entgegen! Nimm und vernichte!

Und siehe, ich stehe ruhig im wütenden Getöse der Endlichkeit.

Und siehe, der Herr lacht mich an.

Und siehe, die Glocken läuten.

Liebe Deinen Nächsten, wie dich selbst. – Wie sollte ich andere lieben wenn ich mich doch selber, den Wolf, hasste – uns alle, uns Mörder, Giftmischer, Vergewaltiger?

Du nimmst mir meine Natur nicht, Du vergöttlichst sie oh Herr, Du hast sie mir gegeben – bevor es mich gab. Du legst mir keine Ketten an, du nimmst sie ab. Du lässt mich Dein Kreuz tragen, doch Dein Joch ist leicht – im Vergleich zu eigenen Stumpfsinn der mich jeden Augenblick aufs tiefste beleidigt und betrübt und wider meiner Natur ist.

Jetzt wate ich über die Wasser und versuche da zu bleiben, es ist schwer, ich bin schwach, doch die Wahrheit ist stark, die Ewigkeit unendlich. Bitte gewähre mir, guter Freund, weitere Schritte – lass mich scheitern damit ich lerne was Wirklich ist.

Lass mich siegen damit Du siegst.

Amen

Templarii

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