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Tapferkeit ist der Versuch Gott zu folgen, auf ihn einen Blick zu erhaschen, den Saum seines Rocks zu berühren – trotz der Gewissheit um die eigene Schwäche, Ohnmacht, Boshaftigkeit, Kurzsichtigkeit, Lächerlichkeit.

Man sieht ins Licht und die Schönheit des Lichts lässt erkennen wie klein und hässlich man ist. Und doch strebt man weiter, immer weiter. Bittet den Herrn um Vergebung seiner Sünden, nimmt seine Hand die er in seiner Gnade reicht. Man erkennt die Irrtümer seines Lebens, die verschwendeten Augenblicke, die Schwächen, die Gier. Wie man Einblicke in die Ewigkeit verpasste, Herzlos über Kostbarkeiten hinwegging, Gott in anderen Menschen mit seinem Hass bespie.

Tapfer steigt man über seine Illusionen, über seine Herzlosigkeit, über sein Gift, über die Hochmut des Denkens hinweg und lässt sich vom Wahren, Guten und Schönen leiten – vom bitteren Blut Jesu Christi, vom Schmerz Gottes angesichts unserer Unvollkommenheit. Der Schock sitzt tief, der Schock über das Ausmass der eigenen Zerstörung katapultiert den hohlen Menschen heraus aus dem Garten der Lüste auf die karge Wirklichkeit der Wahrheit. Führt heraus aus Ägypten in die Wüste der Wahrheit.

Wir sind Staub und werden Staub bleiben – wir sind Fleisch und werden Fleisch bleiben. Doch haben wir den Mut und die Tapferkeit die Gnade Gottes anzunehmen, sich vom heiligen Geist erfassen lassen, bis auf die tiefsten Tiefen hinab sein karges schreiendes Wesen sehen – und bis zur Unendlichkeit zusammenschrumpfen.

Je tapferer wir sind, desto tiefer ist unser Fall. Je tapferer wir sind, desto klarer ist der Abgrund zu sehen – mit Gottvertrauen stürzt man dort hinein, lässt sich fallen und lässt das Licht im Herzen all die Schatten unserer Begrenzungen zerstören. Der Anfang und das Ende der Welt trägt uns, wenn wir uns ihm hingeben, uns von ihm verändern lassen, ihm unser Wesen überlassen – das Gute wie das Böse, aufhören uns zu konfigurieren und einfach lassen.

Mein Herr und mein Gott!

Tapfer lassen wir uns von Gnade und Liebe umhüllen, ziehen uns das Leiden unser aller Gottes an wie einen Mantel, tragen das Kreuz mit und lassen uns befreien. Und je mehr wir das tun, desto tapferer sind wir. Desto mehr regt sich Leben in uns. Je stärker wir uns beugen, desto stärker ringen die widerwilligen Geister in einem, schreien, keuchen, wüten, geifern – sie wollen Sein! Doch so wie Gott sich hingab, so geben wir uns tapfer hin. Lassen das Böse schlagen, geifern und in unendlicher Begrenztheit verzweifelt nach Grösse gieren.

Je weiter wir tapfer diesen Weg gehen, desto stärker wirkt sich die Veränderung aus. Die Glorie Gottes erscheint, der Hauptdarsteller betritt die Bühne des Lebens, überstrahlt die Lüge – erweckt alles Wahre zum Leben. Besiegt alles falsche und die Götzen werden zu Schattenzeichnungen an der Wand. Die Perversität wird zu Tode pervertiert, die Kraft durch ihre eigene Kraft besiegt, das Geld durch Geld, die Sucht durch Sucht, der Zweifler verzweifelt am Zweifel an seinem eigenen Zweifel. Wer nicht sehen will, wird nicht sehen, wer nicht hören will, wird nicht hören.

Durch den ewigen Todeskampf des Todes hindurch berührt uns die Wahrheit und bittet demütig um die Tapferkeit auf sie zu schauen. Donnernd erschallen die Posaunen wenn der Tapfere einen Blick darauf wirft. Ist er tapfer genug das liebliche Getöse zu ertragen? Ist er stark genug um von der Ewigkeit zu kosten? Ist er kräftig genug um sich auf die Knie zu gehen? Stolz genug um seinen Kopf zu senken? Furchtlos genug um vor Gott dem Allmächtigen zu zittern? Es frech zu wagen respektvoll zu sein? Ist er tapfer genug  einen Hauch des himmlischen Jerusalem zu ahnen?

Die Früchte der Tapferkeit sind golden, man wird Mensch. Die Tränen dieser Welt erreichen das Herz, und steigen hinunter zum Blut des gekreuzigten, hinauf zum Licht – so weit hinauf, wie es tief herab geht.

Angst bleibt, doch sie verändert sich. Man fürchtet sich, aber man fürchtet mehr das Licht zu verlieren. Man bekommt zu sehen warum man lebt. Man sieht Gott durch die Augen der Tochter, Gott durch die Augen der Frau, Gott durch die eigenen Augen im Spiegel. Er schaut dich an. Er beobachtet. Er ist.  Wut bleibt, doch sie wird anders – Tränen der Demut durchziehen sie. Tapferkeit wird zum Weg der kleinen zarten Schritte auf der Jakobsleiter zum Herrn.

Du selbst bist in Relation zu ihm. Dein Sein IST die Relation der Wahrheit zu Dir. Dein Erkenntnisprozess um die Wahrheit ist lebende Liebe. Tapfer blickt man den ewigen Freund an, lädt ihn tapfer in sein Herz und lässt sich wieder und wieder fallen. Gott gibt, Gott nimmt – ich bin.

Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat’s genommen, gelobt sei der Herr!

Templarii

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Ein Kommentar zu “Was ist Tapferkeit?

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