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Die erste europäische Renaissance fand unter anderem darum statt, das viele griechische Wissenschaftliche Klassiker über von Osmanen flüchtende byzantinische Mönche, Wissenschaftler und Priester nach Italien kam. Es gibt zum Beispiel Vermutungen das Leonardo da Vinci bei einem griechischen Mönch vieles erlernte.

Durch die Übersetzungen der altgriechischen Klassiker ins lateinische erfolgte eine grossartige gesellschaftliche Entwicklung die sich soweit überhitzte, das sie wohl in der Reformation münden musste. Entscheidend war aber die plötzliche Verfügbarkeit vieler Klassiker von Platon, Aristoteles und anderen.

Mir ist eine Parallele zur heutigen Zeit aufgefallen. Durch die Digitalisierung entsteht plötzlich eine Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit an Büchern, Gedanken und geschichtlichen Vorgängen, die vieles gewaltig verändern wird. Es ist beispielsweise sehr einfach möglich nachzulesen was die katholische Kirche für eine Auffassung zu bestimmten Themen hatte – zum Beispiel um zu vergleichen ob die Vorwürfe gegenüber ihr überhaupt stimmen. Der beliebte und falsche protestantische Vorwurf, dass die Katholiken mit Maria eine Götze anbeten, lässt sich inzwischen schnell widerlegen. Dies war zur Zeit der Reformation nicht möglich – Latein konnten nicht alle, Zugriff auf die Bücher hatten noch wenige. Es ist zum Beispiel bemerkenswert wie viele Vorwürfe gegen die Katholische Kirche überhaupt keinen Grund haben, sondern nur auf der Ablehnung protestantischer Praktiken basieren (Leibfeindlichkeit zum Beispiel). Ebenso ist es jetzt nachvollziehbar was Galileo denn überhaupt sagte, und WAS die Kirche an seinen Ausführungen als falsch ansah – und nein, es ging nicht darum dass die Kirche das heliozentrische Weltbild ablehnte.

Zusätzlich gibt es langsam aber sicher digitalisierungen der alten Originale. Pergamente und Folianten hochauflösend eingescannt – Wissenschaftliche Analysen und Abhandlungen sind schnell zur Hand, Wortsuche ist auch schon digital möglich. OCR, also die Schrifterkennung macht grossartige Fortschritte, sogar ein Projekt zur übersetzung von Latein in moderne Sprachen (trotz bekannter Schwierigkeiten) gibt es. In wenigen Jahren ist es jedem möglich die Vulgata aufzuschlagen und das Latein dort zu übersetzen oder zu lernen.

Ich glaube dies wird einen gigantischen Schub in unsere Kultur bringen. All die Schätze werden uns stärken und ermächtigen freier und fortschrittlicher zu werden. Die Mönchische Revolution – wird sich auf eine andere Art widerholen, früher wurde die Wildnis gezähmt, die Wälder gerodet und urbar gemacht. Heute wird die geistige Wildnis gezähmt, die geistigen Untiefen trockengelegt, die Wirrniss gerodet und urbar gemacht.

Wir stehen an der Schwelle einer ganz anderen Kultur, getrennt von Territorialer Integrität früherer Jahrhunderte zwar, aber dennoch so strukturiert das man überleben kann. Die Kraft der Technologie ist vorhanden, eine Stahltüre ist eine Stahltüre – diese kann man nicht einfach mit roher Gewalt zerbrechen, es braucht Intelligenz, Fähigkeiten und Wissen um die zukünftigen „Burgen“ zu knacken. Ich glaube das dies eine Gesellschaftsevolution verursachen wird die bestimmte Verhaltensweisen oder kulturelle Eigenheiten zum aussterben bringen wird.

Man kann beispielsweise keinen digitalen Krieg mit roher Gewalt führen – DDoSe sind zwar als Angriffswaffen vorhanden, aber nicht so zielführend wie intelligentere Vorgehensweisen. Wir werden in einer Gesellschaft leben, in welcher die Basis das intelligente Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung nötig ist um überhaupt in den Zustand zu kommen Fähigkeiten zu entwickeln um „Wettbewerbsfähig“ zu sein. Eine stumpfe Sekte mit dem Motto „gehorche ich bin dein Chef und denke ja nicht selbst“ wird untergehen, egal wie viele Menschen dieser Sekte angehören. Eine Atombombe ist eine Atombombe, sie funktioniert nicht wie eine Keule.

Es werden interessante Zeiten auf uns zukommen, aber sie sind ja schon da..

Templarii

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4 Kommentare zu “Eine neue Renaissance – durch die Digitalisierung

  1. Die Chancen sind unbeschreiblich groß, jedoch ist das Internet so unglaublich überladen, v.a. auch mit jederlei Müll, in dem das Wertvolle droht unterzugehen. Es ist also die Frage, inwiefern es hier wirklich noch möglich ist für jemanden der kirchenfremd ist trotzdem an fromme Inhalte zu gelangen und diese auch ernst zu nehmen und eben nicht nur als eine ebenso radikale (evtl.abzulehnende) Alternative.
    In der Renaissance, oder auch mit dem Aristotelismus kamen zudem gänzlich neue Philosophien/Gedankenströme/Kulturgüter in das Abendland. Es mag postmoderne Skepsis sein, doch inwiefern finden wir heutzutage noch „Neues“? Wo könnte man denn tatsächlich Einflüße sehen, die nicht bereits bekannt waren und durch das Netz erst populär werden?

    • Die Wahrheit hat wohl eine eine in sich innewohnende Kraft hat. Eine Art Magnetismus, den Wahrheitssuchende fühlen. Müll in Unmengen gab es wohl schon immer, ich kenne die Literaturverhältnisse des Mittelalters nicht, damals gab es noch keine gedruckten Bücher – aber die „Zeitungen“ aus der Reformation hatten das Niveau so mancher Gossenzeitungen von Heute.

      Jeden Tag finde ich was neues, bin ja auch nicht „postmodern abgeklärt“ sein. Die postmoderne schmeckt schal, der Feminismus, Genderismus, die 68er-hippie-bewegung sind Lächerlich und peinlich für mich. Modern ist zum beispiel:

      „Die Natur ist nicht unsere Mutter, sie ist unsere Schwester. Wir haben denselben Schöpfer. Sie hat keinerlei Autorität über uns.“ Das ist einfach genial (und von Chesterton den ich grad entdecke..), befreiend und loslösend. Es ist wohl so das die Probleme ständig dieselben sind – Menschen die sich wichtig machen, Menschen die Ideologien aufbauen um über andere die Dominanz zu haben. *gähn*.

      Bekannt ist nämlich GAR NICHTS. Keine Sau liest die Seiten vom Vatikan. So manches mal hat man mir gesagt dass meine Aussagen die ersten sind, die direkt von Kirche sprechen. Oder das meine Links die ersten sind die auf konkrete und direkte Aussagen des Papstes oder der Kirche sind. Die Menschen lesen nur darüber was andere über die Kirche sagen, kaum bis gar keiner liest was die Kirche selbst sagt. Und dann sind sie ganz erstaunt das der Papst zusammenhängede Sätze formulieren kann…

      Die Erde ist Wüst und Leer… 😀 😀 😀 Ich komme mir wirklich vor wie ein „geistiger Archäologe“ der mit einem Schiff gelandet ist und in all den Ruinen überall Schätze findet. Chesterton alleine ist schon Euphorisierend..

      Templarii

  2. hehe, eigentlich ein lustiger zufall, weil ich mir letzte woche ebenfalls einige seiner werke ausgeliehen habe und mich gerade durchlese,- herrlich.
    jenseits der möglichkeit, dass jeder sich individuell an den offiziellen dokumenten abarbeitet, die je jünger sie werden, desto unverständlicher sind, wäre vielleicht auch ein einrichten von lesezirkeln etwas hervorragendes. wir hatten das eine zeitlang in unserer pfarrei und haben uns jeden monat getroffen und enzykliken und heiligenviten gegenseitig vorgestellt, – bis es der pfarrgemeindesowjet verboten hat und die fortführung im privaten rahmen deutlich schwieriger war….
    aber es stimmt schon, wer suchet, der findet! und wer nach gott sucht, der wird kein gut entbehren!

    • Ich würde sagen, dass man inzwischen bombastische Filme, Comics, Computerspiele, Theaterstücke, Flash-mobs und mehr machen kann – mit der Fülle an Erkenntissen, allein schon Chesterton bietet mehr Munition als man in 100 Jahren verballern könnte. Dämonenjäger telly hoooo!!

      Templarii

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