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Da steht sie, die Wahrheit und fordert mich heraus. Frech würde ich sagen, doch die Wahrheit ist nicht frech. Sie ist schlicht wahr. Frech bin ich, dass ich glaube mein beschränktes Sehen sei richtig und die Wahrheit sei Falsch. Wie provokant es ist auf die Wahrheit blicken zu wollen. Der Versuch sie zu erfassen sprengt das eigene Weltbild so schnell, das man sich beeilt auf die Bremse zu treten. Man würde es tun wenn man nicht wüsste das die Wahrheit Gut ist.

Hell strahlt die Lichtsäule; die Wahrheit, das Licht und das Leben. Alles andere verblasst, nur noch ich und die Wahrheit sind da. Ich sehe das ich etwas sehe, aber ich sehe nicht was ich sehe. Das Licht ist so laut das es alles übertönt, meine Ohren können nicht hören, meine Augen nicht sehen, mein Verstand wird still weil er zumindest schlau genug ist um zu erkennen wann er nicht erkennen kann.

Es ist so schwer darüber zu reden, wie eine Last erscheint das hervorquellende Erkennen – es ist wirklich wie der Weg aus der Höhle. Man kann nur noch in Bildern sprechen, Metaphern benutzen um Metaphern zu beschreiben. Einen Brief zu schreiben ist fast unmöglich, der Geist springt in hohen Sprüngen über Philosophien, Kulte, Rituale, hohle und echte Bedürfnisse hinweg. Riesige Stäbe, einzelne Erkenntnisse in den Händen haltend die alles umhauen was in im Weg ist. Von Freude und Sehnsucht getrieben, Jubelnd und Jauchtzend wegen der befreienden und beschwingenden Art welche der langen dunklen Nacht ohne Freude folgt. Man kann gar nicht so viel beschreiben wie es zu beschreiben gibt. Man kann nicht so viel erklären wie es zu erklären wird – wie ein heilloser Schwätzer steht man sonst da, mit überquellendem Mund voller Worte, Gedanken, Preisungen und Lieder.

Klar, es bleibt schwierig. Doch die Schwierigkeit wird leicht je mehr man das Joch der Wahrheit auf sich nimmt. Wenn man lernt sein Kreuz zu tragen – ist die Poesie hinter den Bildern das was alles leicht macht. Was leide ich noch unter meiner Blindheit die ich mir selbst geschlagen habe! Als Zehnjähriger wusste ich besser bescheid. Hunger, Hunger, Hunger nach mehr, Lust auf das Ringen mit der Wahrheit – ich will mein Wesen an der Wahrheit zerschellen sehen, die falschen Gedanken, die Lügen, die Krämpfe niederringen. Alles wird vergehen, wenn es nicht in der Wahrheit steht – ich will leben, ich will lieben, ich will wissen, ich will Ruhe und Frieden, ich will satt sein. Oh Herr gib mir Brot, ich verhungere! Und verharre in einer dämlichen Form der aufflackernden „Bedürfnissbefriedigung“, das reicht mir nicht, ich will mehr! Die anderen können „letzter Mensch“ spielen, ich empfinde es als erbärmlich und ablehnungswürdig.

Der Hymnus aufs Leben endet nicht im wälzen seines Geistes im Matsch. Ein Tier ist ein Tier, ein Mensch ist ein Mensch – das Leben ist mehr, viel mehr als nur Natur! Ich weiss das es mehr ist, ich fühle es, ich sehne mich danach und ich merke wie mich alles in dieser Welt nicht sättigt sondern nur enttäuscht. Doch wenn ich meinen Unsinn wegschiebe, geistesgegenwärtig um Hilfe bitte – hilf mir den Scheiss wegzuschieben, nimm das weg was den Blick auf die Wahrheit versperrt! – dann wird geholfen. Ich klopfe und die Tür wird geöffnet, selbst inmitten von stürmischen Wogen blicke ich auf die Wahrheit die mir ermöglicht über die Wasser zu laufen. Wenn ich versinke bin ich kleingläubig. Merke ich das ich kleingläubig bin, hilft die Geistesgegenwart um die ich bat damit ich zur Wahrheit streben kann. Wie feinfühlig ich geworden bin, wie genau erkenne ich inzwischen meine Schwächen und mein Unvermögen. Jetzt werde ich zum Schmied meines Glücks.

Die Wahrheit macht frei, sie fordert heraus alles abzuschütteln was behindert, fördert die Einsicht in sein eigenes Herz, fördert die Demut gegenüber allen anderen Lebens, hilft beim ertragen der Dämlichkeit, Erbärmlichkeit, Dummheit, Idiotie, Kurzsichtigkeit und all der anderen nervigen und blöden Dinge die einen aufregen oder Double-Facepalms produzieren.

Ich muss schon sagen, jetzt ist mein Leben anders, es ist weiterhin ein Umbruch, es ist weiterhin ein Kampf, es ist weiterhin anstrengend, man irrt sich weiterhin, man liebt und hasst und wüted weiterhin – aber es ist anders. Nicht mehr so krampfhaft, nicht mehr so erstarrt, nicht mehr so grausig tödlich. Ich bin neugierig was da noch kommt, im Guten wie im Schlechten.

Die Zukunft bleibt spannend..

Templarii

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