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Ich hatte ja geschrieben dass es nachvollziehbar ist, auf welche Art das Christentum dass Wesen des Christen verändert. Die Veränderung hat bei mir eine interessante Stufe erreicht – die ich vermitteln möchte.

Es gibt im Christentum die Pflicht Gott zu suchen. Wer diese Pflicht ernst nimmt, wird mit Erkenntissen belohnt, die weit über das hinausgehen was man sich landläufig als „Weisheit“ und „gutes Wissen“ vorstellt. Warum wage ich mich so etwas zu äussern?

Gott ist ein Geheimnis. Er ist ausserhalb und innerhalb der Zeit. Dort stochern wir mit unserer beschränkten Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit herum. Der Umgang mit der Zukunft, mit dem Unbekannten, dem Unklaren und dem was nicht in unserer Macht liegt, macht sehr viel aus. Im Christentum findet man klare, mystische, mächtige und leise Zeichen und Offenbarungen wie Gott ist. Man erhält eine Anleitung wie man in das Geheimniss eintauchen kann, was geht und was nicht geht – quasi die „Leitplanken“ zum Wahrnehmen.

Mein Studium Gottes hat sich sehr verändert. Anfangs war ich noch beim „Handfesten“, den Aussagen der Weisheitssprüche, die konkreten Aussagen Christi sowie die Auswirkungen dieser auf die Päpste, Kirche, Heilige und sonstige Christen. Mit den Psalmen zum Beispiel hatte ich überhaupt nichts am Hut.

Inzwischen ist das alles anders. Die Psalmen sind das schönste und feinste was mich anspricht. Es ist irgendwie so, als ob ich eine innere Sensibilisierung durchlaufen habe, die mir die Störfelder entfernt hat. Ich habe darum gebetet, dass dies geschieht. Es ist mir nichts, wirklich nichts lieber als neue Erkenntisse in der Weisheit und Sensibilität zu erhalten. Irgendwie ist es so, das man alles was man liest im Kontext seines eigenen Weltverständisses liest und intepretiert. Ist man ein hasserfüllter Mensch, nimmt man jede Mahnung als hasserfüllt an.

Das Bild des blutenden, sterbenden Gottes mit Dornenkrone und Narben hatte eine mir unbekannte Auswirkung – ich erkenne jetzt langsam das es mich trösten soll, denn Schmerz ist das einzig wirkliche in dieser Welt.

Die Aufforderung zur inneren „Reinigung“ und klärung des inneren Sachverhaltes hat im Kontext des blutenden Weltenkönigs eine völlig neue Bedeutung. Die ehrliche Hinwendung zu Gott bedingt Ehrlichkeit. Diese Ehrlichkeit im Herzen, im Gewissen – ist etwas was nur zwischen mir und Gott lebt. Ich weiss das die ehrliche, respektvolle und ernst gemeinte entdeckung der eigenen Verfehlungen gross belohnt werden – und wenn es nur die seelische Entspannung in manchen Bereichen der Persönlichkeit ist.

Zynismus, Sarkasmus, Bitterkeit, all das verliert seine Macht. Dies sind alles nur Versuche um Kontrolle über die Welt zu bekommen, als würde ein Staubkorn im Ozean sich abschätzig über den Wellengang im Orkan äussern – und sich damit versichern dass es im Grunde ganz und gar nicht mit dem Wellengang einverstanden ist.

Die ewige Empörung um Gesetzesverbrechen, „Skandale“ von Promis, Politikern und anderen bekannten Persönlichkeit verliert seinen gesamten Reiz. Es wird nicht mal mehr lächerlich oder „unwichtig“ sondern einfach relativiert zu einer „flachen Sinuskurve“. Was stört mich das? Was wundert es mich? Was schert mich das? Gott ist da. Dies führt nicht zu einer buddhistischen Abwendung vor der Welt, sondern die Identitätsstiftung meiner Person über diese Dinge verliert alle Kraft. Man erkennt sich als Blatt im Wind, doch man weiss auch das jenseits der „Blattheit“ und des „Windes“ ewige Gesetze existieren die auf eine Art wirken die ein Blatt und den Wind in seiner Existenz bestätigen aber gleichzeitig transzendieren und zu einem Teil der ewig wehenden Liebe machen.

All der Streit, die Wut, die Enttäuschung über die Gesellschaft, über Maschinen die nicht gehen, über Gebäude die zerstört, Städte die vernichtet, Tiere die getötet, Menschen die gequält und versklavt worden sind – zieht nicht mehr herunter und lähmt, sondern bestätigt die gebrochenheit der Welt, welche die Perfektion, die Heiligkeit, die Schönheit, die Mächtigkeit der Heiligkeit erst bestätigt und verstärkt. Je schlimmer die Situation ist, desto schlimmer ist der ewige Schmerz Gottes ob unseres Schmerzes – desto mehr ist es ein Liebesbeweis Gottes das er für uns da ist. Ein geistiges Perpetuum Mobile, perfekt in seiner Schönheit und Perfektion. Egal was geschieht, ob es allen gut geht, oder ob es allen schlecht geht, der blut- und schweissgetränkte Kopf Gottes schaut herab und leidet im Schmerz oder freut sich mit uns – denn darum hat der Gottmensch ja das Leiden und die Demütigung auf sich genommen. Ich würde sagen es ist eine „bittersüsse Win-Win Situation mit viel Tränen“.

Auf jeden Fall verpufft der Wahn nach Grösse, der Angstwahn vor dem Untergang, der Strafwahn („Wir waren böse und müssen sterben“), der Wahn anderen den Wahn aufzudrängen, der Wahn nach Armut oder der Wahn nach Gerechtigkeit. Man kann es auch biblisch beschreiben: Der Hunger wird gestillt, das Brot der Welt sättigt.

Vielleicht kann man dem letzten Absatz ein bischen entnehmen wieso ich nun die Psalmen interessanter finde als die „einfacheren“ Erzählungen (Auch wenn mir bewusst ist das alle diese Erzählungen mehrere Schichten haben).

 Psalm – 10. Kapitel

 2. „Weil der Gottlose Übermut treibt, muss der Elende leiden; sie hängen sich aneinander und erdenken böse Tücke.“

 Sprüche 10. Kapitel

 12. „Des Gottlosen Lust ist, Schaden zu tun; aber die Wurzel der Gerechten wird Frucht bringen.“

  17. „Wer wahrhaftig ist, der sagt frei, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt.“

  19. „Wahrhaftiger Mund besteht ewiglich; aber die falsche Zunge besteht nicht lange.“

  22. „Falsche Mäuler sind dem HERRN ein Greuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm wohl.“

 23. „Ein verständiger Mann trägt nicht Klugheit zur Schau; aber das Herz der Narren ruft seine Narrheit aus.“

 24. „Fleissige Hand wird herrschen; die aber lässig ist, wird müssen zinsen.“

 25. „Sorge im Herzen kränkt, aber ein freundliches Wort erfreut.“

Grüsse, Templarii

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Ein Kommentar zu “Weitere Veränderung durch das Christentum

  1. Es ist als ob man Versteht wie es läuft. Obwohl man keine Ahnung hat wie es funktioniert. Aber alles ist gut so wie es ist. Der Punkt wo man erkennt das man nicht der Mittelpunkt ist. Und man weis das das gar nicht mal schlimm ist. Als ich erkannte wer ich bin…naja schön war das nicht. Aber Notwendig. Die Stärke die daraus erwächst, die Zuversicht und auch die Gewissheit. Naja ich schweife ab,
    Ich wünsche Dir alles Gute auf deinem Weg auch in den schweren Zeiten die da kommen.

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