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Durch meine Hinwendung zum Christentum begann eine Veränderung meiner Vorstellung von „Gott und die Welt“ massiv. Vieles was vorher unverständlich wahr, wurde verständlicher. Es ist das beste was ich seit langem gemacht habe, ich kann das nur jedem empfehlen sich ernsthaft mit der Thematik auseinander zu setzen.

Das Paradies, Elysium, Arcadien, der Himmel – einige Augenblicke lang, in ganz kurzen winzigen Momenten – kam in mir eine Ahnung auf was das sein soll und wie es sich anfühlt. Auch wenn ich mich durch die Einschätzung irre, die Wahrnehmung treibt an um weiter zu schauen – man bemerkt seinen „seelischen Hunger“, die innere Unruhe beruhigt sich und die persönliche Kraft kanalisiert sich.

Die philosophischen Implikationen und Geisteserweiterungen sind wie Ambrosia – sie „schmecken köstlich“. Man wendet sich an das Brot der Welt und bekommt Inspiration die den eigenen Geist übersteigt und man nur noch verwundert und sprachlos drein blickt. Gott ist geistige Nahrung – und zwar in einer überwältigender Form.

Es ist schwer zu umschreiben, aber das „Brot“ ist das Lebensprinzip in sich selbst. Gott ist die Wahrheit und jegliche Fragen und Gedanken, werden von diesem „Prinzip“ gespeist und richten sich demensprechend um. Es richtet sich alles nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe aus – weitreichender als ein menschlicher Geist es erfassen kann. Die „Muse“ Gott – der Herr Jesus – katapultiert das Selbst hinaus aus der menschlichen Perspektive und wendet den Geist der Ewigkeit und Unendlichkeit hin.

Warum das so ist erschließt sich mir nicht ganz, oder anders gesagt: Die Antwort berührt so viele Teile meiner Persönlichkeit und meiner Weltwahrnehmung dass ich noch nicht in der Lage bin es zu beantworten. Einiges werde ich sicher mal erklären können, denn ich bin gern ein Erklärbär.

Ambrosia ist es deswegen, weil es eine wirklich ermächtigende Speise ist. Das Christentum ist die Hinwendung des Menschen zur Ewigkeit hin das aufrichten des Menschen zum ewigen Licht der Existenz. Diese Hinwendung sprengt unverzüglich die Vorstellungen jedes Menschen, zerschlägt die Ketten der gewohnten materiellen Wirklichkeit und befreit den Menschen aus der Sklaverei seines eigenen Geistes. Die Wahrheit macht frei.

Es dauerte ein wenig um die einige Glaubenssätze zu erkennen mit denen ich meine Wesen zugekleistert habe. Ob es der Glaube an die Umweltverschmutzung, die Zerstörung der Welt durch die Menschen, die Boshaftigkeit und Niederträchtigkeit der Menschheit, den Tod, das Geld, die Vernunft, die „Ur-kultur“, Nation, Rasse, Sprache, Geschichte, Technik, Wissenschaft, die absolute Bosheit oder absolute Gutheit der Kirche, Religion, Tradition, Sexualität, Antisexualität, Antinationalismus, Wirtschaftsordnung oder noch etwas anderes war. Stets kann ich nun erkennen wie ich den Gegenstand meines Glaubens durch meine Wahrnehmung begrenze und dadurch mein Denken. Ich hoffe es gelingt mir diese recht gewaltigen inneren Umwälzungen zu verdeutlichen, ich möchte das dringend teilen.

In der Arbeitswelt beispielsweise gibt es diese leicht unangenehme „Vorgesetzter“ – „Angestellter“ Hierarchie. Menschen mit einem starken Eigenwillen haben oftmals Mühe mit dieser Konstellation, es gibt wahrhafte Bewegungen gegen den „Zwang zur Arbeit“. Vorgesetzte sind nicht perfekt, sie machen Fehler und so manches Mal müssen die Angestellten diese Fehler ausbaden. Wenn man eine unausgegorene Weltsicht hat, zum Beispiel mit dem festen identitätsstifenden Glauben dass Arbeit das Optimum des Lebens ist – dann beugt man sich einem Götzen mit seinen Hohepriestern. Die Hohepriester sind die Vorgesetzten, die Arbeitsstelle das Heiligtum. Dies setzt die Menschen unter einem ganz bestimmten Druck, vor allem wenn es schlechter um die Wirtschaft steht, kann man die „Arbeitsgläubigen“ leicht kontrollieren. Der Druck führt zum Duckmäuschentum,  den berühmten Zivilisationskrankheiten und Kämpfen innerhalb der Arbeit – Intrigen, Gerede, Hass, kontraproduktive Handlungen. Andere wiederum arbeiten sich zu Tode. Irgendwo endet es bei „Dienst nach Vorschrift“, dies ist das Endstadium eines Unternehmens.

In einem Gebet habe ich mich an Gott gewendet, dass er mir aus diesem Sumpf helfe – selber konnte ich es nicht. Ich fühlte diesen Druck im Herzen, diese Unzufriedenheit wenn die gut geleistete Arbeit nicht anerkannt oder übergangen wurde. Mir erschlossen sich in einigen Tagen ziemlich viele Erkenntnisse über die Situation.

Zentrum aller Probleme war der Verstoss gegen das Erste Gebot – „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“. Wie schon erwähnt, war die Arbeit mein Gott, die Vorgesetzten die Hohepriester welche dem Zugang zur Gottheit „Arbeit“ kontrollierten. Ich schob das um. Ich glaube nicht an Arbeit, ich glaube an Gott. Dies ist nicht im unvernünftigen Sinne gemeint dass die Arbeit „nicht existiert“ oder „keinen Wert“ hat, sondern dass die Arbeit nicht das höchste, erstrebenswerte, wertvollste, wichtigste, wertvollste ist.  Nur Gott. Dadurch verlieren die Vorgesetzten die ihnen unbewusst zugeschobene Macht, es sind dann nur Menschen in verantwortungsvollen Positionen innerhalb eines Unternehmens in dem ein Angestellter seinen Lebensunterhalt verdient. Die „Magie“ verpufft, ebenso sehr viel Ärger und Wut die man in sich aufbaut weil man sich dem ganzen absolut ausgeliefert fühlt. Ein Fehler ist nicht mehr „katastrophal markerschütternd“, eine Diskussion wird aufgrund des fehlenden Stresses nicht ins falsche umkehren – wo keine Angst um die eigene Identität herrscht, braucht es nicht zum Äussersten zu kommen. Wozu? Es gibt mehr als das – das entspannt.

Dies ist eine der Befreiungen die Jesus Christus vollbringt. Wahre Freiheit denn man kann es auf alles anwenden, auch auf „Ich muss dringend eine Frau haben“ und „Ohne ein schickes Auto habe ich keinen Stand in der Welt“ oder „Diesen Film muss ich unbedingt sehen“, „Das Kleid brauch ich dringend“, „Ich muss zu dieser Gruppe Menschen dazugehören“ oder „Diese Gesellschaftsstruktur ist elementar für mein Selbstverständnis, ich brauche es dringend es muss erhalten werden“. Da gibt es noch viel mehr, erstaunliches wie zum Beispiel „es muss alles Schlechter werden“ oder „ich muss alles Böse in der Welt bekämpfen“, „ich bin verantwortlich für alle Fehler der Menschheit“, und zuletzt: „das was ich als Gut ansehe muss ich knallhart durchsetzen, weil ich das Gute will“ – ein beliebter Gedanke von Kommunisten.

Wenn man sich von all diesem Müll löst, sieht man klarer und nüchterner auf die Welt, merkt wie stark Menschen in Gedankengängen verstrickt und gefangen sind. Man kann mehr lachen und tiefer einatmen und den Fehlern der anderen, sowie sich selbst besser vergeben.

Das ganze führt zur echter, tiefer, umfassender Freiheit.

Inzwischen bin ich schon ganz begierig darauf zu erkennen wo noch mehr Hindernisse in meinem Leben sind – welche Fehler und Irrtümer ich begangen habe, wo meine mentalen und emotionalen Sackgassen sind. Und: Ich irre mich andauernd, also bin ich.

Bevor man dies aber tun kann, ist es wichtig sich mit dem Christentum, der Kreuzigung, der Sünde und Sündigkeit sowie dem Menschsein auseinander zu setzen. Vor allem wenn man viele, viele, viele, viele, viele Intellektuelle Widersprüche zum Thema hat, so wie ich sie hatte und habe. Elementar ist die Fähigkeit zur Demut um einer Blume gleich das Licht von oben empfangen zu können.

Templarii – auf dem Weg zur christlichen Moderne

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2 Kommentare zu “Ambrosia – das Brot der Welt

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