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Warum handelten wir?

Der Antrieb der Menschen zum handeln war bis vor kurzen die Not. Die Siedler Nordamerikas mussten die Wildnis besiegen, sowohl die ausserhalb – als auch die innerhalb der Menschen. Bis in die 50er Jahren war Ernährung sehr schwer sicherzustellen, Hygiene ebenso. Die Säuglingssterblichkeit war massiv, die Müttersterblichkeit ebenso. Im laufe der Entwicklung unserer Technologie waren diese dominanten Konstanten besiegt worden, wir sind davon befreit worden. Das Christentum war ein geistig-emotionales Mittel um in dieser Umwelt zu überleben. Im Gegensatz zum „Zwang zum Kult – bei Androhung des Todes“ bei heidnischen Kulten, verloren die Rituale und Tabus ihre Macht. Der Himmel war offen für den welcher sich diesem hinwendete. Dadurch verloren auch die Priester ihre absolute Macht, mehr Menschen konnten kreativer und freier handeln.

Doch nun viel der Zwang zum Handeln ab, das Christentum wurde verworfen weil die Sorgen um Hunger und Tod geringer geworden sind. Der Mensch sah sich nicht mehr der Natur ausgeliefert – ein Höhepunkt war der absolute Machbarkeitswahn der Sowjets. Der Mensch als ewiger Sklave in „der Freiheit des Proletariats“. Eine andere Sicht entwickelte dann der Westen – die Dekadenz des Verfalls. Warum was tun, warum einen Kult aufrechterhalten, wozu der Stamm, wozu die Nation, wozu alles. Nichts ist wichtig, nichts ist wertvoll, nur der kleingeistige Antrieb seine echten oder unechten Begierden zu befriedigen.

Veränderung durch das Christentum

Ich bin ebenso ein Kind dieser Entwicklung. Doch es vollzog sich eine Veränderung in mir, als ich mich dem Christentum zuwendete. Als erstes löste sich diese krasse „Sehnsucht nach Transzendenz“ auf. All die Fantasy-süchtler, die Sucher nach Atlantis, Neuheiden, Pseudo-altheiden, Hexen und Magier sind gefangen in der Sehnsucht nach Transzendenz, nach dem Geheimnis des „ewigen Lebens“ und nach Unendlichkeit. Inzwischen kann ich das alles mit Distanz beurteilen, schwanke zwischen sündiger Verachtung und der wachsenden Tendenz zu akzeptieren das es nun mal so ist wie es ist – natürlich auch Verständnis, ich war ja selbst so. Dies war ein Schatz des Christentums der einen Teil meines Bewusstseins befreite.

Nach der Loslösung vom Heidentum, das mich behinderte und nicht förderte (es endet in sinnloser Sinnsuche), stellten sich die Probleme der Art und Weise, wie wir das Christentum wahrnehmen, dar. Die Interpretation des Christentums basiert auf der jetzt aktuellen und möglichen Sicht. Es ist einfach als Mitglied einer Hochzivilisation darüber zu lachen und zu witzeln wie furchtsam und seltsam die Vorfahren waren. Dadurch verbietet man sich selbst die ganze Thematik mit offenem Herzen anzugehen – man fängt gar nicht erst an zu lernen was es zu lernen gibt. Nur der bewusste freundliche Akt der Hinwendung, das ist eine aktive Bewusstseinsentscheidung, eröffnet die Geheimnisse und Schätze unserer Kultur. Ich interpretiere dies übrigens als eins der Siegel unserer Kultur. Nur mit gut- und Großherzigkeit kommt man auf die Idee sich damit zu beschäftigen.. (Für mich spricht es schon eine entscheidende Sprache WIE man zu einem Gut kommt.) Die Erkenntnis dieser Funktion des Christentums stellt einen weiteren Schatz dar.

Nun läuft der Prozess des lernens – man fängt an die Gedankengänge nachzuvollziehen, welche unsere Vorfahren hatten. Man beschaut die Aspekte der Geschichte, hört zu was die damals sprachen. Man betrachtet die Dynamik der Geschichte, die Irrungen und Wirrungen, das Gute und das Böse. Im Laufe der Zeit gewinnt man einen recht intensiven Überblick. Man weiss wer die Vorfahren waren, wer wieso was getan hat. Man beginnt zu ahnen worum es bei den Kulturstreitereien ging, was der Protestantismus zum Beispiel ist und warum die alle so wütend wurden. Dies ist ein weiteres Geschenk des Christentums – man lernt über 2000 Jahre Geschichte kennen und zwar auf einer sehr persönlichen Ebene. Man kann langsam aber sicher mitempfinden was die damaligen Menschen empfanden, dies ist ein intimer Vorgang, ein bereichernder und ein sehr stärkender. Man bekommt „Rückgrad“ und eine gewisse Art von demütigen und bescheidenen Stolz.

Wenn man dies alles zusammenfasst, merkt man welche Auswirkungen das Christentum hatte, was es bewirkte und wie es ohne dem Christentum ist. Vor dem Christentum und nach dem Christentum – also Heute. (Wir leben ja in einer post-christlichen Zeit, eine Art „Dunkler Zeit“ ich glaube aber das eine gigantische Renaissance kommt und ich möchte ein Teil  davon sein.)

Einer der oben erwähnten Schätze des Christentums war das ablegen der „Sucht nach Transzendenz“. Damit geht die Sehnsucht nicht verloren, nur man verliert die Irritation, die Wahllosigkeit. In dem Moment wo man sich auf Gott ausrichtet, geht es nicht mehr darum ob Tarot, Geisterbeschwören, Musik, LSD, Alkohol oder andere Rauschmittel „das beste“ sind. Das Beste ist Gott. P U N K T.  Es gibt nichts anderes – jetzt geht es darum zu erkennen was und wie Gott ist. Dies ist viel spannender und hilfreicher als zu raten was eine Karte denn in diesem Zusammenhang gelegt bedeutet.

Der Strudel der Erkenntnisse

Der nächste Schatz ist, das man in den Erkenntnisprozess hineingeworfen wird. Dies ist tatsächlich ein gigantischer Strudel – der eigene Tod ist in dieser Dimension eine Marginalie, denn man beschäftigt sich mit der Unendlichkeit, der Ewigkeit, dem Leben „an sich“. Man lernt sich dem Leben zu öffnen. Damit ist nicht die Natur gemeint sondern die Art der in uns wirkenden Geisteskräfte. Es ist so als würde man einige Augenblicke lang im Weltall schweben, man ist ruhig, es ist warm und man hat absolut keine Angst – und alle Galaxien und Sterne leuchten einen an. Man liebt es, man liebt den Moment, man erfreut sich über die Gefühle die man empfindet und denkt sich „so möchte ich immer wahrnehmen“.

Dann kommt unsere Sündigkeit ins Spiel. Es kommen Zweifel, Gedanken die einen ablenken, Gedanken die in die Irre führen, Gedanken die einen Bremsen oder überdrehen. Wer wissen will auf was für abstruse und witzige Gedanken die Menschen auf dem Weg der Gotteserkenntnis bekamen – muss sich nur die Dogmen der katholischen Kirche ansehen. Die hatten ihre Mühe das alles zu widerlegen und zu beenden. Zumal die Kirche selbst noch Trottel und Idioten hatte die das alles mit unterstützte.

Wenn jemand diesen Zwang zu Gedanken nicht hat, die Zweifel nicht aufkommen, die Ansichten nicht sprunghaft verändert – der ist Selig, der ist nämlich „arm im Geiste“ und darum fähig dauerhaft dem hingewendet zu leben. Die anderen.. müssen trainieren. 😉

Ich habe nun beschrieben warum es sich lohnt sich dem Christentum hinzuwenden. Die paar „Schätze“ waren nur eine kleine Auswahl. Es nützt uns, es macht uns ruhig und öffnet den Geist Tief und Weit.

Der nächste Schritt ist aber die Art und Weise – und darin liegt der Schlüssel zur letztlichen Überwindung der Dekadenz des Westens – meine Gedanken dazu stelle ich im zweiten Teil vor – > hier entlang.

Templarii

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