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Eine Rezension in der ZEIT (http://www.zeit.de/2010/05/Dantes-Inferno):

– Tatsächlich versetzt Dante’s Inferno den Spieler schon im Vorspann in ein Jammertal.  Wie in dem Versepos sitzt der Held, also Dante selbst, trauernd »in einem dunklen Walde« –  hier allerdings mit dem Körper eines Wrestlers. Er näht sich mit Nadel und Faden ein  Malteserkreuz auf die eigene blutige Brust: überdeutliches Zeichen dafür, dass hier  diesmal kein Pilger sitzt, sondern ein Kämpfer. Bald öffnet sich die Pforte zur Vorhölle, und der Mann landet mitten in einem  surrealistischen Glutofen auf dem Rücken des Fährmanns Charon, der im Spiel zur  Hälfte ein Mensch und zur Hälfte ein Boot ist und dessen Rückgrat den Kiel bildet.  Schon an Bord muss ein feuerspeiender Dämon erledigt werden, der vorher vermutlich  als Wasserspeier am Gesims einer gotischen Kathedrale gedient hat. Nachdem man den  Dämon besiegt hat, kann man ihm auf den Rücken springen, seine Steuerung übernehmen –  und so endlich auch dem verdammten Fährmann den Kopf abreißen. […]

Wie fühlt es sich an, Inferno zu spielen? Ein bisschen so, als hätte man einen  Spielautomaten im Unterbewusstsein des Abendlands aufgestellt. Im Höllenkreis der  Lust präsentiert eine riesige Kleopatra ihre Scham, im Völlerei-Level defäkieren  sackförmige Hieronymus-Bosch-Wesen, im Kreis der Habgier hortet ein hageres Doppelwesen  mit einem Arm das Gold, das es mit dem anderen verschleudert. Und immer, wenn ein Sünder  in den Weg tritt, zum Beispiel Pontius Pilatus oder Friedrich II., jener römisch-deutsche  Kaiser, der Krieg gegen den Papst zu führen wagte – immer dann kann man entscheiden, ob  man die gequälte Seele mit einer Sense richten oder mit einem Kreuz erlösen möchte, wobei  Gnadenakte das Seelenkonto auffüllen.

Templarii – mir gefällt’s

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Ein Kommentar zu “Dantes Inferno – Das Spiel zum Sünde

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