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Aus seinem Aphorismenbuch, Menschliches, Allzumenschliches. Nr.473:

Der Socialismus in Hinsicht auf seine Mittel » – Der Socialismus ist der phantastische jüngere Bruder des fast abgelebten Despotismus, den er beerben will; seine Bestrebungen sind also im tiefsten Verstande reactionär. Denn er begehrt eine Fülle der Staatsgewalt, wie sie nur je der Despotismus gehabt hat, ja er überbietet alles Vergangene dadurch, dass er die förmliche Vernichtung des Individuums anstrebt: als welches ihm wie ein unberechtigter Luxus der Natur vorkommt und durch ihn in ein zweckmässiges Organ des Gemeinwesens umgebessert werden soll. Seiner Verwandtschaft wegen erscheint er immer in der Nähe aller excessiven Machtentfaltungen, wie der alte typische Socialist Plato am Hofe des sicilischen Tyrannen; er wünscht (und befördert unter Umständen) den cäsarischen Gewaltstaat dieses Jahrhunderts, weil er, wie gesagt, sein Erbe werden möchte. Aber selbst diese Erbschaft würde für seine Zwecke nicht ausreichen, er braucht die allerunterthänigste Niederwerfung aller Bürger vor dem unbedingten Staate, wie niemals etwas Gleiches existirt hat; und da er nicht einmal auf die alte religiöse Pietät für den Staat mehr rechnen darf, vielmehr an deren Beseitigung unwillkürlich fortwährend arbeiten muss – nämlich weil er an der Beseitigung aller bestehenden Staaten arbeitet -, so kann er sich nur auf kurze Zeiten, durch den äussersten Terrorismus, hie und da einmal auf Existenz Hoffnung machen. Desshalb bereitet er sich im Stillen zu Schreckensherrschaften vor und treibt den halb gebildeten Massen das Wort „Gerechtigkeit“ wie einen Nagel in den Kopf, um sie ihres Verstandes völlig zu berauben (nachdem dieser Verstand schon durch die Halbbildung sehr gelitten hat) und ihnen für das böse Spiel, das sie spielen sollen, ein gutes Gewissen zu schaffen. – Der Socialismus kann dazu dienen, die Gefahr aller Anhäufungen von Staatsgewalt recht brutal und eindringlich zu lehren und insofern vor dem Staate selbst Misstrauen einzuflössen. Wenn seine rauhe Stimme in das Feldgeschrei „so viel Staat wie möglich“ einfällt, so wird dieses zunächst dadurch lärmender, als je: aber bald dringt auch das entgegengesetzte mit um so grösserer Kraft hervor: „so wenig Staat wie möglich“.

Das hat er aber gut zusammengefasst, der olle Religionskritiker 🙂

Templarii

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3 Kommentare zu “Der Socialismus – Nietzsche

  1. „Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen.“

    Jesus von Nazareth (nicht in der Bibel zu finden)

    „Seht, ich lehre euch den Übermenschen! Der Übermensch ist der Sinn der Erde. Euer Wille sage: der Übermensch sei der Sinn der Erde! Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht.“

    Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra

    Steht der in Gütergemeinschaft lebende Kommunist am äußersten rechten Flügel, am Ausgangstor der gesellschaftlichen Entwicklung, bedeutet darum die kommunistische Forderung den letzten reaktionären Schritt, so muss die Natürliche Wirtschaftsordnung als Programm der Aktion, des Fortschritts des äußersten linken Flügelmannes angesehen werden. Alles, was dazwischen liegt, sind nur Entwicklungsstationen.

    Silvio Gesell

    „The greatest tragedy in mankind’s entire history may be the hijacking of morality by religion.“

    Arthur C. Clarke

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html

    • Der einzige Übermensch den es gab, war Jesus Christus und jeder der meint so sein zu können wie er sollte sich am Kreuz opfern. Wenn er danach aufersteht – ist er ein Übermensch.

      Die Moral wurde nicht von der Religion „erobert“ sondern durch die Religion überhaupt in die Gesellschaft eingeführt. Sie sind der Illusion anheimgefallen das die Moral „den Menschen einfach so eingefallen“ ist. Legen Sie ihre Scheuklappen ab und gehen Sie mal überall woanders in die Welt und sie werden Merken das Kannibalismus, Mord, Raub, Vergewaltigung, Betrug, Vergiften, Neid, Hass und andere Unmoralische Dinge dort einfach gang und gäbe ist.

      Sowohl bei den Aboriginies als auch bei Moslems, Hindus und vielen anderen Kulten ist Minderjährigenverheiratung weiterhin aktiv. Das Mitgefühl gegenüber Tieren fast überhaupt nicht vorhanden (Das heisst das sie die Schweine bei lebendigen Leibe auf dem Markt aufhängen und sie stundenlang in der Sonne leiden lassen – ohne das sich jemand darüber Gedanken macht das dies falsch sein könnte.) Auch die Steinigung ist in einer einzigen Religion quasi verboten – und zwar auf eine elegante Weise.

      Das was Sie über das 21 Jahrhundert zu wissen glauben – was „modern“ ist, ist veraltet. Sie hängen irgendwelchen Idealen aus dem 19 Jahrhundert nach, genauso wie dem Freigeld Blödsinn.

      Templarii

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