Home

Ich habe vor kurzem einige wundervolle Bücher gelesen, deren Inhalt ich teilen möchte. Es gab einige sehr verblüffende Momente, wirklich Gedankengänge die mich durcheinander brachten. Es folgen jetzt Ausschnitte aus dem Buch „Warum Gott“ von Timothy Keller (http://www.amazon.de/Warum-Vernünftiger-Glaube-Irrlicht-Menschheit/dp/3765517666). Es geht mir da nicht um alles was darin geschrieben steht, darüber kann man ewig diskutieren.

Es geht um den grossen Unterschied und das grosse Missverständnis von Heute, wie wir das Christentum wahrnehmen und glauben das es funktioniert.

Kapitel 11 „Religion und Evangelium“

„[…] Die Antwort ist, dass es einen tiefen, fundamentalen Unterschied gibt zwischen den Wegen zum Heil, die die anderen Religionen uns anbieten, und dem Heilsweg, den das Evangelium von Jesus beschreibt. Alle anderen grossen Religionen haben Gründer, die Lehrer sind, die uns den Weg zum Heil zu zeigen versuchen. Nur Jesus hat gesagt, dass er selber der Weg zum Heil ist. Dieser Unterschied ist so gross, dass ich, auch wenn man das Christentum durchaus im allgemeinen Sinne des Wortes eine „Religion“ nennen kann, in diesem Kapitel den Ausdruck „Religion“ speziell für die „Erlösung durch moralische Anstrengungen“ benutzen werde und das Wort „Evangelium“ für die „Erlösung durch Gnade“.“  […]

(ich überspringe nun einige Seiten..)

„Gnade – eine andere Welt“

“ […] Der Graben zwischen der Vorstellung, dass Gott uns annimmt, wenn wir uns genug anstrengen, und der Vorstellung, dass Gott uns annimmt, weil Jesus alles für uns getan hat, könnte tiefer nicht sein. Religion funktioniert nach dem Prinzip: „Ich gehorche, und darum nimmt Gott mich an.“ Das Prinzip des Evangeliums lautet: „Gott nimmt mich an, weil Christus alles für mich getan hat, und darum gehorche ich.“ Menschen, die nach diesen völlig unterschiedlichen Prinzipien leben, können sonntags in derselben Kirchenbank sitzen. Beide beten sie, beide spenden sie grosszügig, beide nehmen ihre Verantwortung gegenüber ihrer Familie wahr, engagieren sich in der Gemeinde und versuchen, ein ordendliches Leben zu führen. Doch sie tun dies aus radikal unterschiedlichen Motiven und spirituellen Identitäten heraus, und das Ergebnis sind zwei Christenleben, die radikal unterschiedlich sind.

Der Hauptunterschied ist die Motivation. In der Religion versucht man, die göttlichen Gebote aus Angst einzuhalten. Wir glauben, dass wir dann, wenn wir ihm nicht gehorchen, Gottes Segen in dieser und der nächsten Welt verlieren. Im Evangelium dagegen ist das Motiv die Dankbarkeit für den Segen, den wir in Christus bereits empfangen haben. Während der Moralist aus Zwang und Angst vor Ablehnung Gott gehorcht, möchte der Christ dem gefallen und nacheifern, der sein Leben für ihn gegeben hat. 

Ein weiterer Unterschied hat mit unserer Identität und Selbstachtung zu tun. Der religiöse Mensch, der den Eindruck hat, seinen gewählten religiösen Standards zu genügen, fühlt sich überlegen über alle, die nicht den rechten Weg gehen – egal, ob seine Religion eher liberal ist (dann verachtet er alle, die er für „eng“ und „bigott“ hält) oder mehr konservativ (dann steht er über denen, die nicht so moralisch und fromm sind wie er). Und wenn er wenn er die Messlatten nicht erreicht, wird er sich selbst verachten und ein schlechteres Gewissen haben, als wenn er sich nie mit Gott und der Religion eingelassen hätte. […].

Nach der Lektüre dieses und einiger anderen Bücher ist mir einiges klar geworden. Das Christentum ist die erfüllung der Gesetze, aber anders als sich das viele vorstellten. Die Macht der Gesetzesmacher war gebrochen, man ist im Christentum bereits erlöst – weil alles für die Erlösung gemacht worden ist. Das letzte Opfer wurde gegeben, es braucht keine mehr. Es ist nicht nötig die Gesetze einzuhalten weil man dann in den Himmel kommt – es ist notwendig sich ehrlich mit seinen Schwächen und Fehlern an das höhere Gesetz zu wenden, und dann freiwillig die Gebote zu befolgen die vorher offenbart worden sind. Es ist genau umgekehrt. Man muss nicht in die Kirche damit man ein Gesetz erfüllt, man geht in die Kirche weil man dankbar und erfreut ist. Man freut sich und feiert. Sonst ist man frei…

Templarii

Advertisements

5 Kommentare zu “Religion und Gnade

  1. „Templari“

    Ich beuge lieber meine alten Kniee vor GOTT und seinem Christus,
    als mich von dem Zauber eines Buchstabens gefangen zu nehmen.

    Gott hat von Anfang der Menschheit,
    als der Buchstabe und Schrift noch nicht erfunden war vom Menschen,
    mittels sich selber, mittels seines Heiligen Geistes, dem Geist der Wahrheit und Gewissheit, mit dem Menschen kommuniziert!!!

    Diesen Geist hat Christus allen Menschen zugesagt,
    so sie die Bedingungen Gottes erfüllen und auf Christus hören.

    • Hören Sie mal,

      sie kommen hierher und schimpfen irgendwelche uralten und falschen Vorurteile gegenüber der katholischen Kirche die Jahrtausende Lang das Wissen um Gott und Christentum mitgetragen hat. Ohne die Klöster und ihre fleissigen Menschen darin gäbe es gar kein Wissen über unser Altertum, keiner würde noch Altgriechisch oder gar Lateinisch können. Schauen Sie doch mal nach „Konstantinopel“ wie es dort aussieht. Oder gleich nach Syrien. Die Katholische Kirche ist weder Babel noch irgendwas böses, das Böse ist in jedem und in allem drinnen – auch in Ihnen und mir. Dieses dämliche und Hasserfüllte Gekeife darüber das die Kirche ja böse war (Kreuzzüge blabla, Hexenverbrennungen blalba, Inquisition blalba) ist vollkommen Sachfremd und auch ohne ernsthafte Grundlage.

      Es steht ihnen vollkommen FREI ihr Christentum so zu leben wie Sie es als richtig wahrnehmen, die Grundlagen sind uns allen bekannt, sie stehen grösstenteils in der Bibel. Diese heilige Schrift besteht aus heiligen Schriften die von der Katholischen Kirche vor vielen hundert Jahren zusammengestellt worden sind damit man das Wort Gottes lauschen lernen kann. Es war die von ihnen verhasste Kirche die das Christentum überhaupt so weit entwickelt hat das sie sich leisten konnte zu zerbrechen und in vielen anderen kleine Gruppen zu leben. Ich selber habe überhaupt keinen Überblick über die verschiedenen Sekten und Sektierer und mir ist die Klarheit und Struktur der Katholischen Kirche lieber als all die in kleingeistigen Kleinigkeiten zersplitterten anderen „Kirchen“.

      Ich habe kein Problem mit Hierarchien und auch nicht mit Autorität. Jesus lehrt uns DEMUT, die Demut fehlt ihnen vollkommen – so wie Sie herumschimpfen und zetern und kreischen. Das ist völlig was anderes als ein überzeugter tiefsinniger Christ, der sich seiner und aller anderer Menschen Sünde bewusst ist. Sie nehmen sich zu wichtig und DAS geht MIR auf die Nerven.

      Niemand hindert sie daran als Eremit irgendwo in der Ecke zu leben und den ganzen Tag zu beten. Tun sie das, das steht ihnen frei.

      Templarii

  2. Entschuldige bitte templarii falls das nun dumm klingt, aber ist nicht genau dies, also die Befolgung der Lehre aus Demut und Dankbarkeit statt Angst der Kern des Römerbriefs? Dies war doch einer der Gründe für die „ketzerische“ Denkweise Martin Luthers.

    [QUOTE]
    Der Röm half Luther, seine Schwierigkeiten – „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“ – zu überwinden. Es war für ihn befreiend, nicht mehr aus eigener Kraftanstrengung vor Gott bestehen zu müssen, sondern auf
    Gottes Gnade vertrauen zu dürfen. Für Luther ist der Röm das „rechte Hauptstück des neuen Testaments und das allerlauteste Evangelium“; er könne „nimmer zu viel und zu gut gelesen oder betrachtet werden“.
    [/QUOTE]

    http://www.dioezese-linz.at/redsys/data/bibelwerk/roemerbrief.pdf

    • Hi,

      ich glaube auch – es ist nicht nur befreiend sondern auch stärkend. Man ist nicht einfach nur „im himmel wenn man dies und das tut“ sondern die kann nur durch innere Ehrlichkeit und Freude „zum Himmel hinaufblicken“.

      Ganz krass gesagt:“ Die Hölle gibt es, aber sie ist leer.“

      Ich denke das der Protestantismus einige wichtige Impulse gegeben hat, schnell aber von weltlichen Fürsten missbraucht wurde (30 Jähriger Krieg dann..) und sich selbst verlor. Die Trennung von der katholischen Kirche war ein Fehler – und schwächte alle. Ich wünschte mir das dies rückgängig gemacht wird.

      Templarii

  3. Ich bitte tunlichst sich mit den Schriften des Toten Meeres (Dead Sea Scrolls) und vor allem in diesem Kontext sich mit den Forschungen John M. Allegro zu befassen; auch gibt es seeeehhr schöne alte Gemälde, sucht einfach mal „jesus mushroom“, gibt da einige Bilder und Videos..

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s