Home

Es gibt Sprüche in unserer Kultur die offensichtlich klar sind, aber beim näheren Hinsehen doch vielschichtiger erscheinen als man denkt. Dazu gehört der Ausspruch „auf Immer und Ewig“. Zuerst erscheint es als wäre dieser Spruch eine Art verstärkung der gewünschten Aussage. Als würde man das „Immer“ verstärken wollen. Doch es gibt einen Unterschied zwischen „Immer“ und „Ewig“.

 

Immer ist immer. Jeder Augenblick, zu jedem Zeitpunkt. Immer und überall bezeichnet unsere Wirklichkeit. An jedem Ort, und zu jedem Zeitpunkt ist „etwas“. Es bezieht sich auf unsere ablaufende Zeit die wir auf der Uhr nachvollziehen können.

 

Ewig beinhaltet keine ablaufende Zeit. Der ewige Augenblick ist ein Augenblick der nie vergeht. Die ständig wahrgenommene Gegenwart. Wie man meinem Satz entnehmen kann, ist „Ewig“ dennoch nicht ausserhalb der Zeit, sondern irgendwie dazwischen. Überall und doch nirgens auf unserem geistigen Koordinatensystem.

 

Erreichen lässt sich die Ewigkeit im Geiste. Zum Beispiel wenn man sich daran erinnert wie es war, als man zum ersten Mal einen echten Sonnenaufgang mitbekommen hat. Der Geruch, die Geräusche, das Licht, die Kälte welche langsam verschwindet, die verblassende Dunkelheit. Oder wenn einem das eigene Kind zum ersten Mal erblickt – es brennt sich ein in unseren Geist, in Träumen oder schönen Stunden erinnern wir uns wieder daran wie dieser Augenblick uns berührte. Die Zeit dehnt sich quasi ins unendliche aus und wir sind zwar als Bewusstsein da und es kostet diesen Ewigen Augenblick aus.

 

Es gibt auch eine negative Form der Ewigkeit, heutzutage bezeichnet man das unter anderem auch als Trauma. Also wenn ein Mensch etwas schreckliches Erlebte und dieses Erlebnis sich ständig (Auch Unbewusst..) wiederholt, mit all den Auswirkungen auf Körper und Geist. Ich selber kann mir vorstellen, dass dies ein Teil dessen ist was man als Hölle bezeichnet.

 

„Immer und Ewig“ bezieht also sowohl die zeitlich ablaufende Wirklichkeit, als auch die nicht ablaufende Wirklichkeit ein. Unsere Vorfahren waren sich der Relativität ihrer Wahrnehmung bewusst, sie integrierten sie in ihr denken.

 

Die Ewigkeit Gottes ist dementsprechend kein „Ort“ ausserhalb unserer Zeit, ausserhalb unserer Welt, unserer Wirklichkeit. Die Ewigkeit Gottes ist innerhalb unseres Lebens. Ähnlich dem meditativen Zustand der Buddhisten. Im Zen-Buddhismus Japans werden alle Handlungen zu einem Ritual um genau diesen ewigen Zustand zu fühlen und zu erleben – dasselbe was unsere Christlichen Mönche mit „Ora et Labora“ gemeint haben. Bete und Arbeite. Rufe die unwandelbare Ewigkeit – Gott an und führe deine Tätigkeiten innerhalb dieses Geisteszustandes aus.

 

Anhand der Früchte dieser Art zu leben kann man erkennen ob es wirklich göttlich und heilig war, was damals getan worden ist. Ich meine sagen zu können dass es heilig war was die Klöster auf die Beine stellten. Es kann sich ja jemand die Mühe machen und auf einer Landkarte eines beliebigen Europäischen Landes alle Städte ausstreichen die mehr oder weniger auf einer Klostergründung basieren. Die Bibliotheken, Übersetzungen, erworbenen Landwirtschaftlichen Kenntisse, die Botanik, die mechanische Uhr und der Tagesrhytmus des Westens wären da auch noch erwähnt.

 

Templarii

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s