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Unsere Spezies hat wie alle anderen Spezies eine objektiv beobachtbare Funktion der evolutionären Entwicklung. Rudel und Sippen sind ausgelegt auf optimierung der Spezies. Der stärkste und souveränste Wolf wird zum Rudelführer. Er allein pflanzt sich fort, bis ein anderer kommt der ihn übertreffen kann. Ähnlich ist es bei Affen, Löwen sowie in der Pflanzenwelt. Es läuft eine Art Optimierung die sich auch in unseren Instinkten äussert. Unser menschliches Balzverhalten lässt sich damit zum Teil erklären.

Wir haben instinktiv das Bedürfnis in uns eine Hierarchie also eine Rangordnung aufzubauen. Dies ist darum vorhanden, weil Rangordnungen das effektivste Mittel ist um als Spezies zu überleben. Die Eltern sind ranghöher als die Kinder, ein bewährter Mann im Unternehmen oder auf dem Schlachtfeld Ranghöher als ein Neuling. Gibt es keine höchste Instanz, versuchen alle zu beweisen dass sie die höchste Instanz sind. Dies geschieht ganz automatisch. Schwächelt ein Diktator, kommen andere. Schwächelt eine Regierungsform, kommen Kritiker. Schwächelt eine Ideologie – oder das was man dafür hält, kommen Menschen mit neuen Ideologien. Die überzeugensten gewinnen. Analog sollte dazu die Rangordnungskämpfe bei den Wölfen gedacht werden.

Wenn jemand aber besiegt worden ist, wenn einer klüger, stärker oder gerissener worden ist, dann kann es geschehen das er innerlich aufgibt. Das etwas „kaputt geht“, oder „etwas zerbricht“. Der Mut geht verloren, Depressionen kommen – es kann bis zum Selbstmord führen. Dies führt zu einer Form der inneren Leere. Massenhaft erlebt kann das zur Vernichtung einer Kultur führen. Sie stirbt.

Auf der anderen Seite kann geschehen dass ein Sieger völlig im Sieg aufgeht. Er ist der Ranghöchste – er kann tun und lassen was er will. Denn er ist der Ranghöchste. Dekadenz, Willkür, Grausamkeit oder Süchte sind das Ergebnis. Auch das kann zur Vernichtung einer Kultur führen.

Das Christentum ist anders. Im Christentum, vorher im Judentum, wurde irgendwie begriffen dass diese „Funktion“, das „selbstablaufende Programm“ ab einer bestimmten Entwicklungsstufe der Spezies fehlerhaft ist. Das Programm kannibalisiert sich selbst wenn zu viele Menschen existieren und die Werkzeuge zum „beweisen der höchsten Rangordnung“ zu mächtig sind. Ich glaube der entscheidende Augenblick war das Ende der Bronzezeit vor 3000 Jahren, wo die mächtigen Reiche am Mittelmeer durch „Meeresvölker“ überrannt und vernichtet worden sind.

Im Christentum wurde etwas schlaues gemacht. Zuallererst wurde die Hierarchie ausgeweitet. Die höchste Instanz wurde Gott. Gott ist kein menschliches Wesen, Gott ist ein geistiges Wesen. Er ist immateriell und mächtiger als alles, umfassender als alles, unsterblich, perfekt. Der allumfassende Urgrund allen Seins.

Damit kann keiner konkurrieren, kein Herrscher kann mächtiger sein, keine Ideologie kann überzeugender und stärker sein. Jeder Mensch wird mal sterben, jede Ideologie bricht zusammen. Spätestens wenn Naturkatastrophen eintreten und alle Kultur vernichtet. Diese „Auslagerung“ der Rangordnungsfrage bringt erstmal Frieden. Kein Stamm muss einen anderen Bekämpfen um die Rangordnung festzulegen, es ist keine Vernichtung von anderen notwendig. Darum auch die, heute schwer vorstellbare, friedliche Missionierung fast aller heute christlichen Kulturen.

Zweitens inkarnierte das höchste Wesen, Gott, bei uns auf der Erde. Der Urgrund des Seins bekam einen Menschensohn. Durch sein Leben, Sterben und wiederauferstehen definiert Jesus das gesamte Emotionale Korodinatensystem unserer Spezies. Ich bin wieder beim Wolfsrudel, welcher nicht nur das Alphatier hat, den Herrscher und Beschützer – sondern auch das Omegatier. Das ist der Sündenbock, der rangniedrigste. Er bekommt am wenigsten zu essen, er muss oft flüchten. Schlimmer als das ist nur noch der Ausschluss vom Rudel, dies ist der „soziale Tod“ der wohl zum physischen Tod führt.

Bezogen auf das Sterben von Jesus wurde dieser als Omega-Tier behandelt. Er wurde gedemütigt, erniedrigt, fälschlich angeklagt und hingerichtet. Er starb am Kreuz – nach seinem Vater seuftzend.

Der Tod selbst, die Hölle, das Ende – das ist der Ausschluss vom Rudel. Schlimmer als als Omega sein.

Nach dem Tode wurde er begraben und drei Tage später ist er wieder auferstanden. Er lebte weiter und stieg in den Himmel auf – zum Vater. Jesus wurde wieder zum Alpha-Tier. Der Grund dafür war die Liebe des Vaters zum Sohn und aller Menschen – trotz ihrer Fehler und Sünden.

Bezogen auf die Menschen, erklärt dies alle Dimensionen Menschlichen Denkens und Leidens. Die Ranghöchsten und die Rangniedrigsten werden über- und unterragt von Jesus. Unerreicht durch Machtgier, Reichtum, Selbstzerfleischung und Selbstaufopferung.

Ist ein Mensch ganz unten, völlig am Boden zerstört, innerlich vernichtet – kann er sich sicher sein das Jesus in diesem Zustand schon war. Er kennt das, er fühlte das mit. Er war Omega. Er war sogar weiter als Omega. So weit können wir Menschen – lebendig – gar nicht gehen.

Auf der anderen Seite sind die höchsten Herrscher, die mächtigsten Imperatoren, die genialsten Wissenschaftler mit ihrer Gedankenmacht, die berühmtesten, bejubeltesten, die heissbegehrtesten. Die Alpha-Menschen. Sie haben jemanden über sich. Jesus ist Alpha. Jesus ist mehr Alpha als sie, denn er tat etwas was sie nicht können – er opferte sein Leben, sein Alphaleben über den Pfad des Omegalebens aus Liebe und Zuneigung, vergebend, für seinen Vater dem höchsten, der mächtigen Perfektion, dem Urgrund des Seins. Um alle Sünden zu vergeben und jedem grossherzig den Weg in die Ewigkeit zu bieten. DAS kann kein noch so mächtiger Mensch.

Darum sagt Jesus über sich: „Ich bin das Alpha und das Omega.“

Den Ausschluss vom Rudel gibt es „In Jesus“ nicht. Die schlimmste Strafe, die Einsamkeit, die Folterqualen des Verlustes – das ist die Hölle. Wenn man das Opfer von Jesus nicht annimmt, daran glaubt und sich darüber freut, die Gebote befolgt, also innerhalb des „Geistes von Jesus“ lebt, bleibt man „innerhalb des Rudels“.

Nur ein König, der kein König ist, nur ein höchster Machthaber, der keine Macht hat, dessen Macht nur Kraft seiner Tat existiert, Kraft des sterbens am Kreuz, nur solch ein König kann wirklich ein König sein. Jemand der für alle da ist, von allen erreichbar, ob Reich oder Arm, ob Dumm oder Klug.

Darum sind alle Christen vereint „im Leib Christi“.

Man kann das testen, erstens bei sich selber – man wird ruhiger, überlegter und befreiter. Zweitens bei anderen. Man erzählt ihnen diese Hintergründe nicht, sondern missioniert nur mit „dem üblichen“. Die Symptome sollten dieselben sein. Auch in der Geschichte kann man das selber nachvollziehen.

Ich bin überzeugt davon dass das Christentum von einer höheren Weisheit zu uns kam, von etwas was intelligenter, umfassender ist als wir Menschen. Kein Mensch kann solche Funktionen in den Menschen selbst verstehen – ausser er ist ausserhalb dieses Trubels. Vor 2000 Jahren, ohne das Wissen um Triebe, Gene, Psychologie, dem Unterbewussten und der ganzen Geschichte war das ganz unmöglich.

Zum Beispiel meine Analysen der Wechselwirkung der Rangordnungsfunktion in uns, das „Tier“ und die Sünde:

Machtgier – die „Funktion der Rangkämpfe“ bringt die Menschen dazu sich zu duellieren um den höchsten Rang zu erhalten.

Neid – die „Funktion der Rangkämpfe“ wirkt hier genauso. Wer mehr hat ist Ranghöher, wenn ich ihn beneide und dann erniedrige, hole ich ihn (erst geistig, dann physisch) vom Rang herunter.

Dies kann man durchbrechen, durch den Christlichen Glauben. Alle die das nicht tun, bleiben aussen vor und verstrickt in ihren Trieben. Oder sie töten ihre Triebe ab und werden depressiv. Egal wo man hingeht, überall ist der gekreuzigte zu finden. Keine Kultur kann sich dauerhaft errichten, ohne das Lamm Gottes was den Menschen geopfert worden ist. Jede Kultur endet in einer blutigen Selbstzerfleischung – wie zuletzt der erste und zweite Weltkrieg.

Und wieder erhebt Gott seinen blutüberströmten Kopf und mahnt seine Herrschaft an. Ich bin beeindruckt

Templarii

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4 Kommentare zu “Alpha und Omega – Rangordnung und Kultur

  1. Wenn ich es richtig sehe, sind Ihnen hier einige Fehler unterlaufen – für militante Atheisten ein gefundenes Fressen:

    1. „Im Christentum […] wurde die Hierarchie ausgeweitet. Die höchste Instanz wurde Gott.“

    Das geschah aber schon im Judentum, ja in jeder anderen Religion.

    2.“Diese „Auslagerung“ der Rangordnungsfrage bringt erstmal Frieden. Kein Stamm muss einen anderen Bekämpfen um die Rangordnung festzulegen, es ist keine Vernichtung von anderen notwendig.“

    Gerade die Judenheit betrieb aber mehrfach Völkermord, und zwar im Auftrag und mit Unterstützung Jahwes!

    3.“weil Rangordnungen das effektivste Mittel ist um als Spezies zu überleben.“

    Wer setzt(e) denn das Mittel ein? Hat die Spezies ein eigenes Wesen, eine Entelechie, einen zielstrebigen Willen? Wenn ja, wer hat es geschaffen? Oder ist dieses Streben die Folge des Sündenfalls, der auch die Natur erfaßt hat?

    Nun, das Wesen, das dahinter steht, ist identisch mit der Schlange des Paradieses. Die Schlange log nicht, als sie Gott widersprach und sagte, daß A+E ewig leben werden. Es ist aber das historische unsterbliche Leben, das sich in der Vererbungslinie horizontal von Generation zu Generation schlängelt. Auch die Schlange bewegt sich horizontal; sie hat ja nicht mal Beine. – Das ewige Leben, das Gott meinte und das sein Sohn wieder herstellte, ist hingegen vertikal. Es hat eine ruhende Hierarchie. Beide, sowohl die Schlange als auch Gott, sagten die Wahrheit. Nur meinten sie Verschiedenes.

    Das Alpha und Omega in der Selbstbezeichnung Jesu gewinnt einen tieferen u.a. in der Erkenntnis, daß die Versuchungsgeschichte am Anfang des Alten Testaments sich wiederholt am Anfang des Matthäus-Evangeliums, also des neuen Testaments.

    Gleich nach der Jordantaufe, wo Jesus zum Christus wurde, wurde er nämlich in der durch den Widersacher versucht – allerdings nicht in einem Garten, sondern in der Wüste. Und anders als Adam und Eva widerstand er der (dreifachen) Versuchung. Er lehnte ab, sich zum Herrn der Erde zu machen, was das eigentliche Ziel jeder „Spezies“ ist, wo es nur durch Konkurrenz, durch Schweiß, Schmerzen und Tränen in Schach gehalten wird. (Das wurde den aus dem Paradies Vertriebenen ja noch hinterhergerufen.)

    Er lehnte es ferner ab, sich „fallen zu lassen“ in die Hände irgendeines Versuchers (heute: des Versorger-Staates).

    Und er lehnte es ab, Steine in Brot zu verwandeln. Das ist nämlich eine Beschreibung des Materialismus. Aber der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern auch vom Wort. Auch darum lesen wir in Weblogs wie diesem.

    • Hi,

      Das Mittel entstand durch die Erkenntnis des Mittels. Der einsatz des Mittels und der Kulturelle Erfolg durch das Mittel ist die Bestätigung für die Hochwertigkeit des Mittels.

      Und daß die Juden die höchste Instanz implementierten ist klar, ich schreibe aber was das Christentum für den Rest der Welt machte. Und das Judentum kennt den Omega-Faktor nicht. Darum müssen sie diesen bei sich – als ganzes haben.

      Templarii

  2. Die Verbindung der christlichen Logik mit dem Gedanken einer Rangordnung hatte ich auch schon lange im Kopf, mit Jesus als Omega und Gott als Alpha. Ein sehr genialer Gedanke, der hier formuliert wird!

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