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Ich antworte hier auf eine Frage in einem Forum. Die Frage war, warum es einen religiösen Unterbau für das Zusammenleben braucht. Der Grund warum es einen religösen Unter- und Überbau braucht ist der, weil Menschen das benötigen. Sie haben eine Sehnsucht danach und fangen sofort an so etwas aufzubauen, wenn sie es nicht haben.

 

Mit anderen Worten, wir Menschen sind „Transzendenzbedürftig“. Wir brauchen die Transzendenz weil wir als Sippentiere eine Form der Gemeinschaft brauchen um zu überleben. Einfach gesagt, es gibt so viele Bereiche im Leben, man kann nicht alles können. Genauso wie unsere nahen Verwandten, die Affen, leben wir in Gruppen. Nun gibt es eine spezielle Sache bei Gruppen, man nennt sie Gruppendynamik. Das Zusammenspiel der Gruppenmitglieder, ihrer Triebe, ihrer Wünsche, ihrer Gefühle und Ängste, bringt etwas hervor, was sehr wirkungsmächtig ist. Sowohl im Guten, als auch im Schlechten. Das ist schon bei Affen und Herden so, aber viel intensiver und mächtiger bei bewusstseinsfähigen Menschen. Im negativem gesehen, wir können Waffen bauen. Wir können uns organisieren und gegenseitig vernichten. Im positivem, wir können uns gegenseitig helfen, wir können vergeben.

 

Wichtig ist welcher Art die Transzendenz ist. Was sind unsere Werte, wie kamen sie zustande, warum sind diese Werte da, woran kann man beweisen das diese Werte richtig sind. UND, wie vermittelt man diese Werte der nächsten Generation. Das ist eine evolutionäre Frage. Wie vermittelt ein Lebewesen die bewährten Überlebenstechniken der nächsten Generation!

 

Die Art der Transzendenz zeigt sich in seinem Ergebnis. Soll das Ergebnis gut sein, muss die Transzendenz von uns geliebt und respektiert werden. Die Idee muss auf eine Art gemocht werden, das den Menschen nicht zerstört oder verschwinden lässt, sondern ihn bereichert, begeistert und ermutigt.

 

Darum braucht es Religion. Man muss es fühlen. Man muss sich danach sehnen, man muss sich mit anderen austauschen können. Trockene Fakten begeistern niemanden. Das liegt unter anderem an unseren Animalischen Trieben. Wir sind so gebaut. Wenn die Kirche langweilig ist, die süsse Frau im Laden aber sehr faszinierend und erregend, ist die Kirche schnell vergessen und die süsse Frau hat unsere Aufmerksamkeit. Hat auch seine Logik, aber eine Gesellschaft baut man so nicht. Es gibt keine Zivilisation ohne Menschen die gewisse Bereiche ihrer Triebe auf höhere Ebenen brachten, weil sie manche Ideen schöner und mächtiger finden als eine süsse Frau.

 

Die Ehe zum Beispiel ist _unmöglich_ ohne den glauben daran das es etwas wertvolles, wunderschönes und heiliges ist.

Wenn wir aber die Ehe an sich anbeten, dann beten wir uns selbst an. Wir können aber scheitern und Fehler machen. Daran können Ehen zerbrechen und die Kinder werden Geistesgestört.

 

Darum wurde nicht die Ehe zwischen Mann und Frau als die Quelle der Perfektion erkannt, sondern die Perfektion SELBST. Man erkannte das die Liebe und Ehe zwischen Mann und Frau nur dann funktioniert wenn sie als Heilig und wichtig angesehen wird, aber nur dann, wenn sie auf eine heilige Quelle alles heiligen ausgerichtet ist. Die Quelle alles heiligen ist das „Muster“ was uns dazu führt „etwas heiliges als etwas heiliges zu erkennen“.

 

Und wenn wir Menschen das heilige auch als heilig verehren, uns freuen, es lieben, es nachvollziehen, es feiern, Nachteile auf uns nehmen, dann bleibt das heilige. Dann funktioniert es. Der gesamte Lebensprozess läuft. Darum braucht es Religion. Sonst geht gar nichts. Darum braucht es Gott. Sonst lieben wir nichts. Wer nicht mal die Liebe selbst liebt, ist gar nicht fähig zu lieben.

 

Templarii

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6 Kommentare zu “Warum braucht es einen religiösen Unterbau

  1. Pingback: Bergfreunde

  2. Sie haben recht….man kann eigentlich nichts mehr dazu sagen.
    Aber das ist doch heute nicht die Meinung der Katholiken oder Protestanten.
    Heilig sind zur Zeit für die meisten Christen……..hmm… nichts.
    Ehen werden geschieden. Kinder abgetrieben. Aus Kirchen werden Kneipen. Handkomunion. Truckergottesdienste wo gesoffen und gefressen wird. Kirchen werden an Moslems vermietet aber Katholiken werden ausgesperrt. Und noch einiges mehr. Um es mit dem hl.Domenikus zu sagen:“Wir hören die Schreie der verlorenen Seelen.“ Hoffen wir das es keine Angstschreie werden.

    • Hi,

      es sind bereits Angstschreie, nur wissen die meisten nicht das sie Angstschreie äussern. All die Suche nach neuen „unverrückbaren Werten“ wie das Klima oder Gaja oder Umweltschutz oder Gerechtigkeit ist nur Zerfall.

      Ich informiere mich gerade über die Geschichte Roms und der Päpste, im Grunde ging es dauernd drunter und drüber. Kaum 100 Jahre Frieden und Ruhe. Tiefgläubige Antworten auf frühere Fragen waren bereits Sünde 100 Jahre später. Sieht man schon bei Luther, der Rom nicht verstand.

      Templarii

      • Ich denke das Glück von Luther ist das die meisten Menschen ihn nur von der Bibelübersetzung kennen.(Und den Ablashandel unterbinden wollte.) Dabei setzen Ihn gerade seine späteren Werke ins rechte Licht. Auch die Rechtfertigung der Jagd auf Thomas Münzer ist interresant. Sünde gibt es für diese Menschen nicht. Denn gäbe es Sünde müßte Sie auch vergeben.Aber so ist alles gut weil der Mensch es will. Das traurige daran ist ,das erst das Mord und Vertreibung aller rechtfertigt. Kennst Du das Bild mit Michael und Satan. Er töten Ihn nicht obwohl er es könnte aber er weißt Ihn in die Schranken.Man muß den Feind nicht ausrotten nur in die Schranken weisen, leider ist es heute andersherum. Ich schweife ab….Sorry

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