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In vielen Diskussionen zum Thema Religion ist mir aufgefallen, dass fast keiner das Christentum kennt. Die Art und Weise dieser Unwissenheit ist atemberaubend. Man sollte es sich mal vor Augen führen, wir leben im Jahr 2010. Es gibt das Internet, es gibt Foren, es gibt eMail, es gibt Twitter, Facebook, MySpace, Radio, Fernsehen, Internetradio, Bücher, Onlinebücher, Bibliotheken und und und und und und und.

Mehr Möglichkeiten um sich zu informieren gab es noch nie in der gesamten Menschheitsgeschichte! Wir ersaufen in Möglichkeiten, jeder noch so arme Mensch kann auf alles zugreifen was es gibt. Über jedes Thema gibt es erschöpfend viel zu lernen.

Und dennoch kennen sich erschreckend wenige Menschen mit dem Christentum aus. Ich merkte dass ich in einer „geistigen Blase“ lebte, in der ich dachte das alle anderen schon bescheid wissen. Doch dies ist nicht so. Die Mehrheit der Menschen haben noch nie im Leben die Bibel in der Hand gehabt. Sie haben nie ernsthaft darin gelesen, nie wirklich Sätze daraus genommen und darüber nachgedacht. Weder von der Bergpredigt noch von den 10 Geboten wissen sie was, ja selbst ich kann nicht alle 10 aufsagen, hab ich grad herausgefunden. Es ist verblüffend.

Bei Diskussionen mit Atheisten oder anti-religiösen ist die Basis meistens schlichte Unwissenheit. Weder ist bekannt welche Sätze Jesus aussprach, noch ist bekannt was die Apostelgeschichte, der Römerbrief und alles andere ist. Gerade noch die Apokalypse ist bekannt, aber auch nur die Stätze mit den schüttenden Engeln, denn das wird immer wieder in Kinofilmen zitiert.

Inzwischen kann ich einfach nur sagen: RTFM! Read the fucking manual!

Es ist total absurd wie viele Menschen sich gegen das Christentum auflehnen, sich darüber aufregen ohne auch nur ein bischen zu wissen was Inhalt des Christentums ist. Es scheint eine permanente Pupertät stattzufinden, Männer mit 40 Jahren führen sich auf wie 15 Jährige Bubis die das erste Mal der Mutter widersprechen. Die Diskussionen sind vollkommen ohne Vernunft, vollkommen ohne Diskussionsbasis, vollkommen ohne Respekt, ohne Rahmen. Selbst einigen Halbchristen musste man erst vermitteln das Jesus kein Pazifist war, sondern die Geldmacher in den Tempeln aus ebendiesen rauswarf!

Ein sich selbst ernährender Kreislauf aus „pazifistischer Sicht auf das Christentum“ – „ausblendung aller dieser Sicht widersprechenden Zitate“ – „abschwächung des Glaubens“ dreht sich schneller und schneller. Letztendlich geht es nicht mal mehr um Vernunft und Überzeugung, sondern schlicht um handeln und leben. Man kann Menschen nicht überzeugen die nicht zuhören wollen. Man kann Menschen nicht überzeugen die Tatsachen bewusst ignorieren weil sie es so wollen.

Selbst wenn die grössten Wissenschaftler und Forscher der letzten 1950 Jahren alles Christen waren, sich auf das Christentum und Gott bezogen, in ihren Büchern von Gott sprachen, ihre Vorworte sich auf Gott und Jesus bezogen, selbst DANN wird das Christentum negiert. Selbst wenn Max Planck sagt, das die Quanten da sind, wo man Gott finden kann, selbst dann wird völlig ignoriert das Planck ein Christ war. Was ich damit sagen will, selbst Wissenschaftler und Forscher die sich selbst als Vernünftig bezeichnen, die meinen das Wahrheitssuche und Ehrlichkeit wichtig sind, selbst diese sind nicht an Wahrheitssuche und Vernunft interessiert.

Wie viele Menschen kritisieren das Christentum mit christlichen Wertmasstäben? Wie viele kritisieren das Christentum weil in der Bibel steht dass man nicht töten darf? (Was ja nicht mal stimmt.) Wie viele reden von „Liebe ist der Weg“ ignorieren aber warum in unserer Kultur diese Masstäbe überhaupt existieren? Und wundern sich dann das diese Werte verloren gehen?

Verlogener und Schitzophrener kann eine Gesellschaft gar nicht sein. Wie kann man mit voller Inbrunst Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe WOLLEN, aber lügen, ungerecht und hasserfüllt sein um dieses Ziel zu erreichen? Wie kann man lügen und die Wahrheit ignorieren wenn man doch die Wahrheit haben will? Was passiert in einem, wenn er das doch unbewusst weiss? Irgendwann funktioniert das nicht mehr. Irgendwann ist es egal ob Wahrheit oder Lüge regiert, wenn man sich selbst verrät, ist man sich selbst gegenüber verloren und verraten.

Und das fängt schon damit an, dass niemand mehr weiss was in der Bibel steht. Eigendlich denkt man sich ja, dass nur völlig Schwachsinnige Menschen meinen diskutieren und argumentieren zu können, ohne die Diskussionsgrundlag und die Argumente zu kennen.

Ich rede ja auch nicht mit bei Diskussionen über Biochemie ohne auch nur ein bischen was von Biochemie zu kennen? Aber bei so wichtigen Dingen wie der Philosophischen Grundlage unserer Gesellschaft ist es egal?

Irgendwie scheinen alle verrückt geworden zu sein, als wären die Geister verwirrt und völlig ohne Orientierung.

Die Freiheit alleine, bringt keine Freiheit.

 

Templarii

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20 Kommentare zu “Europa kennt nicht mal seine eigene Religion

  1. Text:
    „Bei Diskussionen mit Atheisten oder anti-religiösen ist die Basis meistens schlichte Unwissenheit“
    Wohl wahr!
    Der Satz beinhaltet auch schon eine Teilerklärung. Mit zuhnehmernder Bildung und zunehmendem Wissen über das Christentum und religiöse Fragen entfernen sich die Menschen vom Christentum.
    Aber das macht nichts, denn zum Glauben bedarf es keiner Bildung und keiner Klugheit. Es reicht die Glaubensbereitschaft.

    • Ach schon wieder einer der keine Ahnung vom Christentum hat, aber meint kapiert zu haben worum es beim Christentum geht. Glauben Sie denn nicht auch an „Die Wahrheit“ an „Die Gerechtigkeit“ und „Die Vernunft“? Genau daran glaubt auch ein Christ. Nur dass das Christentum ein Schritt weiter gegangen ist, Richtung Platon und der Ideenlehre (also eigentlich kommen sie davon..). Denn was passiert wenn man blind an „die Gerechtigkeit“ glaubt, sieht man im Kommunismus.

      Je mehr ich mich mit dem Christentum auseinandersetze, desto mehr komme ich zum Schluss dass das Christentum ziemlich Vernünftig, Intelligent und auch mutig ist. Sie sollten meinen Blog vielleicht ein bischen genauer lesen.

      Nur weil sie das Wort „Glauben“ in einem negativen Kontext stellen, heisst es nicht das sie Recht haben.

      grüsse

      Templarii

  2. Das ist ja genau das, was diese Leute um Pierre Vogel den erbosten Mönchengladbachern vorwerfen: Ihr kennt ja nicht mal eure eigene Religion! Mittlerweile denke ich sie erheben diesen Vorwurf zu Recht.

    Ein Atheist sieht immer nur eines: Dass es Gott nicht gibt. Daraus zieht er den Schluss, dass nichts am Christentum richtig sein kann, alles ist Lug und Trug, alles nur Schein, nichts darf bestehen bleiben, wenn die Gesellschaft „frei“ sein soll. Ich habe ja früher auch so gedacht und habe mich unter anderem durch Dich und Manfred eines Besseren belehren lassen. Gerade hatte ich eine Diskussion auf Manfreds Blog (unter „Dschihadsystem“) mit einem dieser verknöcherten Vernünftler. Eines können sie nicht: Zuhören, bzw. lesen, was der andere schreibt. Der hielt mich doch tatsächlich für einen fundamentalistischen Christen!!!
    Wenn ich ehrlich bin habe ich früher aber auch nicht geschnallt, dass z.B. Fjordman Atheist ist. Weil er das Christentum nicht rundheraus ablehnte, habe ich ihn unter „Gegner“ einsortiert.
    Ähnlich ist es mit „Pit“, dem Du ja auf meinem Blog eine Replik schriebst. Völlige Unkenntnis!

    Immerhin, denke ich immer, habe ich die Schrift gelesen (und kenne sogar alle 10 auswendig). Nur wenn man etwas kennt, kann man es kritisieren. Das ist mit dem Islam genauso, man sollte unbedingt den Koran studieren, dann erübrigt sich alle Gutmenschelei. Und die heiligen Bücher der anderen Religionen sollte man auch lesen.

    Der Satz: „Die Freiheit allein bringt keine Freiheit“ gehört eingerahmt.

  3. Der Satz: „Die Freiheit allein bringt keine Freiheit“ gehört nicht eingerahmt, sondern in die Tonne getreten, weil er unlogisch ist. Wie kann man nur einen so debilen Satz formulieren und toll finden?

    • Es stimmt aber. Pure befreiung von allem, bringt die Sklaverei der ewigen Qual der Wahl. Ich kenn die ganzen „freien“ und „ungebundenen“. Sie sind gezwungen ständig zu suchen und zu wählen. Aber das ie von allem befreit sein wollen.. haben sie nichts und die Freiheit ist wertlos.

      In diesem Kontext ist nur ein vollkommener Sklave frei. Er muss nicht mehr selber denken sondern nur tun was andere sagen.

      Ähnlich wie bei der Anarchie. Keine Hierarchie bedeutet verdammt viele Regeln die zu befolgen sind, dies ist gar keine Freiheit sondern überritualisierung der Lrbensweise.

      Templarii

  4. Sinnvolle Sätze in Bezug auf Freiheit sind:

    1. Gewerbefreiheit bringt Wohlstand.

    2. Vertragsfreiheit bringt Wohlstand.

    3. Handelsfreiheit bringt Wohlstand.

    4. Eigentumsfreiheit bringt Wohlstand.

    usw.

    Und wer Wohlstand nicht für erstrebenswerter als Armut hält, hat nicht alle Tassen im Schrank, ober nun an einen Gott glaubt oder nicht.

    • Ach, der Wohlstand alleine hat Deutschland unglücklich gemacht. Die Gesellschaft funktioniert nicht mehr. Ich kenne genug Geldgeier die sich nicht mal Kinder „leisten“ können.

      Und die von ihnen erwähnte Freiheit, ist immer in einem Kontext. Vertragsfreiheit ist was anderes als Freiheit pur. Und auch völlige Vertragsfreiheit ist falsch. Oder meinen sie dass ein Selbstversklavungsvertrag gut ist? Oder ein „esst mich auf“ Vertrag?

      Templarii

    • Kommt drauf an wie Sie Freiheit sehen. Freiheit ist zu tun was ich möchte ohne einem anderen zu schaden. Aber heute macht jeder was Legal ist ohne auf den anderen zu schauen ja ohne rücksicht. Und das alles mit der Begründung wir sind alle FREI und GLEICH, nach dem Motto er hätte mich ja auch ablinken können. Eigentumsfreiheit bringt einem Wohlstand aber hundert Menschen Armut. Vertragsfreiheit macht einen Schlauen reich und tausend andere zu Sklaven. Der Mensch ohne Schranken ist kein Mensch mehr. Natürlich ist Wohlstand erstrebenswerter als Armut und Hunger. Aber mit Papier und Freiheit allein wird das nichts. Oder ist in diesen freien Zeiten die Armut besiegt. Nein aber man kann sagen selbst schuld. Handelsfreiheit bringt nur dem etwas der Handeln kann.

      • Freiheit heisst Freiheit. Zu tun was ich möchte. Der Zusatz „ohne das ich anderen Schade“ ist bereits keine absolute Freiheit mehr. Jedenfalls aus der Sicht der Freiheitssekte. Mir ging es tatsächlich darum dass heutzutage die „Freiheit“ nichts wert ist.

        „Handelsfreiheit bringt nur dem etwas der Handeln kann“ ist ein sehr guter Satz, den merke ich mir. Darauf läuft es hinaus..

        Templarii

  5. Dox:

    Im Kontext des Artikels ist eindeutig zu verstehen, dass Templer hier mit Freiheit die Ungebundenheit der „Selbstverwirklichung“ meint, die unsere Gesellschaft atomisiert. Die von Ihnen aufgezählten Freiheiten sind elementarer Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft, sie reichen aber allein nicht hin. Ein Individuum kann nicht außerhalb jeder Bindung existieren und dann „frei“ entscheiden. Welchen Maßstab soll es denn anlegen? Ich empfehle Ihnen Manfreds Texte zum Liberalismus.

    http://korrektheiten.com/2010/11/11/zur-dialektik-des-liberalismus/

  6. Ich hatte heute eine lustige Begegnung mit dem Graffito eines Schwachsinnigen.
    Es war auf dem Weg nach Einsiedeln, den ich unregelmässig unter meine Füsse nehme, weil ich es mag, vor der dort beheimateten schwarzen Madonna zu meditieren, als ich bei einem der vereinzelten Pilgerunterstände auf dem Weg darauf stiess, dass ein (vermutlich sehr junger) Mensch neben einem Kruzifix folgendes hingeschrieben hatte:
    „Ich glaube an das Gute, ich braue keine Kirche“. In das „braue“ war dann noch ein c nach dem u eingeflickt und ich nahm, wohl zu Recht, an, dass der Verfasser dieser Tiefsinnigkeit eigentlich „brauche“ meinte.
    Abgesehen von der orthographischen Schwachsinnigkeit, bot mir dieser Satz Anlass zu einer Meditation über meinen eigenen Agnostizismus. Ich glaube nämlich ebenfalls an das Gute und ich glaube daran, dass es an mir ist, dieses in der Welt zu mehren. Ich kann es nicht von anderen erwarten und ich kann diese Aufgabe nicht delegieren. Da ich Subjekt bin, kann ich diese Erwartung nur an mich stellen.
    Es ist ja heute ein Ärgernis, dass es so viele Leute gibt, die sich unbesehen Atheisten oder Agnostiker nennen. Die Atheisten sind das eine Thema, zu dem ich viel Unerfreuliches zu schreiben hätte, aber immerhin: Wenn sie wirklich glauben, dass es keinen Gott oder kein Geheimnis gibt, dann ist ihre Feindschaft zur Kirche begründet. Ich zweifle zwar die intellektuelle Redlichkeit oder den Bildungsstand der meisten sogenannten Atheisten an, aber ich beachte sie nicht weiter. Sie sind Gläubige und zwar solche eines enorm unerfreulichen, armen Glaubens. Es sei ihnen unbenommen.
    Was mich aber besonders ärgert, sind diese Agnostiker, die solche Graffitis verfassen. Wenn man sagt, dass man an das „Gute“ glaubt, dann muss man Agnostiker sein, man kann sich nicht auf den Atheismus berufen, denn das Gute, das ist etwas anderes als nur Genetik, Biologie, Enthropie und elektrische Reize. Das „Gute“ ist ein anderes Wort für das grosse Geheimnis, das das Christentum uns erklären will.
    Wenn ich sage: „ich glaube an das Gute, ich brauche keine Kirche“, dann komme ich mir vermutlich sehr, sehr tiefsinnig vor, aber ich habe das Problem, dass ich zwei Dinge durcheinanderbringe, die nichts miteinander zu tun haben.
    Ich kann nämlich auch daran glauben, dass morgen lila Ausserirdische mit grünen Fusssohlen auf der Erde landen und alle unsere Kinder fressen und das sagt nicht das Geringste darüber aus, was ich brauche.
    Mir scheint es symptomatisch zu sein, dass Agnostiker sich heute zum grössten Teil aus denkfaulen, dummen und intellektuell minderbemittelten Leuten zusammenzusetzen scheinen. Ich kann sogar behaupten, dass ich noch selten ein gewinnbringendes Gespräch mit einem anderen Agnostiker hatte.
    Agnostizismus heisst für mich, zu zweifeln, nachdem man prüfte, was einem angeboten wurde.
    Wäre ich Agnostiker in einem islamisch geprägten Land, würde ich vermutlich nach kurzer Zeit zum Schluss kommen, dass ich Agnostiker bleibe oder ich tendierte sogar zum Atheismus. Mein Schluss wäre: Wenn Gott so grausam, hart und oberflächlich ist, dann kann es ihn gar nicht geben. Er ist eine reine Erfindung des Menschen, um seine Übeltaten zu rechtfertigen und seine Begierden zu legitimieren.
    Wäre ich Agnostiker in einem buddhistischen Land, prüfte ich das Angebot des Friedens und der Einkehr, das in der Lehre enthalten ist, aber ich fragte mich, wofür all meine Leidenschaften, all mein Sehnen, Hoffen und Lieben denn da wären. Wieso bin ich Mensch, wenn es doch falsch ist, Mensch zu sein? Und ich würde vermutlich bald im Agnostizismus verharren, ohne in Feindschaft zum herrschenden Glauben zu stehen.
    Wäre ich Hindu oder Anhänger einer anderen Polytheistischen Weltanschauung, wäre das Ganze vermutlich komplizierter. Wäre ich Anhänger Vischnus oder Kalis, weil ich den einen oder anderen Aspekt des Lebens und der Welt mehr gewichten würde? Ich weiss es nicht.
    Aber hinsichtlich des Christentums kann ich sagen, dass ich nur im Agnostizismus verharre, weil ich den Glaubensakt nicht vollbringen kann. Ich kann nicht glauben, ich bin ein Zweifelnder und Skeptiker.
    Und dennoch anerkenne ich, in Kenntnis des Systems, dass das Christentum mir erklärt, weshalb ich sehne, hoffe, liebe, woher meine Leidenschaften kommen und welchen Zweck sie haben. Meine Liebe zu anderen Menschen, zu meiner Partnerin, zu anderen Geschöpfen, sie sind Abglanz und Spiegel der Liebe zu und von Gott. Sie sind irdischer Ausdruck des kosmischen Geheimnisses. Meine Leidenschaften, sie sind weltliche Ausprägungen meines seelischen Hungers nach Gott und so ist es mit all meinem Sehnen und Hoffen. Manchmal sind sie auch fehlgeleitet und eitel und dann sind sie Ausdruck davon, dass sich der Mensch auf der Suche nach dem Mysterium auch davon entfernen kann. Aber immer ist das Mysterium bzw. die Suche danach darin enthalten.
    Wer dies nicht erkennt, wer dies nicht sieht und sich Agnostiker nennt, hat etwas verpasst.
    Wer sich nur Agnostiker nennt, weil er die Kirche geringschätzt und glaubt, dass diese reduzierbar ist auf pädophile Priester, Patriarchat, Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und Ketzerverfolgungen ist nicht redlich.
    Denn er vergisst dabei all die Priester, die Seelsorge leisteten, Trost spendeten und Gutes taten. Er vergisst, dass die Hexenjagden von namhaften kirchlichen Autoritäten verurteilt wurden als Aberglaube und Torheit. Er vergisst, dass sich die Vertreter der Kirche gegen die Zwangsbekehrungen z.B. der Sachsen aussprachen, weil erzwungener Glaube kein Glaube ist. Er vergisst auch, dass die Kreuzzüge eine Reaktion waren auf Eroberungen einer konkurrierenden und überhaupt nicht menschenfreundlichen Religion.
    Wer die Kirche auf diese moderne und kurzsichtige Weise kritisiert, vergisst, dass Europa heute ebenfalls islamisch wäre, wenn nicht die Kirche als einigende Kraft des Christentums die Angriffe aus Nordafrika und dem Osten abgewehrt hätte. Vergisst, dass es keine Aufklärung gegen die Kirche gegeben hätte, wenn nicht die Kirche vorher die christlichen Werte, die in der Aufklärung erhalten blieben, bewahrt hätte. Er vergisst, dass die katholische Kirche schon vor mehr als vierhundert Jahren Schutz über die Juden sprach und all die Verfehlungen, die gegen sie folgten, das Werk von unbotmässigen und verirrten Geistern waren.
    Er vergisst sowohl das Gebot wie auch die heutige Organisation der Caritas.
    Er vergisst die Franziskaner und Kapuziner in Armut und reinem Glauben, die gaben und nicht nahmen. Er vergisst all die Brüder in Klöster, die noch heute einen verinnerlichten, anständigen und puren Glauben leben.
    Er vergisst, dass es ein katholischer Geistlicher war, der am Vorabend des dritten Reiches die Nazis als das „Böse“ bezeichnete und die Menschen davor warnte und dafür im KZ landete.
    Er vergisst die Beichte, die Jahrhunderte vor der Psychoanalyse den Menschen erlaubte, mit ihren Sünden und Unzulänglichkeiten zu leben und sich selber zu verzeihen.
    Er vergisst tausende von Dingen und vor allem vergisst er eine ganze Kultur und Heimat, in der zu leben ein Privileg und eine Gnade ist für uns westeuropäischen Menschen.
    Ein Agnostiker, der sich nicht mit diesen Aspekten auseinandergesetzt hat und mit leichter Hand in einen Pilgerunterstand die Worte „Ich glaube an das Gute, ich brauche keine Kirche“ hinschmiert, ist ein Idiot und kein Agnostiker. Und leider sind diese Leute heute in der Überzahl.
    Nicht glauben zu können, heisst nicht, blind sein zu müssen.

      • Ich habe eigentlich keine dahingehenden Ambitionen gehabt als ich es schrieb. Aber wenn du den Text als Artikel einstellen möchtest, würde ich ihn vorher gerne noch einmal überarbeiten und dann kannst du damit machen, was du willst (wir duzen uns jetzt übrigens doch). Und geschmeichelt fühle ich mich natürlich auch.

      • Hi,

        ja wie Du siehst bin ich inkonsequent wenn ich beeindruckt bin 😀 Belassen wir es doch beim Duzen. In Einsiedeln war ich auch schon ein mal. Obwohl es nicht weit weg von Luzern ist, komme ich nicht oft raus. Bitte überarbeite das doch, interessant finde ich das Du auch auf das mit dem Beichten gekommen bist.

        Templarii

      • Ich werde den Text vermutlich bis morgen Abend überarbeitet haben. Freut mich, dass er dir gefällt.

  7. Habe den Text kurz überarbeitet und dabei noch einige allzu offensichtliche Mängel beseitigt sowie an gewissen Stellen erweitert. Soll ich ihn einfach nochmal hier reinstellen oder dir irgendwohin schicken?

    • Nein, der Herr Deschner kennt die Bibel und das Christentum nicht. Er entnimmt nur *irgendwoher* *irgendwelche* Regeln und misst die Tätigkeiten Mitglieder einer Organisation zu der sie *vermeintlich* dazugehörten und ignoriert dass die Aussage des Christentums NICHT ist, dass jeder Christ automatisch zum perfekten Menschen wird, sondern dass Menschen zum grossen Teil Idiotische Arschlöcher sind die dringend Erlösung brauchen.

      Am genialsten ist es Menschen nach heutigen Moralvorstellungen zu messen. Ganz bewundernswert ist es wenn man Organisationen anhand von Kriterien misst die sich erst Aufgrund von Erfahrungen in der Historie dieser Organisation herauskristallisiert haben.

      Beispiel: Die schlechten erfahrungen mit Verheirateten oder vögelnden Päpsten und Kardinälen hat erst zur überzeugung geführt dass eben diese Zölibatär leben sollen. DANACH hat man es besser gewusst und dementsprechend reagiert. VORHER hat man es nicht so ganz klar gewusst und hat es einfach „laufen lassen“.

      HEUTE wird die Kirche kritisiert dass Sie nicht vehement gegen diese Dekadenz vorgegangen ist da dies ja „schlecht ist“.

      Noch besser ist ja wie der Herr Deschner schön vorführt dass er der Kirche Macht vorwirft und gleichzeitig dass Sie ihre Macht nicht „für das Gute“ (nach den Kriterien von Deschner) eingesetzt hat. Ohne zu kapieren dass die Voraussetzung dass die Kirche „absolute Macht hatte“ gar nicht stimmt. Er stellt selbst Anforderungen die er erfindet und misst daran dass Scheitern der Institution und Religion.

      Er hat das Christentum nicht verstanden, das Evangelium, die Religion und die Bibel auch nicht.

      Das Christentum ist die Religion des menschlichen Scheiterns…

      Templarii

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