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Vor ungefähr einem Jahr, oder weniger, fing ich an mich ernsthaft und intensiv mit dem Christentum auseinander zu setzen. Der Grund war ein Gefühl, etwas Instinktives. Es war im Grunde die im Raume stehende Frage meines Kindes nach dem Warum. Nach einigen Wochen des grundlegenden forschens ist in mir ein Bild entstanden, von dem ich glaubte dass dies richtig ist. Ich versuchte eine Art umgekehrte Beweisführung für mich selbst.

Meine ersten Gedanken führten mich zu den folgenden Schlüssen:

  • Wenn es stimmt, dass das Christentum eine Verbindung zu höheren geistigen Idealen ist, dann muss die Verbindung zu diesen höheren Geistigen Idealen auf mich wirken und zwar so wie ich von der Vernunft her erwarte, das höhere geistige Ideale wirken würden.
  • Wenn es stimmt, dass Gott die Gerechtigkeit ist, dann sollte die Gerechtigkeit in mir stärker werden.
  • Wenn es stimmt das Gott die Liebe ist, dann sollte ich mit der Liebe besser umgehen können, ja diese mit meiner Vernunft zusammen stärker und stärker wirken lassen.
  • Ich las bei Bernhard von Clairvaux das Gott zu uns spricht und zwar in Form von neuen klaren Gedanken die plötzlich auftauchen.
  • Die Wirkung ist letztendlich positiv, auch wenn es vorher negativ sein kann. Als Techniker kenne ich das Problem eines Fehlers der die gesamte Arbeit zerschiesst. Nur ist das unbedingt notwendig, Konstruktionsfehler die nicht auffallen sind sehr gefährlich.

Der Selbstversuch begann. Ich öffne mich neuen Eingebungen NUR DANN, wenn sie dem Konzept des Guten entsprechen. Anfangs hatte ich grösste Mühe mich dem hin zu öffnen, ich bemerkte das Misstrauen gegenüber vielem. Während ich darüber nachdachte warum dies der Fall ist, merkte ich dass mein Misstrauen eigentlich vernünftig ist.

Als erwachsener Mann ist mir durch Selbstreflektion klar geworden, dass ich nicht alles verstehen und hinterfragen kann. Dies ist darum der Fall, weil kein Mensch die Zeit dazu hat, alles zu hinterfragen. Man wäre immer mit dem hinterfragen beschäftigt. Es ist unklar ob jeder Mensch positiv zu mir eingestellt ist, ob mich nicht jemand betrügt oder in der Arbeit falsch arbeitet und dadurch Probleme verursacht. Misstrauen ist im ersten Schritt die richtige Denkweise um das Problem zu lösen. Kinder sind zum Beispiel naiv und laufen schlicht überall hinein. Als erwachsener Mann ändert sich das. Doch dies hat Folgen, die Folgen sind, dass das Misstrauen grösser wird und sich festsetzt. Mir sind viele Menschen begegnet die, vor allem WEIL sie Intelligent waren, dem Misstrauen immer mehr Vertrauen schenkten. Bis es zum Hass auf die Menschheit wurde. Die Vernunftentscheidung zum Misstrauen bewirkt nämlich eine Mentalitätsänderung im Unbewussten, die Persönlichkeit wird zu dem womit sich der Geist der Persönlichkeit beschäftigt. Vom gesunden Misstrauen ist keine Spur zu finden. Es fehlt nämlich eine Komponente damit das Misstrauen gesund bleibt, und zwar das Selbstbewusstsein des Menschen, die Güte gegenüber anderen und das Vertrauen darauf das die Welt im Grunde „gut“ ist.

Dies ist mir eingefallen als ich mich damit beschäftigte warum ich mich nur zögerlich mit dem Konzept des Gottes einlassen konnte. Allein dass ich meinen Geist damit auseinandersetzte wieso ich nicht mit Gott und dem Christentum gut umgehen kann, eröffnete mir neue Einsichten die mir zwar unbewusst klar, aber letztendlich unklar waren. Ich möchte den Leser darauf hinweisen, was ich vorhin für Schlüsse zog. Bernhard von Clairvaux sprach davon dass Gott in neuen und klaren Gedanken spricht, die in uns auftauchen. Dies waren neue und klare Gedanken die in mir auftauchten. Ein erstes Symptom, eine erste Beobachtung die das bestätigte was unsere Vorväter erkannten. Beeindruckend.

Ich las davon dass Christen sagen, Gott ist ein höheres Bewusstsein, eine höhere Bewusstseinsform. Wir selber sind nicht fähig ihn zu begreifen, dazu ist unsere Bewusstseinskapazität zu gering. Als Informatiker ist mir das Konzept bekannt, es ist nicht möglich dass eine Künstliche Intelligenz jemals begreifen wird was die Natürliche Intelligenz ist, denn die natürliche Intelligenz hat die Künstliche Intelligenz programmiert. Und die Natürliche Intelligenz kann sich selber nicht tiefgehend genug hinterfragen um zu verstehen was in ihr vor sich geht. Ich glaube es braucht viele Generationen von Menschen um überhaupt langsam weiter zu kommen. Wenn Gott ein höheres Bewusstsein ist, etwas was weiter als ich denkt und weiter als ich wahrnimmt, müsste die Hingabe zu diesem Bewusstsein in mir verblüffende Gedankengänge bewirken, die letztendlich aber immer positive Wirkungen haben. Gott ist ja das Gute, Wahre und Schöne. Gott ist die Güte, die Liebe und die Gerechtigkeit. Alles was von ihm kommt, müsste dieses Muster beinhalten. Auch hier, dieser Gedankengang ist mir erst eingefallen nachdem ich mich auf Gott eingelassen habe.

Diesen Gedankengang kann ich auch bestätigen, mir ist so einiges aufgegangen, was mich völlig umkrempelte und wieder zurückkrempelte, manchmal mehrmals täglich. Es ist irgendein Bewusstseinsvorgang der mir sogar zu 2/3 unklar ist. Meine Annahme dass die höheren geistigen Ideale mich verändern würden, so wie ich es erwartet habe, ist eingetreten. Aber erstens anders und zweitens als man denkt.

Die Gerechtigkeit ist so ein Fall. Viel Ungerechtes nervte oder verletzte mich. Was ich selber erlebt habe hat mich genervt, was andere erlebten ebenso. Ich wollte dass die Gerechtigkeit zur Vollendung kommt, dass alles immer vollkommen gerecht ist. Die Gedanken strömten in mich ein, meine Beschäftigung mit der Gerechtigkeit im Christentum zeigte mir den Weg auf, wo man die Gerechtigkeit finden kann. Mein Gerechtigkeitssinn hat zwei Aspekte, die mir immer klarer wurden.

Der erste Aspekt ist die Ungerechtigkeit der Menschen gegenüber anderen Menschen. Ihre Taten, die Tatsache das Gerechtigkeit alleine ungerecht ist. Es gab und gibt viele geschichtliche Ereignisse die dies beweisen. Ich denke da an den Kommunismus der alle gleich machen wollte. Denn gleich sein, ist gerecht. Jedenfalls wenn man kein Herz hat und meint dass alle Menschen völlig leere Hülsen sind und völlig gleich. Wenn man sich nicht mit den Menschen auseinandersetzt und ihnen ihre Persönlichkeit wegnimmt. Auch die Gleichberechtigung der Neo-Kommunisten ist so ein Fall. Zum Zwecke der Gleichberechtigung müssen alle genau gleich sein, Mann und Frau. Selbst wenn sie es nicht wollen. Das ist ungerecht.

Der Schlüssel zur Gerechtigkeit ist die Güte zu jedem Menschen. Wirkliche Gerechtigkeit orientiert sich an den Bedürfnissen jedes Menschen, auch die, welche die Menschen nicht aussprechen können weil sie sich ihrer Bedurfnisse nicht bewusst sind. Wirkliche Gerechtigkeit zwingt nicht, sondern leitet. Wirkliche Gerechtigkeit ist gerecht, nicht ungerecht. Und es gilt das Wort, dass man die wahren Gerechten an ihren Taten und den Früchten ihrer Taten erkennen kann, nicht nach den Worten.

Der zweite Aspekt der Ungerechtigkeit ist die verletzung der Menschen. Die Täter sind Täter. Sie bekommen ihre gerechte Strafe. Allein schon darin das ich sie nicht respektiere und ich weiss das sie ungerecht sind. Aber die Opfer, was ist mit ihnen? Sie haben gelitten, sie haben geweint, sie wurden getötet, abgestumpft, zerrieben. Da gibt es nur eins, es ist das Mitgefühl. Was verletzt die Menschen die ungerecht behandelt worden sind? Das jemand Herzlos und verletzend zu ihnen war? Wie gleicht man diese Verletzungen aus? In dem man Herzvoll und heilend zu ihnen ist. In dem Augenblick macht man sich selbst zum Werkzeug der Gerechtigkeit, man hilft. Man gibt Wärme, man glaubt daran dass dies helfen kann und hilft.

In beiden Fällen ist die Güte, die Liebe, die Zuwendung zur Person das Entscheidende. Sowohl die Täter hätten gerecht sein können, wenn sie sich richtig zugewendet hätten, als auch die Opfer könnten Gerechtigkeit erfahren wenn man sich ihnen richtig zuwendet.

Ein weiterer Punkt bei war dass mit der Güte. Gott ist die Güte, der Geist der Güte. Ich wollte sehen wie meine Person sich änderte, mein Gedankenfokus, meine Denkart. Ich wurde gütiger. Und zwar MIR SELBST gegenüber. Die Erkenntnis dieses Vorganges löste wiederrum neue Erkenntisse aus, neue Gedanken, neue Veränderungen. Inzwischen komme ich mir schon wie beim Domino Day vor.

Die Güte zu mir selbst wuchs, indem ich die bewussten und unbewussten Anforderungen an mich selber loslies. Die Zwanghaftigkeit in manchen Bereichen, alles perfekt machen zu müssen, lies nach. Ich muss nicht alles perfekt machen, Gott ist die Perfektion der Perfektion. Ich selber bin nicht Gott, ich bin im Vergleich zur Perfektion unperfekt, fehlerhaft, zu schwach, zu Zeitorientiert, zu triebhaft. Da ich inzwischen lernte das es schon in Ordnung ist nicht alles perfekt zu machen, das die Güte ein wesentliches Element Gottes ist, entspannte ich mich. Es ist falsch wenn Ungütige Worte und Gedanken in mir aufkommen, die dieser Erkenntnis folgten. Ich konnte mich entspannen. Vertrauen.

Dies löste eben die erwähnte Kettenreaktion aus. Weil ich in mir die Spannungen abbaute und dadurch immer klarer erkennen konnte wo noch weitere Spannungen existieren, konnte ich das allem anderem gegenüber machen. Wenn ich nicht mehr mir selber gegenüber erwarte perfekt zu sein, beziehungsweise gewisse Rahmenbedingungen einhalten zu müssen, muss ich das niemandem anderen gegenüber machen. Ich wurde gütiger. Dem Tier gegenüber, dem Kind, der Frau, meiner Familie, den Fernsehmachern gegenüber, den Technikern, Konzernen, Musikgruppen, Architekten, der Vergangenheit unserer Kultur gegenüber, den Umweltschützern, den Linken, den Rechten, den Sündern gegenüber.

Der Prozess ist noch gar nicht vollendet, ich bin mitten drin, aber das Muster habe ich langsam erkannt. Es macht richtig spass sich auf diese Art zu hinterfragen. Es ist nicht diese Selbstauflösende Art der Selbsthinterfragung, sondern eine Selbstaufbauende.

Indem ich das Konzept der Güte integrierte, konnte ich auch das Konzept der Sünde integrieren. Einfach gesagt ist die Sünde schlicht eine Funktion des Körpers, alte archaische Instinkte und Handlungsweisen die bei einem Bewusstseinsfähigen Wesen Probleme verursachen. Mit Hass und Wut kann man gegen die Sünde nicht angehen, das stärkt nur den Trotz. Denn die archaischen Instinkte sind darauf ausgelegt unter Widrigen Umständen weiter zu funktionieren. Es ist ein Teil deses Biologisch-psychologischen Konzeptes das uns Menschen zu überleben half. Diese Einsichten bekommt man aber erst wenn man NICHT wütend und tobend in sein Wesen gedanklich eintaucht. In dem Augenblick wo man seine Sündigkeit annimmt, kann man sie gut erkennen. In dem Augenblick wenn man im Zustand der Güte gegenüber sich selber beurteilt und respektvoll beobachtet was passiert, kann man „Das Tier“ in einem zähmen. Man wird zum „Menschenflüsterer“.

Dies so als „kurzer“ Einblick in meine geistigen Prozesse die ausgelöst worden sind, als ich mich freiwillig und bewusst dem ganzen Konzept des Christentums öffnete. Es hat sich vieles verändert, mein Denken hat sich verändert, meine Wahrnehmung hat sich verändert, mein Willen hat sich verändert. Meine Annahmen waren richtig, die Wirkungen waren so wie ich es vorhergesagt habe, anders zwar, aber doch richtig. Das Ergebnis ist Glück.

Templarii

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9 Kommentare zu “Die psychische Veränderung durch das Christentum

  1. Sie sind einfach nur ein Materialist der nur die Physischen Reaktionen glaubt. Es ist ihnen nicht klar, dass ich damit argumentiere, dass die bewusstwerdung der eigenen Sterblichkeit für Bewusstseinsfähige Lebewesen schwere Schäden und Disfunkionalitäten hervorruft.

    Das biologische System hat ein eingebauten Überlebenstrieb und dieser wird auch dann aktiviert wenn wir uns unserer Sterblichkeit bewusst werden. Nur dass unser Überlebenstrieb nichts gegen diese Art der Todesgefahr handeln kann, wie Flucht oder Kampf. Also verursacht die Erkenntniss des unausweichlichen Todes entweder resignation, oder depression, ausblendung und ähnliches.

    Was ist daran so schwer zu verstehen und was soll daran unrealistisch sein? Es ist pure Vernunft darüber nachzudenken.

    Und wenn Sie nicht erkennen dass Menschen nicht in abstrakten Zshlen denken können, sondern nur dass denken können was sie sich bildlich vorstellen können, sind sie nur blind und taub.

    Dass christentum ist ein system zum erkennen der eigenen dysfunktionalität um die vernunft erst aufrecht erhalten zu können.

    Templarii

  2. Mal ganz ehrlich „interplanetar“, suchen Sie sich ein anderes hobby als völlig unpassende Kommentare zu meinen Texten zu schreiben.

    Thema verfehlt.. Wenn Sie hier überzeugen wollen das Materie nur Materie ist..

    Es ist mir egal, ich denke und fühle anders. Sie sollten sich reparieren, ihre Seele ist kaputt.

    Templarii

    • Lies erstmal Augustinus und Anselm von Canterbury – dann können wir darüber diskutieren ob ich Beweise habe oder nicht. Die Beweise sind da. Man sollte sich nur vorher damit auseinandersetzen.

      gruss

      Templarii

  3. Das Augustinus, Canterbury und andere nicht ihr Gehirn kannten, ist sehr gewagt. Man merkt das Sie keine Ahnung haben wovon sie reden. Lesen sie ihre Texte, ihre Gedanken und DANN beurteilen sie ob diese Männer keine Ahnung vom Gehirn hatten. Sie hatten Ahnung. Mehr Ahnung als Sie, mehr Zeit als Sie und viel mehr Ruhe als Sie.

    Dass die Erde sich dreht war schon den alten Griechen bekannt, ich weiss nicht was dies mit Gerechtigkeitssinn und Vernunft zu tun hat. Dies sind nur Äusserlichkeiten. Ob man an ein expandierendes Universum glaubt oder nicht, ändert nichts an der Frage ob gerechtes Handeln gerecht ist oder nicht. Das sollten Sie wissen. Einfach gesagt: Ob ein Raumschiffkommandant oder ein Ziegenhirt: Ein Arschloch ist ein Arschloch.
    Tun Sie aber offensichtlich nicht. Sie haben keine Ahnung von den Gedanken, Argumenten, Auswirkungen und Gegenargumenten zu diesem Thema. ICH behaupte nicht mal das ich das alles weis, aber ich bin schlau genug zu wissen das auch andere Menschen intelligent sein könnten.

    Sie kommen dagegen mit peinlich „überheblichen“ Aussagen über technologisches Wissen ohne sich darüber Gedanken zu machen dass der Grund warum sie denken das Technologisches Wissen relevant ist, in eben diesen Männern ist.

    Anselm von Canterbury: http://12koerbe.de/pan/proslog.htm

    Templarii

  4. Pingback: Meine Erlebnisse mit der Freiheit | Neue Reconquista

  5. „Wir selber sind nicht fähig ihn zu begreifen, dazu ist unsere Bewusstseinskapazität zu gering. Als Informatiker ist mir das Konzept bekannt, es ist nicht möglich dass eine Künstliche Intelligenz jemals begreifen wird was die Natürliche Intelligenz ist, denn die natürliche Intelligenz hat die Künstliche Intelligenz programmiert. “

    Zum Zeitpunkt als sie diesen Text geschrieben haben, wussten sie noch, dass Menschen die Wahrheit niemals begreifen, bzw. erreichen können. Jetzt widersprechen sie.

    • Die Menschen sind von sich aus nicht in der Lage die Wahrheit zu begreifen und zu erreichen. Aber die Wahrheit ist in der Lage den Menschen zu erreichen und sich ihm zu offenbaren. Dies ist aber eine Philosophisch-Theologische Sicht, es geht nicht darum ob das Essen gekocht ist oder ob es gut ist jemanden zu foltern – sondern darum was „gut“ überhaupt sei, was „richtig“ sei und was „falsch“ ist. Solche Dinge halt.

      In übrigen scheinen Sie Menschen die Urteilsfähigkeit abzureden. Die Wahrheit zeigt sich meist im Prozess des Lebens, mit der Zeit und so weiter..

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