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Im Zuge meiner erforschung des Christentums fallen mir immer mehr Kleinigkeiten auf die sehr starken Einfluss auf die ganze Thematik haben.

Zum Beispiel heisst es NICHT „Du sollst nicht töten“ sondern „Du sollst nicht morden“. Mir ist nicht klar ob Luther es falsch übersetzt hat, oder der Begriff Töten damals eine andere Bedeutung hatte. Man kann sich aber gewiss vorstellen das es Unvernünftig ist das töten völlig zu verbieten. Sei es bei Mördern, bei bösen Eroberern oder schlicht und ergreifend bei Tieren die man isst.

Ich kann mir gut vorstellen das viele Veganer und andere Fanatiker sich unbewusst auf „Du sollst nicht töten“ beziehen. Hier ein Beitrag aus der Jüdischen Welt, die sich dieselbe Frage natürlich auch stellten:

http://www.chabadgermany.com/library/article_cdo/aid/468891/jewish/Ist-es-nicht-unjdisch-Menschen-zu-tten.htm

Sie werden überrascht sein zu erfahren, dass nirgendwo in den zehn Geboten oder der ganzen Bibel gesagt wird, „du sollst nicht töten.“ Dies zu verstehen ist wesentlich für eine wirkliche Einschätzung von biblischer Moral.

Das originale Hebräisch lautet „lo tirtzach“, was bedeutet „morde nicht.“ Das hebräische Wort für töten ist „hariga“, ein vollkommen anderes Verb.

Die Wahl der Worte hat eine sehr große Bedeutung.

Morden ist das Nehmen unschuldigen Lebens, welches immer verboten ist. Töten ist das Nehmen jeglichen Lebens, was manchmal erlaubt oder sogar obligatorisch ist. Die Bibel gebietet uns diejenigen zu töten, die unwiderruflich ihre Unschuld verloren haben. Diesbezüglich gibt es zwei Kategorien von Menschen:

1) Jemand, dessen Schuld bezüglich bestimmter Verbrechen, wie Mord oder Geiselnahme, durch ein Gericht festgestellt wurde.

2) Jemand, der eine klare und direkte Bedrohung für das Leben Unschuldiger darstellt. Ein Beispiel würde ein bewaffneter Angreifer sein, der in das Haus eines anderen eindringt (Schmot 22:2).“

 

Mir fällt auf, das immer wenn man sich _unvernünftig_ an das Christentum und das Judentum annähert, man scheitert. Wenn man aber ernsthaft nachschaut und prüft, kommt man doch weiter. Die Vernunft erreicht man aber nur wenn man sein Herz dafür öffnet das Christentum vernünftig zu erforschen. Der Zusammenhang zwischen Vernunft und Liebe ist schon sehr gross.

 

Templarii

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3 Kommentare zu “Du sollst nicht morden

  1. Thomas von Aquin meint jedenfalls, dass es erlaubt ist Tiere zu töten; der Übeltäter (gegen Menschen) darf getötet werden, wenn er das Heil der gesamten Gesellschaft in Frage stellt, allerdings nur von dafür zuständigen, staatlichen Organen. Unschuldige dürfen nicht getötet werden. Selbstmord ist ebenfalls nicht gestattet. (aus Summe der Theologie, Band 3, Der Mensch und das Heil, Untersuchung 64ff.)

    Dies ähnelt einem Adam Smith und seinem Dritten, dem unbeteiligten Beobachter und einem Immanuel Kant.

  2. Unsere Diskussion um „hostis“ und „inimicus“ geht ja in die gleiche Richtung. Ich glaube auch nicht, dass das Christentum den absoluten Pazifismus in Form des „ahimsa“ Prinzips (Buddha, Ghandi) vorschreibt. Sonst wären die christlichen Gesellschaften schon vor langer Zeit an dem Widerspruch von Lehre und Realität zerbrochen. Sie hielten aber, während das heutige zahnlose Christentum nicht geringe Zerfallserscheinungen zeigt.

  3. @ Kairos
    Absoluter Pazifismus wäre ja, wenn ich mit Kant argumentiere, ein „Verbrechen“ gegen sich selbst. So predigt Jesus zwar, auch die andere Wange hinzuhalten – wobei ich dieses Zitat noch nicht in aller Gänze erfasst habe* – aber letztlich, wenn, derb gesprochen, keine Wange mehr da ist, kann ich auch keine Wange mehr hinhalten.

    Somit ist ein Selbsterhaltungszweck im Christentum durchaus gegeben. Das Problem hierbei ist, dass das Christentum, vor allem in der Verschränkung mit der ratio, bestimmte ethische, rationale Grundmuster voraussetzt. Das Christentum früher Prägung zog Psychopathen, Kulturrelativisten nicht ins Kalkül, weil dies denkfremd war. Das ist meines Erachtens auch heutzutage ein Mitgrund, warum das Christentum schwächelt. Es gehen solch pervertierte Dinge vor, sodass, diese im Denkhorizont der glaubenden Menschen gar nicht vorkommen.

    Würde ich meiner Mutter davon erzählen, dass es so etwas wie sadistische Pornografie gibt, sie würde es nicht glauben – nicht glauben können!!. Und wenn sie es glauben könnte, würde sie sich abwenden, aber nichts dagegen tun. Dadurch haben die Kulturrelativisten die ganze Macht die Menschen hintenherum zu erziehen; wie die Feministinnen übrigens auch.

    * Das Gleichnis kann auch so interpretiert werden, dass bei einer Ohrfeige auf die andere Wange, die damals unreinere linke Hand verwendet werden hätte müssen. Dadurch, dass die unreine Hand verwendet werden muss, und der Schläger das weiß, muss er etwas ihm bewußt Unreines machen, was letztlich, durch die Rationalisierung zu einem Denkprozess und im besten Falle zur Umkehr führt.

    Die andere Wange hinhalten wird in diesem Kontext so gesehen, dass damit der Erkenntnisprozess über das Unrechtmäßige der Handlung eingeleitet werden kann.

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