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Auf meinem Weg durch unsere Kultur tauchen Worte auf, die auf den ersten Blick schwer zu verstehen sind. Die Gnade Gottes ist solch ein Wort. Lange geisterte der Gedanke „Warum Gnade?“ in meinem Kopf herum.

Wie ich schon früher beschrieben habe, ist vieles was über Gott verstanden wird, falsch. Kurz gesagt ist Gott keine Person sondern eine Form von allumfassenden Bewusstsein. In Gott sein heisst, in seinem Bewusstsein mit dem allumfassenden Bewusstsein in Verbindung zu sein. Bernhard von Clairvaux spricht davon das die höchste Stufe davon eine permanente Extase ist.

Gott hat also etwas mit dem Bewusstsein zu tun und damit wie sich unser Bewusstsein sich mit dem göttlichen Sein verbindet. Und da kommt die Gnade ins Spiel.

Gnade ist ein demütigendes Wort. Jemand ist gnädig, jemand empfängt die Gnade. Der empfangende ist meist in einer ohnmächtigeren oder rangniedrigeren Position. Der Gnadenakt ist ein Akt der Macht. In welchem Zustand ist das Bewusstsein dessen, der die Gnade empfängt? Es ist im Zustand des empfangens. Des annehmens, des nehmens. Ohnmächtig ohne eigenen Willen muss der empfangene die Gnade annehmen. Es ist ein passiver Zustand.

Und nun führe ich das weiter. Gott ist per Definition das Gute. Er ist die Güte der Güte, dass Gute an sich. Er ist das Ideal des Guten, die Idee des Guten, er ist gütig und gerecht. Er ist aber weitaus höher entwickelt als wir Menschen, sein Wesen ist ein Geheimnis, etwas was uns immer übersteigen wird. Er ist etwas höheres, etwas auf einer höheren Existenzebene, ich bemühte mich ja um den Vergleich mit der Mathematik.

Menschen die sich um die Gnade Gottes bemühen und sich darin üben diese zu empfangen, begeben sich bewusst in einen „gnadeempfangenden“ Bewusstseinszustand. Sie ziehen ihren Geist zurück, bemühen sich passiv zu sein, nur noch annehmend, mit dem Herzen voll Freude und Dankbarkeit denn sie wissen, die gewährte Gnade entspringt keiner Menschlichen Macht, keinem Wesen das böses will, sondern einem Geheimnis das die Menschen liebt und sie als ihre Kinder oder sogar Geschwister (im Falle von Jesus) annimmt.

Der Begriff Gnade definiert den gefühlsmässigen Zustand in dem die sinnierenden Menschen geraten sollen (und es auch tun) wenn sie diese empfangen wollen. Sie nehmen ihr Selbst völlig zurück und halten nur das Herz offen, auf das von oben, gnädigerweise etwas kommt.

Dies ist exakt dasselbe wie bei Meditationsübungen im Buddhismus oder anderen östlichen Religionen! Auch da bemüht man sich um die zurücknahme des Bewusstseins, des Egos, des Selbst, um das ausschalten der Gedanken, um das ausrichten des Bewusstsein auf „das höhere“.

Es ist die Beschreibung einer Meditationsübung, oder eines Geisteszustandes den man aufrecht halten sollte. Mit diesem Wissen, und um das Wissen der Liebe Gottes zu uns, lohnt es sich das folgende Gedicht zu lesen:

„O Gnade Gottes, wunderbar
Hast du errettet mich.
Ich war verloren ganz und gar,
War blind, jetzt sehe ich.
Die Gnade hat mich Furcht gelehrt
Und auch von Furcht befreit,
Seitdem ich mich zu Gott bekehrt
Bis hin zur Herrlichkeit.
Durch Schwierigkeiten mancher Art
Wurd’ ich ja schon geführt,
Doch hat die Gnade mich bewahrt,
Die Ehre Gott gebührt.
Wenn wir zehntausend Jahre sind
In seiner Herrlichkeit,
Mein Herz noch von der Gnade singt
Wie in der ersten Zeit.“

Das Gedicht ist plötzlich ganz anders, es klingt anders, hat andere Auswirkungen, man ahnt was der Schreiber empfunden hat.

Plötzlich straht ein alter Schimmer aus alten Zeiten in die Gegenwart….

Durch den „annehmenden“ Zustand kann man einen Blick erhaschen in die höheren Bereiche der Existenz kann man die „Mathematischen Gesetze arbeiten sehen“ oder „die Geometrie Bilder malen sehen“. Ich glaube das es dass ist, was die ganzen Christlichen Mystiker wahrnahmen, das was unbeschreiblich ist, das was wunderschön ist. Und das was unser Bewusstsein sprengen kann und zum Wahnsinn führen kann.

Damit letzteres sich nicht ausbreitet, gibt es Menschen die sich mit so etwas auskennen und es eindämmen. Man nennt es Kirche und Priester oder gar die Inquisition. Aber das wird ein anderer Beitrag.

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