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Ich bin erst seit kurzem dabei Latein zu lernen, es ist eine Ehre diese alte Sprache zu lernen. Doch in einem Blogkommentar löste ein Leser ein altes Rätsel, ich bin mal so frei und zitiere:

1. Feindesliebe
Mt 5, 43-44 Liebet eure Feinde, segnet, die euch verfluchen, tut Gutes denen, die euch hassen, bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen: So werdet Ihr Kinder eures Vaters im Himmel sein.

Lateinisch (vulgata):
43:audistis quia dictum est diliges proximum tuum et odio habebis inimicum tuum
44: ego autem dico vobis diligite inimicos vestros benefacite his qui oderunt vos et orate pro persequentibus et calumniantibus vos

„Feind“ bedeutet im Deutschen sowohl privater wie öffentlicher Feind. Im Latein gibt es zwei Worte für Feind „inimicus“ und „hostes“. Das erste ist der Privatfeind (Gegenpart zu amicus), das zweite der ÖFFENTLICHE Feind. Aus dem Text der Vulgata geht hervor, dass die Feindesliebe sich ausschließlich auf den persönlichen Intimfeind des Christenmenschen bezieht. Die öffentlichen Feinde (im lateinischen ein Pluralwort), kann und darf man selbstverständlich gar nicht lieben.

Ich habe mir das schon so gedacht, denn das Wesen des Christentums ist Logik und Vernunft wenn es darum geht dieses vom Verstand her kennenzulernen. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr erscheint mir unsere Religion als ein Gedachter Riese, auf dem wir sitzen und in die Welt hinaus schauen.

Es ist eine Freude dich zu Schauen, grosses Geheimins!

Templarii

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5 Kommentare zu “Die Feindesliebe – falsch übersetzt

  1. @ Kairos
    Habe große Probleme einen Kommentar bei Dir zu platzieren. Es kommt immer ein Google-Fehlerbild „url too long to process“. Dann kommt er eben hierher:

    Danke für die Korrektur bezgl. „hostis“, da hat mich meine Erinnerung getäuscht. (Der Fehler ändert ja aber nichts am Wesensgehalt des Kommentars.) Das Latinum liegt nun auch bereits mehr als ein halbes Jahrzehnt hinter mir. Mir ist es fast ein bissel peinlich, da ich ja ein entsprechendes Wörterbuch im Regal habe. Ein Blick hätte genügt.

    Es steht mir nicht an, über Deine Sicht auf das Christentum zu urteilen, da ich selbst (noch) nicht getauft bin, und mich an den staatskirchlichen Institutionen auch einiges abstößt.
    Wollte nur auf die innere Logik des Christentums in diesen doch recht zentralen Punkten hinweisen, weil mich selbst am meisten dieses windelweiche Sozialarbeitergehabe der („Teufels“-)Pfaffen nervt. Und zwar tierisch. Es ist eben widerchristlich.

    Nochmal zu den Wortbedeutungen: Die inimicitia ist qualitativ eine andere Art von Feindschaft als die hostilia (pl), die öffentlichen Feindseligkeiten (hier ist es der Plural!). Die inimicitia beruht auf einer persönlichen Entzweiung, während die Feindseligkeiten öffentlicher Art eben gerade nicht die persönliche Ebene tangieren brauchen. Maßgeblich ist einfach, ob es um private oder öffentliche Interessen geht. Die Scheidung verläuft auch nicht starr an Nationengrenzen, aber sie kann da verlaufen und verläuft dort sicher regelmäßig. In bezug auf politische Feinde im Inland (bspw. Claudia Roth) würde ich auch von hostilia sprechen. Etwas persönliches habe ich mit der Eule gewiss nicht auszutragen.
    Genauso konnte der spezifische russische Soldat, der als öffentlicher Feind nach Ostpreußen kam, durch Vergewaltigung der Frau zum Intimfeind werden. Um diese Differenzen gruppieren sich jetzt die biblischen ethischen Vorgaben.

    Zitat: „Die Höflichkeit gegenüber Fremden findet dort ihre Begrenzung wo sie nicht erwidert wird.“

    Was die private Sphäre angeht, sicherlich, aber in der öffentlich-politischen Sphäre galt bis vor kurzem jedenfalls auch noch das ius ad bellum.

    @ Templarii
    Ja, habe davon gehört. Hatten das nicht die Jakobiner in der Frz. Rev. zerstört?

    Wie sagt Davila: Ein guter Christ ist nur, wer seine Kathedrale auf einer heidnischen Krypta errichtet.

    Grüße

      • Druide, der Kommentar ist bei mir drin, er war sogar dreimal da. Ich bekomme die Fehlermeldung auch oft. Abwarten, aktualisieren und meistens ist der Kommentar dann da. Du bist auch schonmal im Spamfilter gelandet…

        Blöde Technik…

  2. Pingback: Wie gut ist die Übersetzung von Luther? | Neue Reconquista

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