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Ich beschäftige mich inzwischen stark mit Bernhard von Clairvaux, einer wichtigen Person im Mittelalter Europas. Er ist der geistige Vater der Tempelritter und hat die Mönchskultur stark beeinflusst und sehr verändert.

„Gott ist Länge, Weite, Höhe und Tiefe“

Diese Aussage Bernhards von Clairvaux ist der erste Hinweis der mich stutzen lies. Dies widerspricht dem, was landläufig als Gott verstanden wird. Es widersprach dem, was ich dachte, das Christen von Gott dachten. Es bestätigte mein Gefühl das ich in mir trug, diese Sehnsucht nach Länge, Weite, Höhe und Tiefe. Die Sehnsucht nach dem Weltall, nach frei fliegenden Gedanken, nach unbeschränkten Gefühlen.

„Gott war unbegreiflich, unnahbar, unsichtbar und unvorstellbar. Er ist Mensch geworden, uns nahe gekommen in einer Krippe, damit wir ihn sehen und begreifen können.“

Dies ist das zentrale Element des Christentums. Die Unbegreiflichkeit des unendlichen Raums, der Sphäre jenseits  von Raum und Zeit, die grösse, die Winzigkeit der Menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit im Vergleich dazu. Kein Mensch konnte es wirklich greifen, das Alte Testament erzählt das ringen um das Begreifen. Unserem Bewusstsein zu fern, dem Leid zu fern, der Todesangst zu weit weg. Anders gesprochen, die Unendlichkeit manifestierte sich als Mensch (fuhr ins Fleisch, Inkarnierte) um zu zeigen und zu symbolisieren das diese Unendlichkeit die Abgründe des Menschseins gefühlt und durchlitten hat. Gleichzeitig geschah eine Mystische Demokratisierung. Es waren nicht nur Priester die zugang zu Gott hatten, sondern alle. Dies revolutionierte alles, es war eine Umkehrung der Werte und Sichtweisen. Gott machte ein Menschenopfer an Menschen, nicht umgekehrt.

„Den Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.“

Dieser Satz, einfach einer Aphorismensammlung entnommen weist darauf hin was ich meine. Das Gott und all das dazugehörige nicht Materiell wahrgenommen werden kann. Wer das tut irrt sich. Das Paradies ist kein Garten im echten Sinne, sondern die innere Freiheit, die ewige Liebe und der Frieden, auch nach dem Tode. Das was viele im Westen bei Buddhisten oder Zen-Buddhisten suchen. Selbst die Kiffer und Säufer sind auf der Suche nach genau dem.

Einige weitere Zitate führten mich mehr zu dem was ich wissen wollte:

„Wir finden innere Ruhe bei denen, die wir lieben, und wir schaffen in uns einen ruhigen Ort für jene, die uns lieben.“

„Gott ist die Ruhe, und er beruhigt alles.Ihn anschauen, heißt selber ruhen.“

In mir veränderte sich das Weltbild, ich erkannte das die Dinge, die in meinem Inneren schon immer vorhanden waren, meine inneren Heiligtümer zu denen ich mehr und mehr den Kontakt verlor, das Christentum sind. Das wir eine ganze Religion drumrum aufgbaut haben. Der Kontakt ging verloren durch Wut, Ärger, Missgunst weil die schönen Dinge in mir nicht gelebt werden konnten. Das Gott die Liebe, die Ruhe, die Wahrheit, die Güte und alles andere war, verwirrte mich. Bis ich verstand das Gott per Definition das positive ist.  Nicht „etwas positives“ sondern „die Grundidee das etwas positiv ist“. Da dies sehr abstrakt  und auch schwer nachzuvollziehen ist, gibt es ein gutes Mittel um zu erkennen ob es Gottes Werk ist: An den Früchten kann man es erkennen.

„Besser noch, das Ärgernis entsteht, als daß man die Wahrheit im Stich läßt.“

Die Wahrheit, das Heiligtum des Westens. Nur die Wahrheit ermöglicht technologische Entwicklungen. Sonst wird das Suchen nach Wahrheit unterdrückt oder man kann nicht argumentieren das man „nach der Wahrheit sucht“. Offensichtlich war Bernhard von Clairvaux verliebt in die Wahrheit.

„Es ist nichts Großes, demütig zu sein, wenn du am Boden liegst; aber wenn du demütig bist, solange man Großes von dir spricht, ist das eine große und seltene Errungenschaft.“

Durch das Vorbild der Bibelgeschichte wurde diese Form der Demut mit dem Höchsten des Lebens verbunden. Ein Teil der Grundphilosophie des Christentums ist diese positive Art von Demut. Wichtig ist dabei, das man weiss das es Sünde ist, Stolz darauf zu sein das man Demütig ist. Wenn man nur vordergründig Demütig ist und innerlich Hohl. Einige Stellen in der Bibel sprechen ebenso davon, so wird gesagt das man „im geheimen“ Beten soll, also nicht angeben soll da man betet. Oder das man nicht vor allen Leuten angeben soll, das man den Bedürftigen was spendet.

„Je glühender der Eifer, je stürmischer der Geist, je überbordender die Liebe wird, desto notwendiger wird ein wachsamer Verstand, der den Eifer zügelt, den Geist mäßigt und die Liebe in geordnete Bahnen lenkt.“

Solche Sätze waren es dann letztendlich, die mich konvertierten. So etwas ist grossartig! Dieses Wissen um die menschlichen Schwächen befreit. Ich glaube auch das solche Sätze die technische Revolution in Europa erst richtig hervorbrachten. Um das ins Bewusstsein zu holen, Bernhard von Clarivaux spricht von der VERNUNFT welche die anderen Teile der Persönlichkeitsstruktur im Zaum halten soll. Diese Gedanken werden Jahrhundete später als Werk der „Aufklärung“ beschrieben. Sorry, aber Bernhard von Clairvaux lebte von 1091 – 1153.

Templarii

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